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Fachgespräch Fachtoxikologe DGPT 2004-2008:

Fachgespräch T.F. am 9.3.2004 in Mainz

Anwesend: Profs. Greim, Marquardt, Göttlicher, Bolt, Schwarz. Fragende: Göttlicher, Schwarz

Dauer: 45 min Fragestellung oft sehr kompliziert und nicht immer verständlich

Nitrosamine im Luftballon:

Toxikologie von Nitrosamine; wo treten Tumore auf; wo kommen Nitrosamine noch vor; wie kommen die Nitrosamine in den Luftballon (benötigt zum Vulkanisieren);

Risikoabschätzung Nitrosamine aus dem Luftballon

Aromatische Amine: Toxizität, wo treten Tumore auf; Metabolismus

Polymorphismus von Acetyltransferase; welches Enzym ist auch noch bekannt für Polymorphismus

Chronische Toxizitätsstudie (darunter wurde von Göttlicher die Kanzerogenitätsstudie verstanden): Aufbau;

Spontantumorrate bei Versuchstieren; Probleme mit Historische Kontrollen

Transgene Tiere in der Toxikologie

Ames-Test in-vivo-Mutationsstudien (Mikrokerne),

Vergleich in-vivo- mit in-vitro-Methode

Wichtigste Gifte in Deutschland: chronisch: Rauchen, Alkohol, jeweils mit Schädigungen; akut:

Arzneimittelüberdosierung mit Opioide (Symptome, Therapie),

Brand (HCN, CO, Wirkweisen, Therapie (das in der Notfallmedizin verwendete Hydroxocobalamin wurde von allen belächelt)  

Fachgespräch S.O.M. am 9.3.2004 in Mainz

Anwesend: Marquardt, Bolt, Greim, Schwarz, Göttlicher. Fragende: Schwarz/Greim

Schwarz:

Leber (Aufbau, Funktion, Enzymausstattung);

wie werden Fremdstoffe aufgenommen (Diffusion, Transporter);

Verteilung Enzyme, warum (Expression);

Bsp. Paracetamol, Vergiftung, Behandlung (ACC innert 10 h, iv),

Aufbau Gallenkanal.

Greim:

Dioxin in Hühnerei: Ableitung eines Risk-Assessments (einmalige Aufnahme von 6000 pg ohne Risiko, da akkumulierte Menge ca. 450 ng), Unterschied Kind-Adult.

Dioxin allgemein (Mechanismen, Einstufung IARC/MAK, rat vs. human)

Schwarz:

Dioxin molekularer Mech. (AhR, TF, Genexpression), nicht-gentoxische Substanzen (Schwellenwert etc.).

Göttlicher:

Was macht Dioxin noch? (Immunsuppression, Apoptose); Immunsystem allg.; Arten der Immuntox, wie nachweisbar.

OP, Mechanismus, Symptome, Therapie, wie dosiert? (Initialdosis und Beobachtung des Patienten)

Warum? (Problem der Überdosierung)

Warum muss man nachdosieren? (TK, Atropin, Ausscheidung)

Schwarz:

Größte Massenvergiftung? (Methanol als Trink-Alkohol in Indien/Asien; Formiatbildung, Linsentrübung, fehlender Abbau)

Bolt/Marquardt: Fragen nach allen möglichen Massenvergiftungen (Cresyl-phosphat, spanish oil etc.; war eher ein gemeinsames Zusammentragen von Super-GAUs; "ist viel zu lange her, das können Sie gar nicht wissen").  

Fachgespräch C.S. am 9.3.2004 in Mainz

Prüfer: Marquardt, Göttlicher, Bolt, Greim, Schwarz

Schwermetalle:

Chrom: welche toxische Wirkung (Sensibilisierung, Krebs), welche Oxidationsstufe (Cr IV, weil besser aufgenommen, Cr III ist reaktives Agenz)

Mechanismus: reaktive Sauerstoffspezies, Proteinbindung, …

Blei: Vorkommen/Freisetzung, Toxizität: Neurotoxizität (Neurotox > Myelinotox, ZNS > peripheres NS), insbesondere bei Kindern, außerdem Anämie (Hemmung Hämsynthese usw.), Nierentoxizität

Wie weißt man nach, dass ein Stoff toxisch ist?

Tierversuche (nach Chem.gesetz, abhängig von produzierter Menge)

Epidemiologische Studien: Welche Typen gibt es, wie durchgeführt, welche Probleme (Confounder, z.B. Lebensgewohnheiten, weitere Schadstoffe)

Beispiel Rauchen: Wirkung (Krebs, cardiovaskuläre Tox), auch Passivrauchen krebserregend,

 Vergleich Haupt- und Nebenstromrauch

Reproduktionstoxikologie (war Spezialthema): welche Phase am empfindlichsten?

Blastogenese: meist letale Schäden;

Embryogenese/Organogenese: teratogene Schäden;

fetale Periode und Laktation: Entwicklungsstörungen, z.B. ZNS -> Beispiel

Blei: wie nachweisbar? Peri-postnatal-Studie mit Lern- und Verhaltenstests der F1-Tiere Embryo-fetal-Studie: was wird untersucht (Skelett, Viscera, z.B. Missbildungen Herz (Septendefekte u.ä.))

Teratogene: welche Substanzen? Mechanismen bekannt?

Langzeitstudien Toxikologie: 6 Monate -> Organtox, 2 Jahre -> Kanzerogenität + Organtox, Tierzahl

CS hat gelernt aus: Greim-Buch, Marquardt-Schäfer, alte Prüfungsfragen, zu einzelnen Fragen aus Casarett & Doull, Histologiebuch, aktuelles MAK-Werte-Buch und Internet; aktuelle Toxthemen (Stellungnahmen DGPT, Vorgänger wurden nach Uran + Plutonium und nach Nitrosaminen in Luftballons gefragt, auch BfR hat Risikobewertungen im Internet)

Fachgespräch D.B. am 9.3.2004 in Mainz

Prüfer: Marquardt, Göttlicher, Bolt, Greim, Schwarz

Fragende Prüfer: Bolt, Greim (und einmal am Ende: Marquardt)

Bolt:

Kosmetika: Kosmetik-Verordnung, Lebensmittel- und Bedarfsgegenstände-Gesetz (LMBG), gibt es Höchstgrenzen für Inhaltsstoffe, wo festgeschrieben?

Was wird ggf. getestet: ätzend, reizend/irritierend, sensibilisierend?

Testsysteme in vitro und in vivo Rauchen/Passivrauchen: Ist Passivrauchen offiziell als Krebserregend anerkannt?  (vgl. MAK-Einstufung).

Wie kann man bei Rauchern/Passivrauchern die Exposition abschätzen? (Cotinin im Urin) Wie kann man die Folgen von Passivrauchen nachweisen? (epidemiologische Studien)

Was ist von Fragen/Antworten bzgl. Rauchgewohnheiten bei der Probanden-Aufnahme zu halten? (oft zweifelhafte Resulte: Konsum sollte objektiv über Biomonitoring verifiziert werden)

Reprotox: Was ist Segment-I-Studie? (für aktuelle ICH-Guidelines hat sich hier niemand interessiert ...)

Fertilität: Wie kann man das testen (Männchen/Weibchen)? Weiblicher Zyklus (Mensch, Versuchstiere), Angriffspunkte?

Männliche Spermatogenese, welche Substanzen können stören? Wie lange dauert es, bis man einen Effekt beobachten kann? Wie ist das mit der Spermienzahl (Ratte/Mensch)?  

Greim:        

Welche Rolle spielt die maternale Toxizität? Ist ein in-vitro-Testsystem für Hautsensibilisierung absehbar? (Nein) Bewertungsaufgabe: PAH/PAK in Wohnräumen, PAH befinden sich in Bausubstanz und wurden jetzt im Hausstaub nachgewiesen. Vorgehensweise? Abschätzung der Expositionswege für Bewohner (im Prinzip inhalativ, wg. mukoziliärer Clearance dann aber letztlich über Magen/Darm, bei Kindern auch direkt Mund/Magen/Darm!).

Welches Biomonitoring ist möglich? (Blut, Urin) Wie würde man die Daten abschließend bewerten (Literaturdaten/Studienergebnisse heranziehen, vergleichen, möglichst epidemiologische Daten heranziehen, ggf. mit mathematische Modell Risiko extrapolieren).  

