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Fachgespräch Fachtoxikologe DGPT 2009-2013:

 

Fachgespräch H.E. am 09.03.2009 in Mainz

Prüfer: Göttlicher, Stahlmann, Kramer, Schwarz

 

Vorbereitung: Marquardt, Greim-Deml, Greim and Snyder 2008, Casarett and Doull’s, Kursunterlagen, Fragenkatalog (unersetzlich), Wikipedia für manche Themen.

Stahlmann:

Stichwort Thalidomid:

Was macht das phenotypisch? Teratogen, Fehlen der Gliedmasen, z.T. vollständig

Weitere Teratogene? z.B. Retinsaure, Valproinsaure, Pharmakologie? Retinsaure - Akne, Valproinsaure –Antikonvulsiva,

Retinsaure – Phenotyp, Ausgangsverbindung?: Vitamin A, auch teratogen ?(ja, in hohen Dosen).

Valproinsaure: habe HDAC inhibition genannt, wusste genauen Teratogen-Phenotyp nicht, war aber nicht so schlimm.

Teratogene – welche Tox Studie? Segment II Studie, Phasenspezifität nennen, Ablauf beschreiben.

Welche weiteren Segmentstudien? I + III, beschreiben, wichtig: Nur Muttertier wird behandelt, nicht F1.

Toxizität einer Substanz direkt auf F1 kann also nicht beobachtet werden.

Häufigkeit spontaner Missbildungen? Relativ hoch, mehrere Prozent, d.h. Thalidomid Missbildungen konnten nur entdeckt werden, weil sie so spezifisch waren.

Was passiert wenn bei einer Arzneimittelentwicklung Teratogenitat auftaucht? Erscheint erst mal im Beipackzettel für den Patienten – Verboten für Schwangere, der Roten Liste und in der Fachinfo für den Arzt (alle nennen). Patient kann nicht erkennen, warum Schwangere ein Medikament nicht einnehmen konnen – teratogen oder einfach nicht vorhandene Daten, da Studien mit Schwangeren aus ethischen Gründen nicht gemacht werden. Arzt sollte aufklaren.

Wo unterscheiden sich z. B. Tiere und Menschen? Kinetik, Parameter nennen (AUC, Cmax, t1/2), Metaboliten.

Göttlicher:

Weiter mit Valproinsaure und der Eigenschaft HDAC Inhibition. Valproinsaure ist ja eigentlich ein Antikonvulsiva,. wie geht man weiter vor? Folgendes wollte gehört werden:

HDAC Inhibition konnte eine unerwünschte Nebenwirkung sein

Untersuchungen:

Sind andere Antikonvulsiva auch HDAC Inhibitoren?

Sind andere HDAC Inhibitoren auch antikonvulsiv?

Screening weiterer Valproinsäure Abkömmlinge, Versuch der Trennung antikonvulsive Eigenschaften und HDAC Inhibition.

Nach Aussagen von Göttlicher wurde das schon erfolgreich durchgeführt: Valproinamid.

Im folgenden: Fachdiskussion zu Toxicogenomics, meinem Spezialgebiet

 

Fachgespräch H.J.M. am 09.03.2009 in Mainz

Prüfer: Göttlicher, Kayser, Stahlmann, Schwarz

 

Schwerpunkte: Mutagenese, Kanzerogenese, Metabolismus; einige Jahre Berufserfahrung in der Industrie.

Diskussion:

Phototox: welche Testsysteme, Beurteilung von in vitro Tests im Allgemeinen und von Organkulturen im Speziellen, Teststrategie.

Kosmetika: welches Problem besteht momentan (Ersatz von Tierversuchen), Beurteilung von in vitro Tests, wo sind die Probleme (Immunreaktionen in Organkultur, systemische Tox), wie ist die Situation insgesamt zu beurteilen (kompletter Verzicht auf in vivo Versuche wissenschaftlich nicht vertretbar).

Reprotox: welche in vitro-Systeme sind verfugbar, Beurteilung (komplexe Endpunkte, Vorhersage von in vivo-Effekten schwieriger als z.B. bei Genotox)

Wie wird Tumorpromotion in Tierversuchen in der Praxis der Pharma-Entwicklung beurteilt (nicht sehr problematisch wegen Kenntnis nager-spezifischer Mechanismen, Anwendung von TIs machbar bei hinreichendem Nachweis von nicht-genotoxischen Mechanismen, mögliche Maskierung anderer Effekte und nicht besonders starker mechanistischer Hypothese von z.B. Peroxisomenproliferation fur Hepatokanzerogenese in Nagern problematisch).

Einsatz von Genomics fur mechanistische Fragestellungen.

TeGenero case: was war das Problem, was sind die lessons learned und Konsequenzen in der Praxis?

Insgesamt sehr freundliche Atmosphäre, Prüfer waren interessiert an anwendungsbezogener Problemdiskussion, mehr Fachgespräch als Prüfung.

 

Vorbereitung: Marquardt/Schafer (2004), Greim/Snyder (2008), Gad (Drug Development Handbook, Toxicology, 2008, sehr gut fur z.B. Reprotox), Teile aus Kreienbrock/Schach (Epidemiologische Methoden, 2004), Wikipedia und andere online-Quellen (z.B. MAK), Papers für spezielle Fragestellungen (z.B. Metabolismus), Guidelines. Kursunterlagen nur bedingt brauchbar.

 

Fachgespräch A.R. am 09.03.2009 in Mainz

Prüfer: Göttlicher, Kayser, Stahlmann, Schwarz

 

"Klassische Arzneimitteltoxizitat":

Gentamycin: Wirkmechanismus der Nephrotoxizitat, Was ist entscheidend: Dauer oder Dosis der Behandlung?

Paracetamol, Halothan: Mechanismus; Inzidenz.

Risk managment: Wechsel auf Alternativ-Anasthetikum falls Patient Leberprobleme hat, ansonsten wird Risiko in Kauf genommen.

Thalidomid: Mechanismus, Inzidenz; wie erkannt; Ablauf Segment 2 Studie.

Kurze Diskussion um Problematik der aktuellen Wiedereinführung von Thalidomid im Kontext der Erfahrungen mit Retinsaure-Praparaten in den USA

Falls Thalidomid eine Chemikalie gewesen wäre: wäre Effekt erkannt worden; Hatte ein Nichterkennen Relevanz (-> Exposition sehr gering)

Problematik Epidemiologie - Erkennung von Krankheiten mit niedriger Inzidenz;

Welche Arten epidemiologischer Studien gibt es?