Marquardt:        

(krönende Abschlussfrage) Ototoxizität?

Schon mal gehört?

Welche Substanzen machen so was? (Aminoglycosid-Antibiotika),

Warum selektive Organtoxizität? (angeblich Anreicherung in der Innenohrflüssigkeit, offenbar ist das aber nur ein Teil des Problems ...)  

Am Rande bemerkt: Die Prüfer waren "erschreckend" gut vorbereitet, offenbar hatten die zuständigen Kommissionsmitglieder Themenbereiche anhand der eingereichten Unterlagen identifiziert (natürlich die "Lücken", was sonst). Jedenfalls wurde bei mir z.T. eine Art Liste abgearbeitet ... Insgesamt waren die 45 Minuten ein freundliches, aber dennoch recht "knackiges" Gespräch.

Ohne Vorbereitung (bei mir: Marquardt/Schäfer (neu), aktuelle Quellen (BfR, etc.)) geht es nicht, dieser Fragenkatalog ist dabei unverzichtbar.  (Redaktion: Danke!)

 

Info: Im Frühjahr 2004 haben alle 5 Prüflinge bestanden  

Fachgespräch B.S.H. am 18.10.2004 in Frankfurt

Prüfer: Greim, Schwarz, Bolt, Göttlicher, Kramer

Fragende Prüfer: Greim, Bolt, Göttlicher  

Greim (ca. 10 min):

in vitro-Toxizitätsprüfungen: Vor- und Nachteile, welche Zellen für welchen Zweck? (tierische Zellen vs. humane, permanente Zellkulturen vs. primäre)  

Bolt (ca. 20 min):

Fremdstoffmetabolismus: Benzol, Alkane allgemein und Hexan im speziellen, halogenierte Alkane (Beispiel Tetrachlorkohlenstoff konnte ich mir selbst aussuchen) Umwelttoxikologie:       

Was macht Tetrachlorkohlenstoff in der Umwelt? (Atmosphäre, Ozon-Abbau, FCKWs)                                   

Umweltkompartimente, wovon ist Umweltverteilung von Stoffen abhängig ?                             

Böden (Aufbau und Typen)?                                   

Altlasten: Was macht man bei Bodenbelastung mit PAKs, Blei im Sand eines Kinderspielplatzes, Rüstungsaltlasten (Di- und Trinitrotoluol, Metabolismus, Mutagenität, Kanzerogenität), POPs & PBTs                         

Göttlicher:

Abbau von Stoffen im Boden

Chromosomenaberrationen durch Benzol  

Insgesamt war die Prüfungsatmosphäre angenehm und die Prüfer wohlwollend. Es wurde kein Detailwissen verlangt, nur kurze Stichworte und grobe Mechanismen.

Fachgespräch M.K. am 18.10.2004 in Frankfurt

Prüfer: Greim, Schwarz weiter anwesend: Kramer, Göttlicher, Bolt  

Die Prüfungsstimmung war außergewöhnlich gut und gelassen (hätte ich in der Form nicht erwartet). Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass wenig Details gefragt wurden, sondern mehr das "große Ganze" und Zusammenhänge.

Vorbereitet habe ich mich wie folgt: Greim/Deml, Eisenbrandt, Altfragen, aktuelle Themen wie VIOXX, Scoubidou-Bänder.  

REACH, was ist das? welche Prüfungen, bei unterschiedlicher Tonnage, weitere Möglichkeiten der Testung (nach Exposition statt Tonnage)

Vergleich von Konzentrationskurven gavage vs. Fütterungsstudie

Ökotox: Testung in der Grundstufe, trophische Ebenen, welche Prüfparameter, PNEC, PEC, wie ermittelt man PEC (EUSIS, GREAT-ER, Messung)

Endokrine Disruptoren: was ist das, wie äußert sich das, Stoffbeispiele, E-Screen erklären

Organtox: etwas Metabolismus, einige Beispiele für Anreicherung von Stoffen in Organen (Paraquat,...)    

Fachgespräch J.O.E. am 18.10.2004 in Frankfurt

Prüfer: Bolt, Schwarz, Greim, Göttlicher, Kramer  

Themengebiete: Organtoxikologie, Zelltoxikologie, Regulatorische Toxikologie  

Fragengebiet: Presseanfrage: Warum töten Sie Tiere?  -> Die eigentliche Frage der Prüfer: Wie reagieren Sie in so einer Situation?

Antwort: Tierversuche gesetzlich gefordert zum Schutz des Menschen. Bis auf wenige Ausnahmen nur Tierversuche behördlich anerkannt.

Aber 3R replace, reduce, refine

Neuere in-vitro Ersatzmethoden Methoden = Replace:

Neutralrot Phototoxizität (OECD No. , Test auf Corrosivität am 3D Hautmodel (OECD no. 431).

Älter: Ames-Test usw.. Hühnerei Test (HET CAM), Hautreizung am 3D Hautmodell in der Prävalidierungsphase. –

Neuere OECD Protokolle: orale Toxizität: Akute toxische Klassen Methode (OECD 423) 6-12 Tiere anstatt 30 = Reduce.

Sequenzielle Testprotokolle Hautreizung und Augenreizung = Refine.

Orale Toxizität fix dose procedure = refine & reduce.

Darüber hinaus: Voranfragepflicht, Tierschutzgesetz (Tierschutzbeauftragter, Tierpfleger usw.).

Dann wurde es mehr ein Gespräch: kennen sie Vioxx, Lipobay... wieso hat man solche Effekte nicht schon im Tierversuch gesehen.....

Allgemeines über Übertragbarkeit von Tierversuchen und der Möglichkeit schwache Effekte im Tierversuch zu finden.......  

Fragengebiet: Parabene in Brusttumorgewebe --> Anworten siehe BfR Stellungnahme 13.02.2004 (Ein Blick auf die Seiten des BfR lohnt sich immer wieder).

Zum Schluss dieser Frage ging es noch um die Überprüfbarkeit eines Zusammenhangs anhand epidemiologischer Studien

Typen epidemiologischer Studien. (es wurde nur an der Oberfläche gekratzt).  

Fragengebiet: Tierarzneimittelzulassung: as muss man kennen/ haben?

Wichtig neben dem was einem sofort einfällt: Toxikologie und Wirksamkeit: Wenn es sich um Tiere für die Nahrungsmittelherstellung handelt: Wartezeit nach der Behandlung des Tieres (Elimination des Medikamentes aus dem Tierkörper).  

Fragengebiet als Abschluss: REACH: Registration Evaluation Authorization of Chemicals (EU-Weisbuch):

Sind Endokrine disruptoren gemäß REACH erlaubt? Antwort eher ja als nein.  

CMR Stoffe müssen nach REACH zugelassen werden und es besteht ein Substitutionsgebot.

Im ersten REACH Entwurf sollten Endokrine Disruptoren daher eine besondere Beachtung finden.

Im aktuellen Entwurf werden Endokrine Disruptoren nicht besonders berücksichtigt, da die endokrine Wirkung in der Regel die schwächste toxische Wirkung des Endokrinen Disruptors ist. Evaluierung anhand der anderen toxischen Eigenschaften steht im Vordergrund.

Persönliche Anmerkung Greim: Ihn würde es nicht wundern, wenn Endokrine Disruptoren bei der endgültigen und nachgebesserten Version von REACH wieder eine besondere Berücksichtigung finden.    

Fachgespräch K.-M. W. am 18.10.2004 in Frankfurt

Prüfer: Greim, Schwarz, Bolt, Göttlicher, Kramer

Dauer 45 min, Fragen aus dem bekannten Canon, also nicht Neues. Gesprächsklima sehr wohlwollend.

Fachgespräch T.C. am 18.10.2004 in Frankfurt

Prüfer: Greim, Schwarz, Bolt, Göttlicher, Kramer

Fragende Prüfer: Schwarz, Bolt

Atmosphäre: durchaus angenehm und freundlich Fragestellungen immer sehr allgemein und wenig konkret, Detailwissen wurde nicht abgeprüft  

Schwarz:

Themen: Kanzerogenese, Kontaktallergie, Formaldehyd  

Einstieg: Proteinaddukte vs. DNA-Addukte, welche sind relevant, warum sind DNA-Addukte das Entscheidende für die Tumorentstehung?