Seltene Tumorerkankungen beim Menschen und auslösendes Agens (Mesetheliom, Hamangiosarkom ..); Diskussion um Expositionsfeststellung bei Fall-Kontroll Studien

Heterozyklische Amine: "Beobachtungsstudien" bei Japanern, die nach USA emigriert sind:

Wechsel des Tumorspektrums von Magen auf Kolonkarzinom; kurz Nitrosaminbildung

Einfluss von Polymorphismen auf heterozyklische Amin-induziertes Colonkarzinom

 

Vorbereitung: Marquardt/Schafer, Greim/Snyder, Casarett & Doull's Toxicology, BfR und MAK Infos.

 

Fachgespräch A.K. am 13.03.2009 in Mainz

Prüfer: Göttlicher, Schwarz, Stahlmann, Kramer

 

1. Fragerunde: Kramer

Sie müssen einen pharmazeutischen Wirkstoff toxikologisch bewerten. Wie gehen sie vor?

- ICH (Japan, Europa, USA)

- Einzeldosis, 14 d Beobachtung, Endpunkte (Viabilitat bzw. Mortalitat)

- paralleler Ansatz oder sukzessiver Ansatz

- acute toxic class Methode im Prinzip erklären (ohne viele Details, Vorstudie mit einem Tier,

Dosis an 3 Tiere dann Entscheidung über weiteres Vorgehen)

Was kommt als nächstes?

- subakute Toxizität, d. h. 28 d Verabreichung der Substanz

- parallele Dosisgruppen

- Endpunkte (Mortalität, Histopathologie etc.)

- MTD als höchste Dosis

Warum müssen sie die Dosis so hoch wählen, dass sie toxische Effekte beobachten können?

- hier wusste ich erst nicht worauf der Prüfer hinaus wollte, aber ich wurde dann auf die erwartete Antwort hingeführt

- toxische Effekte: Beobachtung von Zielorganen, Abschatzung von Wirkmechanismen, Wissen im richtigen Dosisbereich zu sein

- NOAEL

- dann wollte Hr. Kramer noch den Begriff LD50 hören – dies hat dann auch noch etwas gedauert bis ich darauf gekommen bin

Wie stellen sie im Vorfeld der subakuten Studie sicher, dass sie eine relevante Spezies verwenden (wir lösen uns mal ein wenig von der Guideline)

- auch hier war es mir nicht sofort klar, was der Sinn der Frage war bzw. was er hören wollte – es war aber wiederum kein Problem, da er in dem Gespräch entsprechende Hinweise gab, worauf er hinaus wollte

- Informationen einholen aus Literatur, Pharmakologen, Veterinarmediziner, SAR-Analysen

- in vitro Versuche mit primaren humanen Hepatozyten zur Abklärung der Wirkmechanismen

2. Fragerunde: Schwarz

Jedes Jahr zu Fasching kommen Anfragen über Nitrosamine in Luftballons. In diesem Jahr wurden auch Grenzwertüberschreitungen im Gehalt von Nitrosaminen in Ballons festgestellt. Statt erlaubter 10 μg/kg wurden 15 μg/kg festgestellt. Wie bewerten Sie diese Situation?

- Nitrosamine sind potentiell kanzerogen, d. h. es gibt keinen Schwellenwert und jedes Exposition kann prinzipiell zu einer Initiation fuhren. Allerdings schatzte ich die zusätzliche Belastung durch die Luftballons als ziemlich gering ein (keine Rechnung oder so etwas)

- Es kommt auch darauf an wer (Kinder, Erwachsene) wie viele (ein paar Ballons für eine Party oder ein „professioneller Luftballonaufblaser“) Luftballons aufblast.

Warum sind Kinder denn starker gefährdet?

- stärkeres Wachstum, stärkere Zellproliferation also Promotion

Wo kommen sie sonst noch vor?

- in Lebensmitteln, z. B. in Grillwurst

- Nitrosierung im Magen

Welche Menge wird durchschnittlich mit der Nahrung aufgenommen?

- ich hatte keine Ahnung, was aber nicht weiter schlimm war. Es war eine im Vergleich zu der Belastung mit den Luftballons deutlich höhere Menge (den exakten Wert habe ich wieder vergessen)

- Dieser Vergleich zeigte noch mal, dass die Belastung durch die Luftballons vergleichsweise gering ist und somit kein nennenswerten Beitrag zum Lebenszeitrisiko darstellt

Welche toxikologische Wirkung geht denn von Nitrosaminen aus?

- 1. Metabolisierungsweg: CYP2E1, Hydroxylamin, MetHb-Bildung im Blut, Nitreniumion in der Blase durch niedrigen pH, Kanzerogen

- 2. Metabolisierungsweg: NAT2, Acetylierung, kein Nitreniumion, kein Kanzerogen

- Polymorphismus im NAT2 Gen hat Einfluss auf das Risiko an Blasenkrebs zu erkranken

Was macht denn das Nitreniumion?

- Alkylierung von DNA (ich wusste die exakte Alkylierungsstelle nicht, habe auf N7 oder N3-Guanin getippt, war aber falsch; C8-Guanin ist richtig)

Welche Auswirkung hat die Alkylierung der DNA?

- abhängig von Position der Alkylierung (codierend, nicht-codierend, regulierende Bereiche, Junk-DNA)

- Transkription wird ggf. gehemmt

- DNA-Schaden fuhrt ggf. nach Fixierung des Schadens zu einer Mutation bzw. zu einer Initiation

In welchen Typen von Genen sind Mutationen denn gefährlich?

- Tumorsuppressor-Gene bei Funktionsverlust

- proto-Onkogen bei Funktionszugewinn

Ich habe versucht, den Verlauf des „Fachgesprächs“ als eine Art Gesprächsprotokoll wiederzugeben. Die Atmosphäre während der Prüfung war wie hier schon mehrfach geschrieben wurde durchaus angenehm (soweit dies überhaupt möglich ist). Es gab immer wieder positives Feedback bei richtigen Antworten, so dass ich mich dann auf dem richtigen Weg bestätigt fühlte. Wenn ich nicht genau wusste worauf die Prüfer hinauswollten wurde ich dorthin geführt. Auch bei kleineren Fehlern oder „Wissenslücken“ hatte ich nicht den Eindruck, dass dies allzu negativ bewertet wurde. Insgesamt habe ich die Situation als ein stark einseitig gesteuertes Gespräch empfunden, bei dem vielmehr Verständnis und übergreifendes Wissen nachgewiesen werden sollte als Detailkenntnisse.