Wie weist man nach, das DNA-Schäden erblich sind? (bestimmte Erbkrankheiten)

Was macht ein Proto-Onkogen, wenn es keine Tumoren macht? Proliferation, Zellzyklus, Signalketten  

Formaldehyd - IARC hat neu in Gruppe 1 eingestuft

Wie sieht die Dosis-Wirkungs-Kurve aus? Mechanismus?

Unterschiede in der Anatomie Nager-Mensch / Entzündungen - Nekrose

Wie weist man induzierte Proliferation nach?

Reparatur?  

Bolt:

Thema Kontaktallergene

Welche gibt es (nur nennen, keine ausführlichen Antworten gewünscht)

Einfluß der Oxidationsstufe des Chroms (wie sieht es bei der Mutagenität/Kanzerogenität aus?)

Warum ist Chrom(VI) kritisch, Chrom(III) dagegen nicht?

Halothan Richtung Kosmetik - was ist da drin und sensibilisiert?

Formaldehyd - Warum? - Konservierungsmittel Respirationstrakt-Allergen

Isocyanat - Wo verwendet?

Zwischenfrage Greim: Warum kommt es bei Kosmetika immer wieder zu Kontaktallergien?  

 

Info: Im Herbst 2004 haben alle Prüflinge bestanden        

 

Fachgespräch V.M. am 17.03.2005 in Mainz

Prüfer: Schwarz, Bolt, Hofmann, Stahlmann, Göttlicher, Kramer

Fragende Prüfer: Göttlicher, Hofmann, Kramer

Atmosphäre: durchaus angenehm und freundlich Fragestellungen immer sehr allgemein und wenig konkret, Detailwissen wurde nicht abgeprüft  

 

Closed Chamber Inhalationssysteme:

Was ist daran das Besondere?

Welche Inhalationsstudienmöglichkeiten gibt es?

Worauf muss geachtet werden (u.a. Feuchtigkeit)

Wie führt man Closed Chamber Expositionen durch?

Inhalationsstudien, Partikelgrößen und wie man sie in bestimmte Größenfraktionen auftrennt,

Ablagerungen wo in welchen Teilen des Respirationstraktes (Grössen der Partikel)

Wechsel zu Nanopartikeln (um welche Größen hadelt es sich da ~100nm) und systemischen Wirkungen (welche) und Nervenschäden, selektiven Anreicherungen, Nachweismethoden von spezifischen Nervenzellschäden - Glucoseanreicherungen und PET

Dann Wechsel zu Flüssigkeiten und Feststoffexpositionen

Dosierungsmöglichkeiten und Maschinen

Kontrolle der Konzentrationen

Entgiftungsmöglichkeiten allgemein bei Vergiftungen

Vorteile/Nachteile Hämodialyse/Hämofiltration, welche negativen Nebeneffekte auftreten

kurz Immuntox

Aufbau und welche verschiedenen Zellen kommen im Gehirn vor und Angriff der einzelnen Neurotoxine (Hexandion an Mikrotubuli der Axone), Ethanol...

Zum Abschluss: welche verschiedenen Gliazellen kommen im Gehirn vor

 

Die 45 min verliefen in freundlicher aber sehr konzentrierter Atmosphäre, es ging Schlag auf Schlag. Die Prüfer hatten sich wirklich mit den eingereichten Unterlagen befasst und diese als Ausgangsbasis für Ihre vorher festgelegten Fragen-Gebiete verwendet. Der Prüfungsverlauf war ein wenig steuerbar.

Fachgespräch J.S. am 17.03.2005 in Mainz

Prüfer: Göttlicher, Stahlmann, Hofmann, Schwarz, Kramer

Einstieg: Kurze Vorstellung der Prüfer und Vorstellung des Prüflings (die eigene Arbeit und den Background zusammenfassen). Freundliche Atmosphäre.

 

Reproduktionstoxikologie  (Fragen vorwiegend von Stahlmann, aber auch Zusatzfragen der anderen Prüfer)

Allg. Beschreibung der Studien, die im Pharmabereich durchgeführt werden (Segmentstudien, ICH-Stadien)

Warum werden welche Spezies verwendet (Vor- und Nachteile)

Bedeutung der maternalen Toxizität

Warum ist die Segment I-Studie nicht ausreichend, sie deckt doch den gesamten Zeitraum ab?

Warum wird zusätzlich eine Teratogenitätsstudie (Segment II) durchgeführt)?

Man kann den bes. empfindlichen Zeitraum spezifischer betrachten und man kann vor allem mit der Dosis höher gehen, da der Behandlungszeitraum kürzer ist.

Beispiel aus der Praxis: Auf dem Beipackzettel eines Medikaments gibt ein Hersteller an, dass bei der Maus Gaumenspalten auftreten.

Wie würden Sie diesen Befund beurteilen?

Welche Informationen benötigen Sie zusätzlich?

Welche Empfehlungen geben sie dem Arzt/kann das Medikament während der Schwangerschaft eingesetzt werden?

Diskussion über Dosis, Spezies, Risikobewertung, Risiko-Nutzen-Abwägung.

Beurteilung des Einsatzes von In vitro-Methoden:

Beschreibung bzw. Aufzählung der Methoden (EST, Whole Embryo cultures, Organkulturen).

Sie können die In vivo-Studien nicht ersetzen, aber zum Screening/Ranking und zur mechanistischen Analyse sehr hilfreich sein.

Warum verwendet man nicht gerne Mäuse für Teratogenitätsstudien?

Mäuse sind verhältnismäßig klein, daher ist die Beurteilung viel mühsamer.

Vorteil hingegen bei der mechanistischen Analyse: gut etablierte Transgentechnik bei der Maus

 

Dioxin (Stahlmann): Wie ist der Giftanschlag auf Juschtschenko zu beurteilen? Sind die Täter stümperhaft zu Werke gegangen oder waren sie besonders raffiniert?

Diskussion über Dioxinwirkungen (Chlorakne, lange HWZ etc.) und einige politische Faktoren.

 

Toxicogenomics/Proteomics - die „Kür“, da molekulare Toxikologie mein Spezialgebiet ist (Hofmann, anschließende Diskussion auch die anderen Prüfer)

Möglichkeiten, Entwicklungsstand, Limitierungen der Methoden wurden erörtert.

Fachgespräch J.B. am 17.03.2005 in Mainz

Prüfer: Göttlicher, Schwarz, Kramer

Vorbereitung: Marquardt 2004, Stryer Biochemistry, Greim Toxikologie, Reichl Toxikologie, Selkurt Physiology, Allenger Organic Chemistry, Alte Klausurfragen, BfR Website, DGPT-online Stellungnamen, eigene Vorlesung

Spezialgebiete: Fremdstoffmetabolismus, Analytik, Molekulare Zelltoxikologie

Allgemeiner Eindruck: Freundliches, aber resolutes Gespräch, viele Themen besprochen. Fragen wurden aufgebaut und immer mehr vertieft bis zum Themenwechsel.

 

Fragen:

Erzählen Sie über Ihr Forschungsgebiet.

Immuntoxikologie der Leber: kennen Sie ein Beispiel? --> Halothan, Diclofenac

Reaktive Metabolite, wie weist man die nach?

SDS-Page, aber wollten hören: mache eine Reaktion mit einem CYP P450 Substrat und Testsubstanz dazu.

Katalytische Aktivität wird immer mehr gehemmt (kompetitive Inhibition die mit der Zeit immer stärker wird).

Phase 1, 2, 3, 4 in der Medikamententwicklung, was wird da getestet?

Epidemiologische Studien, was ist da der wichtigste Faktor? (Confounder)

Tonnage Prinzip, welche Test-Methoden? Wie werden in der Industrie Chemikalien getestet?

Was machen Sie, wenn Sie näher an Menschen kommen möchten mit ihren Tests? (Epidemiologie, „case control“ Studien). Kennen Sie epidemiologische Studien, in denen das Brustkrebsrisiko abgeschätzt wird (Nonnen, American Nurse Study)?

Fachgespräch W.S. am 17.03.2005 in Mainz

Prüfer: Schwarz, Hofmann, Stahlmann, Göttlicher, Kramer

Fragende Prüfer: Stahlmann, Schwarz, Göttlicher, Hofmann

 

Atmosphäre: durchaus angenehm und freundlich, aber konzentriert. Durch die Vorstellung seines eigenen Forschungsgebietes wird der Einstieg in das Fach-gespräch erleichtert.