Bei meiner Vorbereitung habe ich mich an dieser Fragesammlung orientiert und die gelisteten Fragen bzw. Themengebiete in der einschlägigen Literatur (Marquardt/Schäfer, Greim/Deml etc.) nachgelesen. Im Nachhinein habe ich viel zu sehr in die „Tiefe“ gelernt, aber man lernt ja nicht für die Prüfung sondern fürs Leben ;-)

 

 

Fachgespräch E.T. im März 2010 in Mainz

Prüfer: Göttlicher, Schwarz, Arand, Stahlmann, Kramer

 

Prüfer fragend: Schwarz, Stahlmann

Schwerpunkt: Fremdstoffmetabolismus (war mein Spezialgebiet)

 

Eingangsfrage Prof Schwarz: Was können Sie denn zum Phase I Metabolismus sagen, was sind denn da für Enzyme beteiligt? Habe mir dann die CYPs ausgesucht, habe aufgelistet welche v.a. am Metabolismus beteiligt sind (3A4, 2D6, 2C19, 2C9), Möglichkeiten der Interaktion (Inhibition, Induktion) – da fragte man kurz jeweils nach einem Beispiel (Ketoconazol, Rifampicin, etc. – bei Ketoconazol wusste Schwarz nicht, dass es auch therapeutisch eingesetzt wird, ließ sich dann aber überzeugen)

 

Zwischenfrage (weiß leider nicht mehr von wem) die Besonderheit an CYP 2D6? Polymorphismus in 10 % der Kaukasischen Bevölkerung „poor metaboliser“, welche Arzneistoffe betroffen (Dextromethorphan, Codein, Antiarrythmika, Antidepressiva etc.) Zwischenfrage Prof. Arand – zu was wird Codein denn metabolisiert? Morphin – für die „poor metaboliser“ also keine schmerzstillende Wirkung nur antitussive Wirkung durch Codein

 

Danach meinte Prof. Schwarz er hätte keine Fragen mehr...weiter ging es mit Prof. Stahlmann...Thema: Gentamycin – was mir dazu einfallen würde? Thema Nephrotoxizität und  Ototoxizität, was ist entscheiden Dosis oder Dauer? (beides), wie hat man die Dosierung umgestellt (einmal tägliche Gabe, früher 3x tgl.), darf Gentamycin in der Schwangerschaft eingesetzt werden? Nein, ganze Gruppe der Aminoglykoside nicht, da auch transplacentare Ototox auftritt, kurz Thalidomid angesprochen, welche Schädigung, heutige Verwendung? (v.a. in Brasilien zur Behandlung von Lepra, auch wieder Missbildungen, da Piktogramme falsch interpretiert) In Deutschland erhältlich? (ja, in der Krebstherapie - spezielle Rezepte) Kommentar – ich würde ja so schnell sprechen und hätte schon so viel Richtiges gesagt, er hätte keine weiteren Fragen...

 

Letzte Fragerunde: Prof Göttlicher, eines meiner Schwerpunkt Themen sei ja auch die klinische Toxikologie – irgendwie kam er dann auf Bisphenol A – risk assessment: Gefährdung für den Menschen ja/nein, (nein, da Belastung unter ADI), östrogene Aktivität: Bisphenol A vs. Bisphenol A-Glucuronid, Metabolismus Ratte vs. Mensch, Exposition Säuglinge – Babyflaschen) Globale Frage: könnte man die Effekte im Menschen überhaupt beobachten? – habe dann mit den seltenen Effekten/Krankheiten vs. der durchschnittlichen Erkrankungsinzidenz der Bevölkerung etc. argumentiert (also Epidemiologie light) – mehr wurde auch nicht erwartet...danach hatte ich bestanden.

 

Fazit: es war eine sehr nette Prüfungsatmosphäre, ich war die erste „Delinquentin“ (Göttlicher) an dem Tag. Wie viele vor mir schon beschrieben haben, wurde immer freundlich genickt, wenn man auf der richtigen Fährte war. Mir wurden generell nur sehr allgemeine Stichworte gegeben und ich durfte erzählen, die Themen waren für mich auch absolute „Volltreffer“, da ich im Bereich Fremdstoffmetabolismus meine Doktorarbeit geschrieben habe...

 

 

Fachgespräch C.M. im März 2010 in Mainz

Prüfer: Göttlicher, Schwarz, Arand, Stahlmann, Kramer

 

Prüfer fragend: Schwarz, Göttlicher, Arand

Einstieg: Zeitungsartikel über Nitrosamine in Luftballons/würden; wie würden Sie bei der Bewertung vorgehen (Nitrosamine, genotoxisch, kanzerogen, kein Schwellenwert, ALARA, aber Belastung insgesamt gering gegenüber Beitrag aus Ernährung, Rauchen; gesellschaftliche Akzeptanzgrenze eines Risikos; Aufgabe des Toxikologen das Risiko zu kommunizieren);

Mechanismus Nitrosamine (grob erklärt: Hydroxilierung durch 2E1, Abspaltung Aldehyd, Zerfall in N2, H2O und Carbeniumion) welche Addukte: O6, N7-dG (welches mutagener: O6); Vorkommen: Nahrung, Rauchen (aktiv + passiv, Kautabak, tabakspezifische Nitrosamine, Bsp NNN und NNK nur genannt)

Nitrosamide: direkter Zerfall ohne Metabolismus; wahrscheinlich eher "lokal" wirkend, da höhere Reaktivität; da Nitrosamine durch 2E1 aktiviert werden, könnten sie "systemischer" wirken. Welche Reparaturenzyme: NER, BER (kurz erwähnt); welches spezielle Enzym für O6-Alkyl-dG: MGMT, Besonderheit: Selbstmordreparatur (Hinweis auf Roche Case, aber sind nicht darauf angesprungen).