 

Immuntox:

Local Lymph Node Assay (LLNA), Aufbau und Endpunkte

Mit welchen Testverfahren kann das Sensibilisierungspotential einer Chemikalie noch geprüft werden? Maximierungstest usw., Aufbau und Endpunkte

Atopie-Patch Test: Aufbau, Endpunkte, Problematik

Deckungsgleichheit von OECD-Guidelines und bestimmten immuntoxikologischen Fragestellungen, insbesondere zur adjuvanten Wirkung von anthropogenen Luftschadstoffen bei der IgE-vermittelten Immunantwort? Es existieren keine Standardtestverfahren, um das adjuvante Potenzial von Chemikalien für die Allergieentstehung zu prüfen. Danach schloss sich eine interessante Diskussion an. Tenor: Handlungsbedarf!

 

Epidemiologie:

Welche Studienarten gibt es und wie sind sie aufgebaut? Was sind Interventionsstudien? Was versteht man unter Confounder, Bias, „Healthy Worker Effectu.a.? Wie rekrutiert man geeignete Studienkollektive?

 

Kanzerogenese:

Was sind ct-Gifte? Schwellenwertproblematik, Benchmark-Konzept versus NOAEL-Konzept: Unterschiede, Vor- und Nachteile. Wie sieht das aktuelle Benchmark-Konzept der EPA aus? (Mir war keine Änderung im Benchmark-Konzept bekannt, den Prüfern allerdings auch nicht!)

 

Fazit:

Die Prüfer haben sich intensiv mit den eingereichten Unterlagen beschäftigt und sind gut vorbereitet. Die Fragen sind z.T. sehr allgemein gehalten, dafür werden in der Regel umso konkretere Antworten erwartet. Beeindruckend war, wie gut die Prüfer aufeinander eingespielt sind und den Prüfling geschickt durch die einzelnen Themengebiete führen. Mitunter wird auch „provokant“ gefragt, um eine Diskussion anzufachen oder ein klares (persönliches) Statement zu Sachfragen vom angehenden Gutachter zu erhalten. Detailwissen wurde zwar nicht verlangt, hilft aber häufig argumentativ in Diskussionen. In der Vorbereitung wird wohl jeder Prüfling das Dilemma eines breiten und gründlichen, aber nicht detaillierten Lernens (gerade in den Gebieten mit umfassenden Kenntnissen) auf’s Neue mit sich ausmachen müssen.

Fachgespräch D.F. im September 2005 in Frankfurt

Prüfer: Göttlicher, Stahlmann, Schwarz, Kramer, Kayser, Greim, Bolt

Reprotox

Es ging gleich zur Sache mit der Frage: „Was wissen Sie über Thalidomid?“ (zunächst durfte erst mal alles erzählt werden, was einem dazu einfiel). Anschließend rankten sich darum alle möglichen Fragen zum Kapitel Reprotox

Phasen der Reproduktion, wann wirken Substanzen und wie? (insbes. frühe Phase, Organogenese, spätere Phasen der Schwangerschaft)

Welche Prüfungen, wie erfasst man die einzelnen Abschnitte

Wann findet die Entwicklung des Gehirns / Nervensystems statt? Wann ist sie abgeschlossen? Welche Substanzen beeinträchtigen Entwicklung von Nervensystem / Gehirn? (EtOH u. Pb wurden kurz gestreift);

Wie prüft man ob Substanzen die Entwicklung des NS beeinflussen?

Durchführung von Prüfungen zur Prä- und Postnatalen Toxizität – welche Parameter werden erfasst, Verhaltenstests;

Was passiert, wenn bei einer Substanz unerwünschter Einfluss auf die Entwicklung der Nachkommen festgestellt wird?

Wo findet man bei Arzneimitteln solche Informationen? (Rote Liste, Fachinfo, Beipackzettel)

Resultierende Frage: Im Beipackzettel steht ja fast immer, dass es nicht in der Schwangerschaft angewendet werden soll – was kann der Laie damit anfangen? Was bedeutet es? (Untersuchungen hinsichtlich Wirkung/Nebenwirkung werden an schwangeren Frauen ebenso wie an Kindern aus ethischen Gründen nicht vorgenommen – es gibt also keine Daten!)

Warum wären solche Untersuchungen aus toxikologischer Sicht notwendig - Diskussion zu Unterschied zw. Erwachsenen und Kindern;

Ökotoxikologie

Über die unterschiedliche Exposition bei Kindern (stecken alles in den Mund, nehmen auch Boden auf) kam man dann zu diesem Thema

Einteilung unterschiedliche Bereiche/Kompartimente – welche gibt es, welche Organismen sind dort zu finden – Trophieebenen;

Welche Prüfungen werden im aquatischen Bereich durchgeführt? Welche Parameter erfasst man (am Beispiel Daphnientoxizität, Fischtoxizität)? – Parameter für akute Toxizität, chronische Toxizität - Reprotoxizität bei Fischen;

Wie verhalten sich Substanzen im Boden?

Kennen Sie eine Substanz, die aufgrund ihres Auftauchens im Grundwasser verboten wurde? (hören wollte man Atrazin)

Welche Konsequenzen bringen solche Entscheidungen? (hören wollte man, dass für hoch wirksame, breit angewendete Mittel Ersatz benötigt wird und dass diese dann meist ähnliche Probleme verursachen)

Fachgespräch R.K. im September 2005 in Frankfurt

Prüfer: nicht genannt

 

Metabolismus:

Phase I, Phase II

Lokalisation der Enzyme (Organe / Zelle)

Cytochrom P 450, Bedeutung verschiedener Familien (z.B. für Arzneistoffe)

Induktion

Polymorphismen Cytochrom P 450

Enzymkinetik (Michaelis-Menten, Vmax...)

Unterschiede Arzneimittel / Umweltkontaminanten im Bezug auf Metabolismus und Polymorphismen

 

Feinstaub:

Bedeutung, mögliche Schädigungen

Epidemiologische Studien und Tierversuche

Messungen und die Problematik des Summenparameters für Feinstaub

 

Epidemiologie:

Arten von epidemiologischen Studien, Vor- und Nachteile

 

Lunge:

was schädigt die Lunge?

Mechanismen

 

Zigarettenrauch:

Tabakspezifische Kanzerogene

Lokalisation von Tumoren tabakspezifischer Kanzerogene

Fachgespräch W.W. am 27.09. 2005 in Frankfurt

Prüfer: Göttlicher, Schwarz, Kayser, Bolt

Angegebene Spezialgebiete: Zelltoxikologie; Toxikokinetik und Organtoxikologie, nette Prüfungsatmosphäre

 

Übertragbarkeit von Tierversuch auf Menschen:

Probleme

Besonderheiten beim Tier

Wann kann man ein Ergebnis aus Tierversuch evtl. vernachlässigen ? (z.B. a2u rat, Umrechnung Volumen Nasen-Rachenraum Nager auf Menschen, höhere Sensitivität Ratte für Modulation der Schilddrüsen ...)

 

Benzol

Metabolismus

Welche Krebsart wird durch Benzol ausgelöst und warum ?

Wie sind mögliche Wirkungsmechanismen der Benzol-Cancerogenese ? ROS (Redox-cycling), Proteinaddukte des Benzolchinons)

Welche Enzyme an Benzol-Cancerogenese beteiligt ? (2E1, Chinon-Reduktase, Myeloperoxidase, GST ...)

Gibt es Polymorphismen bei diesen Enzymen ? ja (z.B. GSTT1, aber auch Polymorphismen bei 2E1; höhere 2E1-Spiegel auch durch chronischen Ethanolabusus)

Bedeutung von Topoisomerasen, Zusammenhang mit Krebsentstehung

In welchen Ländern ist Benzol gerade wieder hochaktuell ? (China)

Vergleichbarkeit Chinese-Kaukasier (Enzymausstattung)

Wo ist Verwendung von Benzol in Deutschland reguliert ?

Benzol-Verordnung: was steht drin, was sind Ausnahmen ? (Tankstellen)

Welche Arten von Leukämien gibt es ? (z.B. chronische myeloische Leukämie)

Was ist da auf molekularer Ebene ? Philadelphia-Chromosom, daueraktive Tyrosinkinase

Therapie: Blockade von intrazellulären Signalwegen (Knochenmarktransplantation)

Auch: Therapie mit Arsen

 

Phthalate

Wirkmechanismus

PPAR-γ, oxidativer Stress

Wie kann man nachweisen, ob bei Cancerogenese von Phthalaten ROS eine Rolle spielen?

Antioxidanzien, Nachweis oxidierte DNA-Base (8-OH-G), Knock-out Maus

 

Grenzwerte

Ableitung ADI-Konzept

Gilt diese Ableitung für den Arbeitsplatz genauso?

(nein, MAK anders definiert: 5-Tage Woche, im Allgemeinen keine negativen Wirkungen... hier liegen Werte höher)

Fachgespräch T.B. am 27.09. 2005 in Frankfurt

Prüfer: Göttlicher, Stahlmann

Schwerpunktgebiet: Immuntoxikologie.

 

Stahlmann:

Sensibilisierung:

Wie weiß man Sie nach?

Beschreibung des Maximisierungs-Tests? Spezies?

Welche Grundsätzlich anderen Test gibt es noch – LLNA – wie wird dieser Test durchgeführt, welche Spezies, Applikationsart, ort?

Unterschiede der beiden Tests, Vorteile, Nachteile, Endpunkte

FACS, was heißt das, wie funktioniert es? Welche Populationen werden im LLNA gemessen

Zwischenfrage Greim: Gibt es in vitro Modelle?

Wie heißen die Antigen präsentierenden Zellen der Haut?

 

Reproduktionstoxikologie:

Welche in vitro Modelle gibt es?

Wie funktioniert WEC Modell, an welchem Tag werden Embryonen entnommen. Warum können Embryonen nicht länger als bis Tag 12/13 in vitro kultiviert werden?

Können diese Tests in Zukunft in vivo Tests ersetzten?

 

Göttlicher:

Stäube:

Was machen Stäube?

Welche Arten von Stäuben gibt es?

Wie kann man die Wirkung überprüfen?

Epidemiologie – sehr kurz

Was fehlt? – gutes mechanistischen in vivo Modell

Welche Targetorgane neben der Lunge gibt es?

Wie können Stäube aufs Herz-Kreislaufsystem wirken?

Welche Tumoren werden auf Asbestexposition zurückgeführt?

Ist Asbest ein großes Problem?

Welche Lungenerkrankungen gibt es?

Fachgespräch K.M. am 27.09. 2005 in Frankfurt

Prüfer: Göttlicher, Stahlmann, Schwarz, Kramer, Bolt, Kayser

 

Schwarz:

Epidemiologie, Studientypen, was ist wohl am teuersten

Anwendungsgebiete (welche Studie für welche Effekte)

Verschiedene Datenquellen für Epidemiologen, Biomonitoring, Kontollgruppen (detailliert), Confounder, Bias

 

Bolt:

Kosmetika

Definition und Beispiele

Haarfarbstoffe

Komponenten und Stoffe beschreiben

Blasenkrebs, epidemiologische Studien und Latenzzeit

Risikomanagement

Allergie, Allergenerkennung und Haptene, anaphylaktischer Schock

 

Schwarz:

PCB, Vorkommen

Verwendung

Anzahl der Vertreter

beide Wirkmechanismen (Ah-Rezeptor und CAR)

toxische Effekte

Yusho-Vorfall

 

Allgemeine Anmerkungen:

Klassische Prüfungssituation (langer Tisch mit Prüfern, am Kopfende der beäugte Prüfling). Dennoch waren die Prüfer freundlich und recht gut gelaunt. Es werden auch Themen gefragt, über die man wahrscheinlich am wenigsten weiß. Schlägt man sich wacker, denkt gut mit und kann flüssig erzählen, ist alles gut. Überblick, gute Laune und Ruhe sind vorteilhaft. Man braucht nicht jedes Detail zu lernen, nur ein paar. Wenn man dann am Ende mal keine Antwort geben kann (ohne dabei große Fehler zu machen), dann kommt man trotzdem gut durch. Je mehr Lücken man offenbart, desto mehr wird Detailwissen quer durch alle Themen gefragt. Am besten lässt man es also gar nicht bis zum Detailwissen kommen!

Fachgespräch W.V. am 27.09. 2005 in Frankfurt

Prüfer: Stahlmann, Greim, Bolt, Schwarz, Göttlicher

 

Fragen hauptsächlich zur Immuntoxikologie. Ich war nicht auf dem Kurs gewesen und habe daher nur Grundlagenwissen angegeben!

LLNA-Assay; Wie, Welche Tiere, Welche Parameter?

Ersatz für welche Tests?

Welche Organe gehören zum Immunsystem?

Welche Stoffe sind immuntoxisch?

Dioxin; Dioxinproblematik allgemein;

Polyurethan, Welche Monomere? Welche Organe betroffen? (Haut, Lunge Leber)

Kosmetika, Sensibilisierung? Welche Stoffe? Metalle? Asthma?

 

Lebertoxizität; Arzneistoffe? Idiosynkratische Wirkungen? Ist Lebertox heute noch ein Problem bei Arzneistoffen? Halothan, idiosynkratisch, immuntoxisch? Welcher Mechanismus? Haptenbildung?

Wie können Sie Hepatotoxizität nachweisen? Enzyme?

Welche Bereiche der Leber? Z.B. Bilirubin, Gallenzellen.

 

Terroranschläge

Welche Gifte wären denkbar?

Organophosphate; Welche Wirkung, welche Symptomatik, welche Rezeptoren, Therapie, Anditot, Oxime, bei Carbamat? Kinetik von PO?

 

Fazit: sehr angenehme Atmosphäre, teilweise unklare Fragestellung, Prüfling wurde aber von allen Prüfern geholfen, wenn er am „Schlauch“ stand!

Vorbereitung: Nur Bücher, Greim und ausgewählte Kapitel aus Marquardt Schäfer!

 

Tipp: Man sollte den Bereich, den man als Grundlagenwissen angibt besonders vorbereiten!

 

 

 

 

Info: 2005 haben einige Prüflinge bestanden        

 

 

Fachgespräch S.H.D. am 13.3.2006 in Frankfurt

Prüfer: Schwarz, Greim, Kayser, Göttlicher (anwesend ohne zu fragen: Bolt, Stahlmann)

 

Vorbereitung: Kursunterlagen, Fragenkatalog, Marquardt-Schäfer, Greim-Deml, BfR-/EFSA-Infos (Tipp: Newsletter als Mail abonnieren), div. Bücher zu Anatomie, Ökotox, Regulatorik

Thema: Nur Kanzerogenese/Mutagenese (war Spezialgebiet) - Dauer: 40 min.

 

(Schwarz) ROS führen zu Protein- und DNA-Modifikationen, warum sind DNA-Modifikationen für Tumorigenese entscheidend? (DNA ist Matrize: Schaden gravierender, Protein kann nachgebildet werden, Zusammenhang Modifikation/Mutation; Eigentlich wollte er hören, wie man historisch darauf kam: Stichwort Erbkrankheiten musste fallen (Beispiel XPA); DNA-Reparatur-defiziente Mäuse)

Auswirkung von kleinen/großen DNA-Modifikationen (Beispiel 8-oxoG, Aflatoxin B1-Addukt) auf Replikation? (kleine: darüber hinweg lesbar, große: Polymerase blockiert)

Welche Art von Mutation entsteht dabei? (beides GC nach TA)

Welche Arten von DNA-Modifikationen entstehen durch Substanzen mit unterschiedlicher Elektrophilie? Wo sind die Reaktionsstellen an der DNA-Base? Beispiel Aflatoxin B1 (Guanin N7), Beispiel kleinere Moleküle, z.B. Nitrosamine (Reaktives Agens Carbeniumion, O6-Methylierung, Reaktion mit N)

Tumorpromotion, Beispiel TPA/Phorbolester: Wirkmechanismus, warum spezifisch für Haut? (Strukturanalogon zu Diacylglycerol; PKC in allen Organen, aber nach Hautauftragung dort metabolisiert (Esterspaltung), erreicht nicht die Leber)

Was passiert bei Promotion? (Klonale Vermehrung der initiierten Zelle; Mutation in Protoonkogenen, Tumorsuppresorgenen; „normale“ Funktion und Beispiele)

Häufung von p53-Mutationen in bestimmten Tumoren (Raucher und Lungenkrebs)

 