Welche weiteren Kanzerogene gibt es: historische Schiene:

-         Skrotalkrebs bei Schornsteinfegern; welche Stoffe, Mechanismus kurz erklären (PAK, Epoxid, Dihydrodiol, Epoxid, à DNA; Bay-Region, Fjord-Region); warum Krebs an Skrotum, dermale Exposition doch wahrscheinlich am gesamten Körper (kurze Diskussion über Möglichkeiten, z.B. größere Oberfläche, stärkere Proliferation aufgrund Infektionen; Frage ungeklärt)

-         Blasenkrebs bei "Anilinarbeitern", welche Stoffe, Mechanismus kurz erklären (Arom Amine, N-Hydrox, N-Acet, in Blase pH sauer und Zerfall zu Nitrenium), NAT2-Polymorphismus und unterschiedliche Krebsarten erklären (langsamer/schneller Acetylierer; schneller Acetylierer mehr Colonkrebs); welche Population hat keinen niedrigen pH (und wahrscheinlich weniger Blasenkrebs): Vegetarier, da weniger proteinreiche Ernährung;

Epidemiologie: Kohortenstudie, Fall-Kontrollstudie erklären; historische/retrospektive Kohortenstudie; Vorteile/Nachteile Kohortenstudie, wann eingesetzt (häufig Arbeitsmedizin); Was Interventionsstudie, ein Bsp bekannt? (habe als Lemi ATBC-Studie genannt, Gabe von Vit A als Antioxidans/zur Protektion, Abbruch der Studie, da Raucher mit Vit A erhöhtes Krebsrisiko hatten); wie kann man retrospektiv Exposition abschätzen (bei persistenten, akkumulierenden Stoffen: Biomonitoring, aber Quelle der Belastung ungenau; Analytik von Boden auch

ungenau; es wurde der "typische" Arbeitsplatz vorgeschlagen);

Klin Studie: Unterschied zwischen Studien für Bluthochdruckmittel und Onkologiemittel (gentoxisch, auf Grund Ethik keine gesunden Probanden; sondern freiwillige Patienten, bei denen anderen Therapien versagt)

 

 

Fachgespräch C.S. im März 2010 in Mainz

Prüfer: Göttlicher, Schwarz, Kayser, Arand, Kramer

 

angegebene Fachgebiete: Regulatorik, Versuchsplanung/Biometrie, molekulare Zelltox, allgemeine Tox /Organtox)

 

Einleitend gab es ein Blatt mit 5 verschiedenen Strukturformeln, die jeweils eine Gruppe toxikologisch relevanter Stoffe representieren:

 

Zu allen Strukturen Frage zur Substanz im speziellen (Aufnahme, Bioverfügbarkeit, Aktivierung durch/Induktion welche CYPs über welchen Mechanismus, Entgiftung/Ausscheidung, Toxikologie/Symptomatik/Behandlung bei Vergiftung, molekularer Wirkmechanismus, falls DNA-Schädigung wie/wo), dann Aufweitung auf die jeweilige Substanzgruppe (generelle Toxikologie/ausgewählte Vertreter, deutlich weniger ausführlich als bei den ersten Substanzen).

 

Im zweiten Teil Fragen zur Durchführung und Bedeutung der akuten Toxizitätsstudien (Symptome bei Ueberdosierung/Vergiftung, potenzielle Wirkmechanismen wie Immunotox, Neurotox etc. die man in den repeated dose Studien näher analysieren sollte, Arbeitsschutz/Klassifizierung).

 

Schliesslich Inhalationstox, Toxikologie von Fasern/schlechtlöslichen Partikeln in Hinblick auf generelle Tox und Kanzerogenese, Unterschiede Ratte/Mensch, seltene Tumortypen  und Epidemiologie.

 

 

Fachgespräch S.S. 1) im Oktober 2010 in Frankfurt

Prüfer: Göttlicher, Schwarz, Kayser, Arand; Beisitzer: Kramer

 

Angegebene Schwerpunktgebiete: Molekulare/Zelltox, Kanzerogenese, Regulatorische Tox

 

Kanzerogenese/Metabolismus/Zelltox (konnte man thematisch nicht so genau trennen, da es fließend ineinander überging):

 

Reprotox:

 

Vorbereitung: Ich habe mich vor allem mit dem Marquardt/Schäfer, dem Fragenkatalog und den Internetseiten von BfR, BfARM und Wikipedia für manche Stichworte (z.B. Giftschlamm-Unfall in Ungarn) vorbereitet. Die Kursunterlagen waren zum Teil ja schon mehrere Jahre alt und fast nicht mehr zu gebrauchen. Ich habe mir von jedem einzelnen Fachgebiet noch mal die Fragen und manche Vorlesungen angeschaut und mir eine Zusammenfassung der wichtigsten Themen geschrieben. Der Fragenkatalog ist wirklich unersetzlich zur Vorbereitung. Aus dem Fragenkatalog habe ich tatsächlich die am häufigsten gestellten Fragen intensiv ausgearbeitet. Das hat sich bewährt, da auch meine Prüfung keine grundlegend neuen Fragen beinhaltete. Alle vier Prüfer haben mich befragt und gegen Ende der Prüfung war es dann eher ein Fachgespräch. Es war trotz aller Prüfungsangst eine freundliche Atmosphäre und es wurde durchaus auch positiv bewertet, wenn man nicht sofort drauflos geredet hat, sondern zuerst nachgedacht und dann geantwortet hat.

 

Fachgespräch S.S.1) im Oktober 2010 in Frankfurt

Prüfer: Göttlicher, Schwarz, Arand, Kramer

 

1)      Unfall mit Rotschlamm in Ungarn/Kolontar im Oktober 2010:

Was ist dort passiert, was war das Problem, was würden Sie machen?

Konkreter: Schwermetalle – Was macht Arsen? Worauf beruht die kanzerogene Wirkung von Arsen/Mechanismus?

Trinkwassergrenzwert von Arsen, generell wo findet man solche Werte?

2)      Formaldehyd: Es gibt eine Korrelation in einer epidemiologischen Studie zwischen Formaldehydexposition und Leukämie. Wie bewerten Sie das, kann das sein, was macht Formaldehyd, worauf muss man bei der Bewertung epidemiologischer Studien achten?

3)      „Anilinkrebs“: Ein weiteres Beispiel für eine scheinbare Korrelation zwischen Exposition (in diese Fall Anilin, die Gruppe der aromatischen Amine musste anhand der Strukturformel erkannt werden) und Krebsentstehung (Blasenkrebs). Was ist die wirkliche Ursache?

4)      Übertragung von MAK-Werten auf Expositionsszenarien der Gesamtbevölkerung (z.B. bei Unfällen):

Kann man den MAK-Wert zur Risikobewertung heranziehen, was spricht dafür, was dagegen, wie ist ein MAK-Wert definiert, wie unterscheidet sich die Gesamtbevölkerung von Arbeitern?

5)      POPs:  Was sind POPs, ein Beispiel, was macht heute noch Probleme?

Bemerkung: Die Prüfung fand in einer freundlichen Atmosphäre statt. Die Prüfer haben sich offensichtlich bemüht, die Themengebiete, mit denen man sich auskennen könnte (Spezialgebiete, Berufserfahrung), weitgehend zu umschiffen. Es war insgesamt mehr ein Gespräch als eine Fragestunde, deshalb ist der Ablauf hier relativ schwer wieder zu geben. Das Schwierigste für mich war, zu verstehen worauf die Prüfer hinaus wollten.