(Greim) Was macht p53 genau? (Apoptose; Zellzyklus: Stopp an beiden Kontrollpunkten, DNA-Reparatur-Induktion, Rolle als Transkriptionsfaktor, Einfluss auf Cycline/CDK, Unterscheidung Caretaker/Gatekeeper, p53 macht beides)

p53, transgenes Mausmodell? (Kurzzeit-Kanzerogenese-Test, Prinzip)

Was würden Sie tun wenn alle chron. Kanzerogenitätsstudien negativ, aber p53-Modell mit pos. Ergebnis? (Habe zunächst andere Gründe wie Speziesunterschiede etc. ausgeschlossen, Fazit: hyperprädiktiv)

Wie kann man Promotion nachweisen? (nur in vivo, nicht in vitro möglich)

In vivo-Modelle, Messendpunkte? (Organgewicht, Einbau radioaktiver Metaboliten)

 

(Schwarz) Welche radioaktiven Metaboliten genau? (3H-Thymidin, BrdU,…)

Wie misst man Proliferation der Nasenschleimhaut? (Histopathologie, anderes Beispiel Leber, neoplastische Foci)

 

(Greim) Welche Initiatoren und Promotoren kennt man im täglichen Leben? (Rauchen)

Im Fall von Aflatoxin B1 als Initiator? (Leberkanzerogen, oft Hepatitis-Vireninfektion als Promotor)

 

(Kayser) Test, ob Substanz gentoxisches Potential? (TGD-Teststrategie, Unterscheidung Gen-, Chromosomen-, Genommutationen)

Wie beurteilen Sie es, wenn alle diese Tests negativ sind, aber chron. Kanzerogenese-Studie ist positiv? (nicht-gentoxisches Kanzerogen)

Im Fall eines Herbizids, kann man das trotzdem auf den Markt bringen? (NOAEL ermitteln, Vergleich Exposition mit NOAEL, Risikoabschätzung)

 

(Greim) Schwellenwert, was ist das? Identisch mit NOAEL? (Nein. Nach einiger Diskussion meinte Greim, dass ein Schwellenwert nur ein „Knick in der Dosis-Wirkungskurve“ sei).

 

Fazit:

Nachdem 10 min zu spät zumindest vier der Prüfer da waren (ich war der erste Prüfling) ging es ohne Small Talk direkt zur Sache. Zwei Prüfer sind zwischendurch noch dazugekommen, was den Prozess leider jeweils unterbrochen hat. Die beiden Prüfer, die das Gutachten zu den Unterlagen geschrieben haben, bereiten wohl Fragen vor (bei mir: Schwarz, Kayser?), die anderen fragen quer dazwischen (besonders Greim, auch Göttlicher). Wenn man Stichwörter erwähnt, werden diese z.T. notiert und es wird nachgehakt. Abgesehen davon war keine Steuerung möglich. Leider kann ich nicht bestätigen, dass oberflächliches Wissen aus vielen Gebieten reicht, da bei mir nur ein Thema, das aber z.T. sehr detailliert, gefragt wurde. Zumindest das Schwerpunktthema sollte also gut bekannt sein, vielleicht auch gerade bei Mut./Kanz., da einige Prüfer hier selbst ihren Forschungsschwerpunkt haben. Beim abschließenden Feedback wurde positiv bewertet, dass eine Diskussion zustande kam. Obwohl ich manches nicht und einiges erst nach Hilfestellung wusste, wurde keinerlei negative Kritik geäußert. Mein Tipp wäre also, auch bei kritisch klingenden Fragen offen, mutig und gutgelaunt zu bleiben. hauptsächlich

 

 

Fachgespräch E.F. am 13.3.2006 in Frankfurt

Prüfer: Schwarz, Greim, Bolt, Kayser, Kramer, Göttlicher, Stahlmann

Angegebene umfassende Kenntnisse: Mutagenese und Kanzerogenese;

Angegebene vertiefte Kenntnisse: Toxikokinetik und Metabolismus

 

1. Fragerunde, Kramer:

Was ist das Lieblingsorgan der Toxikologen und warum (Leber)? Aufbau, Physiologie, toxische Effekte

Welche Parameter können zur Diagnose eines Leberschadens herangezogen werden?

Warum ist jeweils das Gesamtbild der Parameter zu bewerten?

Kann Bilirubin im Blut auch erhöht sein, wenn kein Leberschaden vorliegt? Unter welchen Umständen? (Polymorphismus UDPGT 1A1, Hemmung des Gallentransporters)

Wo können noch Transporter inhibiert werden? (z.B. Niere durch Probenecid)

Arrhythmien: wie können WS hinsichtlich einer möglichen Wirkung auf die Herzfrequenz geprüft werden?

Na/K-ATPase, Aufbau von Ionenkanälen, Erregungsleitung,

Ruhe/Aktionspotential, Störung des Transports von für Ionenkanälen relevanten Proteinen (Störung des "turn over")

 

2. Fragerunde, Bolt:

Aromatische Amine, Nitroaromaten, Anwendungen, Metabolismus, metabolische Aktivierung/Deaktivierung

Methämoglobinämie - inter-individuelle Unterschiede in der Ausbildung? Wodurch?

Chronische Situation, Zielorgan der kanzerogenen Wirkung, Latenzzeiten bis zur Tumorentstehung

Lunge: Asbest

Dioxine: Tumoren in welchen Spezies? Wie ist die Situation beim Menschen?

Mensch: was für akute Symptome? (Chlorakne) Wo wurden Fälle beobachtet?

 

Greim: PCB-Belastungen in Klassenzimmern und Biomonitoring exponierter Schüler, starke interindividuelle Schwankungen der Blutspiegel

Bewertung der Situation (Vergleich vorliegender Kongenerenmuster, Metabolismus abhängig vom Chlorierungsgrad)

Warum im Fett die stärker halogenierten Verbindungen?

Mögliche andere Expositionsquellen?

 

Am 13.03 2006 haben alle Prüflinge bestanden.

 

 

Fachgespräch T.W. am 16.10.2006 in Frankfurt

Prüfer: Schwarz, Greim, Bolt, Kayser, Kramer, Göttlicher

 

Fragende Prufer: Schwarz, Greim, Bolt, Gottlicher

Angegebene vertiefte Kenntnisse: Organtox und Immuntox

Themen:

Fremdstoffmetabolismus allgemein, Phase I u.II, Polymorphismus, Superfamilie Cyp´s, langsame und schnelle Acetylierer,

Unterschiede biliare und renale Ausscheidung

Metabolismus von Benz(a)pyrenen

Bildung von DNA-Addukten

Initiation und Promotion

Vorbereitung: Marquardt/Schäfer, Kursunterlagen, Klausurfragen

Kommentar: Insgesamt sehr entspannte und wohlwollende Prufungsatmosphäre, z.T. sehr detaillierte Fragen zu chemischen Reaktionen

 

 

Fachgespräch H.K. am 16.10.2006 in Frankfurt

Prüfer: Schwarz, Greim, Bolt, Kayser, Kramer, Göttlicher, Stahlmann

 

Fragende Prüfer: Schwarz, Greim, Göttlicher, Stahlmann

Vorbereitung: Kursunterlagen, Marquardt & Schäfer, Eisenbrand & Metzler, Reichl, Silbernagel & Despopoulos, Chemielexika, BfR-Stellungnahmen (habe ich letztendlich nicht gebraucht), viele Diskussionen mit Gleichgesinnten und vor allem: Der Prüfungskatalog!!! (Der hilft enorm viel, vielen Dank für die Erstellung und Pflege, verbunden mit dem Appell an alle zukünftigen Fachtoxikologen, ihn stetig zu erweitern.)

Prüfungssituation: Ich war der erste Delinquent (wie Greim sagte) an diesem Morgen, die Prüfung begann mit leichter Verspätung und dauerte etwa 40 Minuten. Die Prüfer haben sich bemüht, eine angenehme Gespächsatmosphäre aufzubauen. Zunächst überwog klar der Prüfungscharakter, die Prüfer wollten offensichtlich zunächst abklären, ob ich was gelernt hatte. Irgendwann ging die Prüfung dann mehr in eine Diskussion (Fachgespräch!) über, die durchaus (auch unter den Prüfern) kontrovers geführt wurde. Ich konnte in der Diskussion eine recht aktive Rolle einnehmen und damit die Diskussion ein klein wenig führen, im ersten Teil, der sich mehr nach Prüfung angefühlt hatte, war das nicht möglich.

Es stimmt, was alle sagen: Die Prüfung beginnt recht oberflächlich und geht nur punktuell ins Detail (wohl um die Tiefe des Wissens zu beurteilen). Man muss nicht jede Frage beantworten können und falsche Antworten werden in der Tat verziehen, solange man einigermaßen mitdiskutiert und sich Muhe gibt.

 

Prüfungsinhalte:

Stahlmann:

Paracetamol:

- Pharmakologische Wirkung (Kopfschmerzen, Fieber)

- Metabolismus Phase I und II (Bildung Chinonimin, Redoxcycling, Konjugationsreaktionen)

- Toxizität (Bindung an Nukleophile, v.a. GSH, Proteine; Lebernekrosen, Leberkoma)

- Therapie (N-Acetylcystein)

Zwischenfragen Greim:

- Symptomatik der Paracetamolvergiftung („keine, die schlafen aufgrund des Leberkomas einfach friedlich ein“)?

- Warum gibt es in UK kaum Vergiftungsfalle („die geben Acetylcystein direkt mit in die Tablette“)?

Stahlmann:

Wie testen Sie auf Reproduktionstoxizität?

- Phasen der Entwicklung

- Wie werden die Phasen durch die einzelnen Studien abgedeckt?

- Studientypen (Segment 1 bis 3, Generationenstudien), wann und wie lange werden die Tiere behandelt? Welche Daten werden erhoben?

- Warum macht man überhaupt eine Teratogenitätsstudie? (Resorptionen, Kannibalismus von Totgeburten oder Fehlgebildeten Nachkommen)

Greim:

- Welche In vitro Methoden gibt es? Was wird dabei gemacht? (Die Prüfer waren mit Embryokultur, Limb-Bud Test und Stammzelltest zufrieden)

- Welche Einschränkungen im Vergleich zum in vivo Versuch? (er wollte v.a. auf fehlenden Metabolismus hinaus)

Schwarz:

In vitro Metabolismus

- welche Möglichkeiten gibt es, welche Reaktionen machen die einzelnen Systeme (Phase I und II)

- welche Limitierungen? (Verträglichkeit mit Zellsystemen – insbesondere Zytotox von S9, unterschiedliche Kulturbedingungen, Übertragung von Inkubaten) EST im Detail

- Durchführung (der validierte EST)

- Differenzierung zu Myokardzellen (Probleme hierbei?

Kardiotoxische Substanzen

Limitierung auf Differenzierung zu Myokardzellen, was ist mit Differenzierung zu anderen Zelltypen? Als Antwort wurde akzeptiert, dass da natürlich Lücken bestünden, aber dass

andererseits die Prädiktivitat dafür spräche, dass Mechanismen der Embryotoxiziäat erfasst werden, die zumindest eine gewisse Allgemeingültigkeit haben.

 

Ab hier wurde es mehr zu einem „Fachgespräch“.

Göttlicher, Greim, Schwarz, Stahlmann, Kayser:

Wie wurden Sie denn den Test verbessern, damit er noch allgemeingültigere Daten liefert? (Zwei Möglichkeiten: Testbatterie mit verschiedenen Differenzierungsendpunkten (wäre aber nur symptomatisch) oder allgemeingültige Marker für die embryonale Entwicklung/Differenzierung im Test anschauen. Letztere konnten z.B. über –omics-Ansatze identifiziert werden)

Wurde es nicht helfen, wenn ich Substanzen mit retinoidartiger etc. Wirkung anhand eines Genexpressionsmusters erkenne? (Ja und nein: Problem heute: Diese Techniken sind zur Zeit nur retrospektiv zur Aufklärung von Mechanismen, etc. einsetzbar, aber noch nicht prospektiv und ich will ja auch das Unbekannte entdecken.)

Mein Argument, dass im Sinne des Replacements eine Methode nur Sinn macht, wenn Sie nicht parallel zu einem Tierversuch eingesetzt wird, der ohnehin gemacht werden muss, um alle in vitro nicht abzudeckenden Mechanismen zu erfassen, führte zu einer interessanten Diskussion um die (behördliche) Anerkennung von Daten aus in vitro Tests (positive und negative Befunde). Eine Interessante Zwischenfrage dabei war, warum eine Behörde trotz eines positiven Befundes aus einem solchen Test (und der Tatsache, dass der Einreicher eine Substanz entsprechend als reproduktionstoxisch kennzeichnen wurde) einen in vivo Versuch fordern konnte (Abschatzung eines NOAEL!)

Welche Management Entscheidung wurden Sie aufgrund eines während des Screenings erhobenen Befundes aus einem solchen Test treffen? (Abhängig von der Zahl der Kandidaten: Selektion oder weitergehende Prüfung, um den Befund abzuklären – ggf. auch in vivo)

Wie gehen Sie mit einem positiven in vitro Befund bei gleichzeitig negativem in vivo Befund um?

 

Fachgespräch V.M. am 12.03.2007 in Mainz

Prüfer: Schwarz, Greim, Bolt, Kayser, Kramer, Göttlicher, Stahlmann

 

Fragende Prüfer: Stahlmann, Kramer, Kayser, Greim

Stahlmann:

·         wie testet man auf hautsensibilisierende Eigenschaften? (Meerschweinchen-Tests, LLNA erklären)

·         Immuntoxikologie, Beispiel TCDD, was ist makroskopisch zu erkennen? (Thymusatrophie)

Kramer:

·         wie kann sich eine immuntoxikologische Wirkung im Langzeit-Tierversuch manifestieren? (fruheres Auftreten von Tumoren)

·         Wie lässt sich ein solcher Effekt diagnostisch demonstrieren? (Beispiel: NK-Zellen-Aktivierung durch Schaf-Erythrozyten)

Kayser:

·         wie leiten Sie einen Arbeitsplatzgrenzwert ab? (Abgrenzung lokale/systemische Effekte, allometrische Skalierung, Assessment-Faktoren, Inter-/Intra-Spezies)

Greim:

Cyanid-Vergiftung, welche Enzyme betroffen und warum? (Cytochrom a3 wegen Cu und Fe im aktiven Zentrum)

Therapie? (Sofortmaßnahme: Permanganat-Lsg. oral, bei erfolgter systemischer Aufnahme Gabe von Met-Hb-Bildnern)

Fazit: bis auf wenige Ausnahmen war die Fragestellung relativ vage. Es wurde z.T. die Nennung bestimmter Stichworte erwartet und man redete teilweise aneinander vorbei. Die Atmosphäre war dennoch freundlich/sachlich. Detailwissen wurde nicht verlangt.

Ich hatte die Möglichkeit, mit einigen Prüfern zu sprechen; es wurde bestätigt, was meine Vorgänger schon festgestellt haben: es wird vermieden, Fragen aus den angegebenen Spezialgebieten zu stellen. Vielmehr werden aus den Unterlagen mutmaßliche Lücken identifiziert und diese dann geprüft. Bei mir war das die Immuntoxikologie.

 

Fachgespräch A.T. am 12.03.2007 in Mainz

Prüfer: Schwarz, Greim, Bolt, Kayser, Kramer, Göttlicher, Stahlmann

 

Fragende Prüfer: Greim, Bolt, Kayser

Unterlagen zur Vorbereitung: Diese Fragensammlung & Casarett & Doul’s, 6th edition & Kursunterlagen

Warum ist die Niere toxikologisch ein interessantes Organ?

Beschreiben Sie allgemein die Funktion der Niere (Details waren nicht nötig)

Als Ausscheidungsorgan starke Exposition

Aufkonzentrierung des Harn besonders im proximalen Tubulus

Resorptionsprozesse aktiv und passiv (ohne Details)

Was kann passieren, wenn Harn aufkonzentriert wird? Substanzen können ausfallen (Beispiel nennen)

Risikobewertung für einen solchen Stoff (Schwellenwert für nicht-gentoxische, mutagene Kanzerogene)

Toxikologie von Teer

Was sind Teer Inhaltsstoffe? z.B. PAKs

Expositionsmöglichkeiten (inhalativ, dermal)

Was passiert a Lungentumoren

Dermal: Beschreibung allg. Initiations-Promotionsexperiment (Initiatoren und Promotoren der Haut nennen)

Was ist Voraussetzung, dass es zur Initiation und Promotion in der Haut kommt? Substanz muss durch tote Schicht der Haut

Beispiel für Substanzen, die extrem gut penetrieren? DMSO oder DMF

Oekotoxikologie, Bsp. Tests, Endpunkte

Selbst gewählt: Fisch: es wird der LC50 bestimmt bei einem akuten Versuch

Was kann man noch für Tests mit Fischen machen (längerfristig)? Z.B. Fish-Full-Lifecyle

Welche Endpunkte werden bestimmt? Was ist der relevante Endpunkt in der Oekotoxikologie mit Fokus

Fisch (Schlupfrate)?