Zum Lernen sehr gut geeignet sind die Bücher von HW Vohr, Toxikologie in 2 Bänden, zum Vertiefen habe ich den Marquardt/Schäfer genommen.

 

 

Fachgespräch N.N. im März 2010 in Mainz

Prüfer: Göttlicher, Schwarz, Arand, Kramer, Stahlmann, Hengstler

 

Literatur: Fragenkatalog, Marquardt-Schäfer, Greim, Dekant-Vamvakas, Internet, auch Fachgebiete der Prüfer

Fragen allgemein: unabhängig vom Fachgebiet, z.T. sehr allgemein, stichpunktartig extrem genau

 

Es soll eine neue Substanz im Reagenzglas toxikologisch bewertet werden. Wie gehen Sie vor?

 

 

Fachgespräch P.M.S. im März 2011 in Frankfurt

Prüfer: Göttlicher, Hengstler, Arand, Kramer

 

Spezialgebiete: Kanzerogenese, Metabolismus und Molekulare Tox

Geprüfte Gebiete: Reprotox, Molekulare Tox und Mix aktueller Themen

Atmosphäre: Konzentriert aber freundlich. Das Fachgespräch ist zumindest für die ersten 20-30min eine Prüfung, in der zunächst allgemeine und dann immer detailliertere Fragen gestellt werden.

Vorbereitung: Marquard/Schäfer, Greim/Snyder, OECD Guidelines, 1272/2008 Guidance Doc., diverse Taschenatlanten (Biochemie, Toxikologie und Pharmakologie), Epidemiologische Methoden (Kapitel 3) und Molekulare Kanzerogenese (Kapitel 2, 3, 7, 8). Im Nachhinein würde ich empfehlen, sich auf den Greim/Snyder zu konzentrieren. Im Marquard/Schäfer sind viele Kapitel hilfreich, manche aber didaktisch ungenügend und inhaltlich nicht mehr aktuell oder auch ganz falsch.

 

Die Fragen im Einzelnen:

Reprotox: Welche Studien gibt es im Bereich Reprotox? Unterschiede der Datenanforderungen bei Chemikalien/Medikamenten? Wie ist der Einsatz von in vitro Methoden zu bewerten?

Spermatogenese als Endpunkt: Welche Messungen, welche Zellen mit welchen Funktionen beteiligt, wie hormonell reguliert?

Molekulare Tox: Ras Zyklus detailliert beschreiben.

Fachgespräch: Hier ging es um das AKW Unglück in Fukushima, Effekte von Plutonium u.a. radioaktiven Elementen; bei der Frage nach akuten Effekten von Plutonium wollte Herr Göttlicher eigentlich hören, dass ein Stoff immer über mehrere Rezeptoren wirkt. Als andere Beispiele dazu wurde dann noch über TCDD gesprochen (AhR KO Mäuse zeigen auch Wasting Syndrom, evtl. wg. Wirkungen an der PEPCK). Weitere Diskussionspunkt: BPA und Low Dose Effekte.

Die Prüfer waren häufig mit Lehrbuchwissen zufrieden und wollten u.a. auch sehen, ob man kompetent mitdiskutieren konnte. Detailfragen kamen nur, wenn man sich im allgemeinen Teil gut geschlagen hatte.

 

Fazit: Man muss keine Angst vor dieser Prüfung haben, sollte sich aber gut vorbereiten.

 

 

Fachgespräch M.K. im März 2011 in Frankfurt

Prüfer: Göttlicher, Schwarz, Arand, Kramer, Hengstler, Stahlmann

 

Kramer: Was will der Toxikologe mit Prüfungen erreichen?

- Zielorgane → Welche gibt es? …

- NOAEL

14-Tage Studie: An der Niere hat der Pathologe Effekte (u.a. Tubusdillatation) festgestellt. Was wollen sie vom Pathologen wissen bevor Sie über einen adversen Effekt diskutieren?

Wenn man kein Pathologe ist fallen einem eine Menge an sinnvollen (War dieser Effekt auch in der Kontrollgruppe?) aber auch an weniger sinnvollen (Herr Pathologe, haben Sie auch histologische Untersuchungen gemacht und die Schnitte angefärbt? - Ist offensichtlich selbstverständlich, aber weiß man es) Dingen ein.

Gesucht war: Gibt es nekrotisches Gewebe? → Woran man das dann erkennt weiß man dann natürlich.

Was gibt es denn an klassischen Biomarkern für Nierenschäden? Kreatinin und Harnstoff im Blut, Zellen vom Bürstensaum im Sediment.

Danach folgte auf Grund meiner akademischen Herkunft eine Diskussion in Richtung Niere und neuer Biomarker. Wenn man sich nur an die Details von Institutsseminaren vor 4 Jahren erinnern könnte - aber ein paar Dinge fallen einem dann ja doch noch ein.

 

Schwarz: Sie sind doch Chemiker? …

Er gab mir ein Blatt mit mehreren Strukturen, ich durfte davon Dimethylnitrosamin und Naphthylamin bearbeiten. Phase I und II Metabolismus, Zielorgane, akute Wirkung von Naphthylamin, DNA-Bindung nach Aktivierung von Dimethylnitrosamin - Wo damit eine direkte Genmutation  auftritt? → O-6.

 

Fazit: Man kann die Prüfung nur schwer wiedergeben, da man auf Grund der oft schwammig gestellten Fragen eine Menge erzählt was mit der Antwort am Ende eigentlich nichts zu tun hat. Da man aber auch dabei natürlich sein Fachwissen zur Prüfung stellt, lohnt es sich in der allemal ruhigen und freundlichen Atmosphäre zu erzählen und seine fachlichen Gedanken mitzuteilen - am Ende wird man schon auf die finale Antwort geführt. Schweigt man gibt man den Ball zurück und es geht weiter.

Tipps: Keine Angst. Mit den Fragen der Vorgänger beschäftigen um ein Gefühl für das Wesentliche zu bekommen und dann nachlesen [z. B. Marquart (bzgl. Schlagworte sehr unübersichtlich), Forth - Henschler (oft zu ausführlich), Dekant (manchmal genau richtig, etc.), BfR, Kursfolien (Wers' mag)].