Überleben der Population iG.

Zur Humantoxikologie (Individuum)

Wie bestimmt man die Biokonzentration? log Pow

wenn das nicht reicht? Tierversuch mit dem Fisch

Wie lang dauert der Test (28 Tage)

Welches Thema im Bezug Oekotoxikologie kam vor ca. 15-10 Jahren auf? Endokrine Disruption.

Was ist das?

Welche Parameter können hierfür bei der Oekotoxikologie herangezogen werden

(Vitellogeninbestimmung im männlichen Fisch, Mechanismus dahinter).

Welche Parameter bestimmen Sie in einem stark verschmutzen Gewasser?

PAK (was wird genau analysiert), Schwermetalle, Polycyclische Aromaten

Finden Sie diese Substanzen auch im Wasser?

Wo analysieren Sie PAK im Fisch außer im Fettgewebe? Leber, Bestimmung Ausgangssubstanz und Metaboliten

Was konnte man in der Leber bei einer PAK Exposition noch messen (CYP 1A1 und CYP 1A2). Dies wird auch tatsachlich gemacht als Expositionsparameter ohne die Einzelsubstanzen bestimmen zu müssen.

 

Fachgespräch A.S. am 12.03.2007 in Mainz

Prüfer: Schwarz, Greim, Bolt, Kayser, Kramer, Göttlicher, Stahlmann

 

Fragende Prüfer: nicht genannt von A.S.

Bucher zur Vorbereitung:

- G. Eisenbrand, M. Metzler, Toxikologie (gute Ergänzung)

- Marquardt/Schäfer, Toxikologie (Spezialthemen)

- Greim/Demel, Toxikologie (regulatorisches, Bewertung)

- Dekant/Vamvakas, Toxikologie (gut lesbares Grundlagenbuch)

- aktuelle Themen der BfArM- und BfR-Homepages

- genannte Bucher reichen nicht für Arzneimitteltoxikologie (hier z.B. Karow/Lang, Pharm./Tox.)

- insgesamt sind die Prüfungsprotokolle wesentlich wichtiger als die Teilnahme an den Kursen, auf die Angabe von Hauptfächern (Reproduktionstoxikologie, Regulatorische und Molekulare Toxikologie) wurde keine Rucksicht genommen. Es wird also nichts gefragt, was man aus dem beruflichen Alltag wissen musste.

Themen:

- allgemeines zur Kanzerogenese; Welche Stoffe losen Krebs aus? Kennen Sie ein kanzerogenes Arzneimittel?

- Passivrauchen, aktuelle Diskussion

- Feinstaube, Problematik Partikelgrößen

- Neurotoxikologie, Aufbau ZNS, peripheres NS. Welche Stoffe wirken wo und wie toxisch

- Toxizität von Blei

 

Fachgespräch R.F. am 10.03.2007 in Mainz

Prüfer: Arand, Göttlicher, Platt, Stahlmann

Angegebene Fachgebiete: Organtoxikologie und Immuntoxikologie

Welche immuntoxikologischen Effekte bewirkt Dioxin?

Wie kann man diese erfassen?

Welche Methoden zur Erfassung von Immunsuppression gibt es sonst noch?

Wie entsteht eigentlich Dioxin?

Wie kann man die Dioxinbildung bei technischen Prozessen verhindern?

Welche toxischen Effekte bewirkt Dioxin sonst noch?

Unterschiede der toxischen Effekte von Dioxin bei Mensch und Ratte?

Bei welchen anderen Substanzen haben wir eine kanzerogene Wirkung im Nager, die im Menschen nicht auftritt? (gesucht waren Peroxisomenproliferatoren)

Wie wirken Phtalate ?

Wie konnten Peroxisomenproliferatoren eine kanzerogene Wirkung entfalten?

Wie konnte man nachweisen, dass ROS beteiligt sind?

Kann man durch Versuche an Tieren das Risiko für den Menschen ganz ausschalten?

Hier folgte eine recht angeregte Diskussion über Arzneimittel, bei denen trotz präklinischer Versuche adverse Effekte am Menschen aufgetreten sind: Thalidomid, Lipobay, Vioxx, und TG1412 (TeGenero) wurden angesprochen und jeweils diskutiert, wo die Probleme bei den einzelnen Fallen gelegen hatten.

 

Vorbereitet hatte ich mich mit dieser Fragensammlung (großes Dankeschön an alle, die dazu beigetragen haben!), Casarett & Doull’s, Hayes, Forth/Henschler

 

Fazit:

Wie in dieser Fragensammlung mehrmals berichtet, war die Prüfungsatmosphäre recht freundlich und positiv. Wenn die Prüfer doch mal eine Wissenslucke fanden, so halfen sie mir recht gut auf die Sprunge, offensichtlich wurde nicht erwartet, dass man alle Details weiß, sondern es genügte im Einzelfall auch mal, sie sich zu erschließen oder eine gut begründete Hypothese abzugeben.

 

Fachgespräch T.S. am 05.11.2008 in Berlin

Prüfer: Göttlicher, Kayser, Stahlmann, Arand, Kramer, N.N.

 

Schwerpunkt: regulatorische Toxikologie, Metabolismus

Was versteht man unter Epidemiologie? Habe ich anhand eines historischen Beispiels erklärt; Historisches scheint gut anzukommen.

Welche Studientypen gibt es, Vor- und Nachteile?

Kohortenstudie (auch retrospektiv): hohe Aussagekraft durch Expositionsdaten und großes Kollektiv, dadurch aber auch Zeit- und Kostenaufwandig. Fall-Kontroll-Studie: weniger Zeit- und Kosten aufwändig, aber schwierige Expositionsabschatzung, Reporter-Bias, passende Kontrollgruppe finden.

Was sind Confounder, kennen Sie welche, wie bekommt man die in den Griff? Wie ist die ideale Kontrollgruppe beschaffen? Confounder haben Einfluss auf das Studienergebnis. Beispiel: Lebensalter; Rauchen, Genussmittel; Kontrollgruppe passend wahlen, Schichtung. Ideale Kontrollgruppe unterscheidet sich nur in dem untersuchten Parameter von der Studienpopulation. Man wollte auch den "Healthy- Worker-Effekt" hören und fragte, was das sei.

Bei den Luftmessungen erfasst man nur das, was in der Atemluft ist, aber nicht das, was tatsachlich im Menschen ankommt. Was kann man da tun? Biomonitoring, habe ich anhand von Anilin erläutert.

Warum war der Anilinerkrebs überhaupt aufgefallen, was ist eine generelle Schwache der Epidemiologie?

Anilinerkrebs fiel auf, weil die natürliche Inzidenz von Blasenkrebs sehr gering ist. Selbst da braucht es aber einer Erhöhung des Relativen Risikos um 10 % oder mehr, damit etwas statistisch signifikant ist.

Nach welchem Mechanismus erzeugt 2-Naphthylamin Krebs? Thema CYP 450 1A2 NAT-Polymorphismmus.

Was ist das Problem bei epidemiologischen Krebsstudien?

Lange Latenzzeit; wenn Tumore auftreten, hat man historische Arbeitsplatzmesswerte?

Feinstaub: Es werden und wurden Umweltzonen eingerichtet in den Städten; was ist der Hintergrund? Zunächst wurde durch epidemiologische Untersuchungen nur ein statistischer Zusammenhang zwischen Feinstaub und Herz-Kreislauferkrankungen festgestellt. Dann stellt sich die Frage nach dem biologischen Zusammenhang. Auf der Frühjahrstagung 2008 wurden Studienergebnisse auf einem Poster dargestellt, nach denen der in das Gefäßsystem migrierte Feinstaub die Katecholamin-Freisetzung und Beseitigung beeinflusste, was letztlich zu erhöhter Herzfrequenz und erhöhtem Blutdruck führte, was ein bekannter Risikofaktor für Herz-Kreislauferkrankungen ist.

 

 

Neue Fragen? Dann maile sie sofort an herbsjo1@gmx.de
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Last Update: 28. Juli 2010