 

 

 

 

 

Fachgespräch T.H.S. im März 2011 in Frankfurt

Prüfer: Göttlicher, Schwarz, Arand, Kramer, Hengstler

 

Angegebene Schwerpunkte: Zell- und Molekulartox, Fremdstoffmetabolismus, Organtox

 

Eingangsfrage: Warum haben Sie sich gerade dafür entschieden ein Glas Wasser zu trinken?  Trockener Mund wegen Nervosität - Adrenalin – Sympathikus – Hemmung des Speichelflusses

 

Leber: Aufbau, detailliert, Zelltypen, Funktionen

Lokalisation der FM-Enzyme, CYPs und Phase-2 Enzyme wo in Zelle? Was ist S9? Was sind Mikrosomen?

Typisches Lebergift – Tetrachlorkohlenstoff genannt, Wirkmechanismus, was ist an dieser CYP2E1 Reaktion besonders? Reduktion, Lipidperoxidation, was wird noch geschädigt? Das CYP2E1 selber.

Weitere Lebertoxine – Paracetamol, Amanitine (nur nennen)

 

Apoptose: intrinsischer und extrinsischer Weg, Stimuli (Staurosporin, UV) und Signalwege (ATR/ATM, p53, CD95, Bcl-Familie, Caspasen etc.)

 

Fibrose: Was geschieht nach Leberschaden? Versuch der Regeneration oder Fibrose

In welchen anderen Organen Fibrose? Habe Lunge genannt, Beispiel Silikose

Göttlicher fragte nach einem relativ aktuellen Fall in der Türkei, wusste niemand in der Runde etwas mit anzufangen (Mitarbeiter von Jeans-Fabriken die ohne Maske Jeansstoff  sandstrahlen um „stone-washed“ Effekt zu erzeugen) 

Über die Frage was nach Absterben von Neuronen im Gehirn passiert ging es Richtung Neurotox

 

Neurotox: Im Hirn keine Fibrose sondern Gliose - Wie kann man diese am lebenden Patienten messen? Außer Methoden die mit dem Ableben des Patienten einhergegangen wären ist mir hier nichts eingefallen. Er wollte auf veränderten Glukose-Stoffwechsel und dessen Messung über Pet-Scan raus

Nennen Sie weitere neurotoxische Stoffe. Methyl-Quecksilber, Hexan etc.  er wollte auf Organophosphate raus. Wirkmechanismus, Symptome nach OP-Vergiftung

„Unfall“ mit „Methanol-Vodka“ in der Türkei – Was wurde daraus gelernt? Hier entsprang eine hitzige Diskussion, meiner Meinung nach könnte exakt dieser Fall jederzeit wieder auftreten, daher wäre nur eine schärfere Kontrolle der Alkohol-Produzenten sinnvoll. Göttlicher meinte man hätte gesehen, dass man deutlich früher hätte intervenieren müssen (stimmt zwar, aber ob die zukünftigen jugendlichen Zechkumpanen das auch gelernt haben sei mal dahin gestellt).

 

Toxikokinetik: Wie sah das Zeitfenster nach der Methanol-Intoxikation aus? Warum tox. Effekte des Methanols erst relativ spät? Wegen dem im Überschuss mit getrunkenen Ethanol

Wie wird Ethanol eliminiert? Eliminationskinetik nullter Ordnung, erklären, dosis-unabhängig, kapazitätslimitiert

Was geschieht mit dem Methanol bei gleichzeitiger Ethanol-Intoxikation? Nach langer Überlegung ist mir aufgegangen, dass MeOH dann abgeatmet wird

 

Gentox (kurz): Warum untersucht man Stoffe auf Gentox? Vorbeugung vor Krebs und Mutationen in der Keimbahn

Was ist der Ames Test? Detailliert erklärt

Warum Histidin-Zugabe am Anfang der Kultur? Manifestierung der Mutationen

Statistische Überlegung - Mutationen recht selten, warum sieht man die trotzdem im Ames-Test?  Gegeben durch sehr hohe Bakterienzahl

 

Fazit: War sehr nervös und bin auf manche Dinge, insbesondere die gefragten Details, erst nach reichlicher Überlegung und der ein oder anderen Hilfestellung gekommen. Wie bereits häufiger in dieser Fragensammlung angemerkt, ist ein ausgeprägtes Detailwissen offensichtlich nicht das Entscheidende, es ist wichtiger Zusammenhänge zu erkennen oder sich diese zu erarbeiten. Eine Steuerung durch das Einbringen bestimmter Schlagworte etc. war nicht möglich. Auch wenn die Prüfer durchweg freundlich und sehr hilfsbereit waren, empfand ich die Prüfung nicht gerade als angenehm.

 

Vorbereitung: DIESE FRAGENSAMMLUNG !! Marquardt/Schäfer, Forth/Henschler, aktuelle Themen auf BfR-Homepage

  

 

INFO: Am 29. März 2011 wurden 7 Leute geprüft. Alle haben bestanden.

 

 

Fachgespräch U.S. im März 2011 in Frankfurt

Prüfer: Göttlicher, Schwarz, Arand, Kramer, Hengstler

 

Angegebene Schwerpunkte: Zell- und Molekulartox, Fremdstoffmetabolismus, Organtox

 

Prüfer:

Arand, Göttlicher, Hengstler, Kramer, Schwarz

 

 

  1. Tumorinitiation und -promotion Leber

 

o   Initiator: Aflatoxin (aus Aspergillus)

Wieso nur in der Leber: Aufnahme über die Nahrung, Resorption in Darm, Transport über die Pfortader zur Leber, da durch Cyp 3A4 zum Epoxid (sehr kurzlebig, deshalb nur in der Parenchymzellen) bindet an Guanin N7

o   Promotor: Infektion mit Hepatitis B Viren (deshalb häufig in Ländern mit tropischem Klima)

o   Nachweis: Leberfoci

 

  1. Tumorinitiation und -promotion Haut - Berenblum Experimente

 

o   Initiator: DMBA

o   Promotor: TPA (Phorbolester), bindet an PKC (wie das natürliche DAG (DAG Mimetikum), aber wird nicht abgebaut!); Dioxin (nur in nude-Mäusen)

o   Nachweis: Papillome auf der Haut

 

  1. Allgemein Unterschiede Initiation vs. Promotion

 

o   Wirkungsmechanismen der Promotion:

§  Regeneratives Wachstum nach Zytotox

§  Hormonähnliche Wirkung >> Ligandenaktivierte Transkriptionsfaktoren (AhR, PPAR)

§  Membranständige Rezeptoren >> Beeinflussung von Signalwegen für Apoptose und Proliferation Bsp. TPA

§  Intrazelluläre Kommunikation >> gap junctions Funktion gestört

 

  1. Teststrategien:

 

o   AMES

o   HPRT

o   Mikrokern

 

- was passiert mit Substanz, wenn alles positiv >> KO Kriterium

- was passiert mit Substanz, wenn nur AMES positiv >> möglicherweise falsch positiv durch bakterielle Nitroreduktase

 

 

Sehr angenehme Atmosphäre, Prüfer gaben immer wieder Hinweise oder Tipps wenn man nicht gleich die richtige Antwort parat hatte. Eine Steuerung durch verschiedene Schlagworte war nicht möglich.

 

 

Fachgespräch S.M. am 29. März 2011 in Frankfurt

Prüfer: Göttlicher, Arandt, Schwarz, Kramer, Hengstler

Trotz des sicher anstrengenden Tages waren die Prüfer gut gelaunt, es findet eine kurze Vorstellung des Prüflings anhand der Unterlagen statt.

Herr Göttlicher stellte mich kurz vor.

 

Hengstler:

·        Start mit Pharmakokinetik (c,t verlauf für 0., 1. Ordnung aufzeichnen, nach i.v.), wann wie und warum kommen diese Kinetiken zustande (Sättigungskinetik, Rezeptorbindung)

·        Zwischenfrage Arandt: Ist bei Medikamenten der Mechanismus in der Sättigung (kam erst nicht drauf, hab mir dann aber anhand der Akkumulation die sonst stattfinden würde hergeleitet dass das nicht in der Sättigung sein kann. (Was auch richtig ist, findet bei kaum einem Medikament statt, Alkohol sind schon millimolare Menge meinte Arandt, dass das in der Sättigung ist klar)

·        Wie viele Halbwertzeiten bis Medikation im Gleichgewichtsbereich? 4-6 je nach dem wie nah man jetzt ran will.

·        Was für morphologische Veränderungen macht denn Kokain?

·        Anorganische Substanz mit hoher und niederiger Toxizität und hoher und niederiger Absorption. Hab Arsen (80%) und Pu (1%) hohe niedrige Aufnahme genannt. Toxizität brauchte nicht erklärt werden, wegen Fukushima fanden alle die Resorption von Plutonium interessant.

·        Weiter mit niedriger Toxizität: nach Blei kam ich dann auf die Themen elementares Hg / kurz Methlyquecksilber / Lipophilie etc

 

Göttlicher: Thema Phtalate.

·        DEHP besprochen, Wirkung und Bfr Statement, Kanzerogene Wirkung über PPARa nicht von Bedeutung (sichtlich überrascht waren alle dass ich mich mit den TDIs und Statement auskannte) nachdem ich noch erklärt hatte wie man den Rezeptor vermittelten Mechanismus über Knock out und humanisierte Mäuse untersucht (ein Glück das ich auf der CXR Konferenz in Cheshire war).

·        war schon vieles besprochen was Göttlicher hören wollte und er diskutierte mit den anderen ob denn die Abschaltung humanisierung des Rezeptors ausreicht. Fazit, es gibt noch weitere Modifikationmöglichkeiten und verschiedene responsive DNA Elemente, ausserdem liegt die Bindungdomäne für Ligand und Kofaktoren sehr eng beieinander so das man bei der Modifikation u.U beide verändert.

·        das wollte aber alles nicht von mir gehört werden.

 

Schwarz: Reprotox

·        Er meinte er hätte von den vorherigen Kandidaten ja einiges über Gametogenese gehört und würde jetzt bei der Implantation weitermachen. Phasen der Furchungteilung, Implantation, Blastogenese, Keimblätter Organentwicklung, Fetalphase, welche Organe noch später (stand da etwas auf dem Schlauch, ZNS, hatte ich noch Niere und Lunge auch postnatal, gehört werden wollte noch Immunsystem und Endokrines System. Was wird bei Teratogenität abgedeckt (Organentwicklung, Zeiten genannt, 3-8Wo Mensch, Nager 6-17 daher 5-18 behandelt)

·        ob denn diese Studie alles abdeckt, Segment I oder TG421 erklärt. Größtes Gesellschaftliches Teratogen (medial Contergan genannt), Ethanol wollte gehört werden (Retardierung genannt, aber wie typisches Äusseres (verschobenes Gesicht), war mir bis dato nicht so bewusst) Wieviel Alkohol ist dafür täglich nötig? 0,5l Wein schätzt (1l wäre für 100% richtig).

 

Abschluss

Hengstler: Kontamination im Dortmunder Hafen, Envion Fall, PCB, kannten einige Anwesenden nicht, PCB aus Kondensator recycling Arbeiter kontaminiert, Werte aber unbekannt, NDL und DL PCB (Kramer welche toxischer: DL), Arandt Summenbestimmung? TEQ kurz erläutert auf Kongenerenzahl verwiesen, Yusho und Yusheng Fälle, dass Einzelsubstanzwirkung nur selten beobachtet werden kann ist ein großes Problem, wurde bestätige (aktuelles Problem der Bewerter) 

 

Insgesamt war die Atmosphäre freundlich und man merkt das man mit sehr detaillierten Wissen und Zahlen beeindrucken konnte.

Nach kurzer Beratung hatte ich bestanden, ich danke den Prüfern für Ihre Zeit!

 

 

 

Fachgespräch F.K. am 7. Oktober 2011 in Frankfurt

Prüfer: Göttlicher, Schwarz, Stahlmann

 

Die erste Runde fragte Herr Stahlmann:

Das Gespräch begann mit einer kurzen Vorstellung meinerseits, mit der Frage was ich beruflich mache und was meine Tätigkeit so umfasst.

 

Ich erklärte, was ich so tue (Chemikalienregistrierungen unter REACH) und wie ich dadurch mit den unterschiedlichen Endpunkten der Toxikologie konfrontiert werde.

 

Kurze Diskussion über Waiving (z.B. 2-Generationenstudie oder Kanzerogenitätsstudie) und Read-across (Häufigkeit, Möglichkeit, Voraussetzungen).

 

Dieser Teil kam mir sehr entgegen, weil ich meine Nervosität abbauen konnte und gemerkt habe, dass mir keiner der Prüfer etwas Böses wollte…

 

Schließlich wurde gefragt, was man denn so in-vitro testen könne (Irritation, Genetische Toxizität). Ich erklärte, wie man verfährt, falls alle in-vitro Tests negativ sind, was passiert, wenn mindestens einer der Tests positiv ist (in-vivo Test erforderlich), Auswirkungen auf die Erfordernis für Kanzerogenitätsstudien.

 

Möglichkeit des Waivens von 2-Generationenstudien (unter REACH: 90d-Studie, Effekte auf Reproduktionsorgane? Prenatal Developmental Toxicity Studie).

 

Schließlich kamen wir so zur Frage, wie man denn Sensibilität testet (LLNA, Meerschweinchentests: GPMT, Buehler).

LLNA erklären, was misst man? Probleme des Testsystems erklären (Falsch positiv, Radioaktivität).

Lösungsansätze, wie man die Probleme umgehen kann (Messung weiterer Parameter wie Ohrschwellung oder durch Kombination mit FACS, alternative Markierungsmöglichkeiten proliferierender Zellen).

Welche Zellen würde ich mit dem FACS messen, um Sensibilisierung nachzuweisen (aktivierte T-Zellen, Markerproteine).

 

Frage, ob es eine Möglichkeit zum Messen von Sensibilisierung in vitro gibt? Welche Zellen müssten beteiligt sein? Probleme/Risiken eines solchen Systems?

 

Mechanismus der Sensibilisierung über die Haut erklären, welche Zelltypen sind beteiligt? Welche Faktoren spielen während der Sensibilisierung eine Rolle (Lokales Milieu, beteiligte Zellen und deren Funktion.

 

Kompletter Themenwechsel zu Organophosphaten.

Wo wirken sie, was machen sie, Mechanismus erklären, Oximtherapie, Altern, Kampfstoffe, Insektizide. Welche Synapsen sind betroffen (Sympathikus), was sind die typischen Symptome. Unterschiede vegetatives Nervensystem und somatisches Nervensystem. Unterschiede einer Nervenzelle im vegetativen Nervensystem und im somatischen Nervensystem (Umschaltung bzw. direkte Verbindung zum Zielorgan).

Andere Therapie außer Oxim (Atropin). Wie wirkt es, an welchen Synapsen?

 

Zweite Fragerunde Herr Göttlicher:

Aufgreifen der Mutagenitäts-/Kanzerogenitätsdiskussion vom Anfang:

Welche Rolle spielt die Mutation (Initiation)? Genotoxische und nicht-genotoxische Kanzerogene (Tumorpromotoren).

Erklärung der Kanzerogenese, Schritte. Rolle der Tumorpromotion in der Kanzerogenese.

Tumor: Nur eine einzige Mutation? Nein. Weitergabe von Mutationen an Tochterzellen bei der Teilung, Differenzierung.

In welchen Zellen muss eine Mutation erfolgen, damit sie sich manifestiert, damit sich ein Tumor entwickeln kann (Stammzellen). Voraussetzung für Tumorigenese (Immortalität der betroffenen Zellen). Apoptose, kurz erklären, Unterschiede zur Nekrose.

 

Welche Gene sind besonders von Mutationen betroffen. Knackpunkt: alle Gene betroffen, aber nur wenn Gene betroffen sind, die mit der Zellregulation zusammenhängen, kommt es zur Tumorentstehung (Oncogene, Tumorsuppressorgene, Signalkaskaden betroffen). Codierende und nicht codierende Bereiche der DNA. Funktion der Mutationen (Evolution). Wie kann sich eine Mutation positiv auswirken (Selektionsvorteil).

 

Wie wurde überhaupt der Zusammenhang zwischen Tumorentstehung und Mutagenität/Schadstoffexposition bemerkt (seltene Tumore in bestimmten Berufsgruppen, z.B. Hämangiosarkome durch Vinylchlorid, Mesotheliome durch Asbest).

 

Wie kann man den Zusammenhang zwischen Exposition und Kanzerogenität noch nachweisen? Epidemiologie, welcher Studientyp? Fall-Kontrollstudie: Vergleich von erkrankter und gesunder Gruppe, deren Individuen ähnliche biologische und soziale Faktoren aufweisen, vergleichbarer Background. Problem: Zusammenhang nur schwer nachweisbar, extrem detaillierte Befragung erforderlich, da retrospektive Studie und die Zusammenhänge im Nachhinein ermittelt werden müssen.

 

Allgemein:

Obwohl ich am Anfang extrem nervös war und mit dem Schlimmsten gerechnet hatte, muß ich den anderen Verfassern beipflichten, auch ich empfand die Gesprächsatmosphäre als sehr freundlich und entspannt; es hatte fast mehr den Charakter einer Diskussion.

Wenn ich zu einer Frage die passende Antwort nicht parat hatte, war das nicht schlimm, ich habe versucht, eine Antwort zu geben, die mir als logisch erschien und in die richtige Richtung deutete, auch wenn das nicht immer die gesuchte Antwort war. Die Prüfer haben auch versucht, durch entsprechende weitere Fragen auf die gesuchte Antwort hinzuführen, so dass man trotzdem zeigen konnte, dass man sich vorbereitet hatte und etwas weiß. Daher war es dann wohl nicht so schlimm, wenn man nicht gleich auf die gesuchte Antwort kam, die gesuchte Antwort wurde dadurch immer mehr eingegrenzt.

 

Wenn ich mit einer Frage mal nichts anfangen konnte, habe ich selber nachgefragt, um mehr Details zur Frage bekommen, und wenn ich mal gar nichts damit anfangen konnte, habe ich das einfach gesagt.

Ich denke, am Wichtigsten ist, dass man nichts sagt, was völlig falsch ist. Solange die gegebenen Antworten richtig sind, aber noch nicht die gesuchte Antwort beinhalten, ist das nach meinem persönlichen Eindruck nicht so tragisch, zeigt es doch, dass man ein gewisses Wissen hat und sich vorbereitet hat.

 

ABER: Ohne gründliche Vorbereitung geht es nicht, man sollte die Prüfung nicht unterschätzen! Ich hatte auch das Glück, dass ich mich tatsächlich auf alle diejenigen Gebiete vorbereitet hatte, zu denen gefragt wurde. Das kann aber auch komplett anders laufen, also sollte man sich tatsächlich alles anschauen! Ansonsten Mut zur Lücke und mit dem Risiko leben!

 

Sehr hilfreich ist auch diese Fragensammlung; man sollte sich auf jeden Fall anschauen, was die jeweiligen Prüfer gerne fragen, vieles wiederholt sich.

 

Zum Lernen habe ich diese Bücher verwendet: Marquardt/Schäfer, Toxikologie von H.W. Vohr, den Eisenbrand, den Stryer, Peter/Vollhardt Organische Chemie, den Silbernagl und den Pschyrembel; speziell der Pschyrembel hat mir sehr mit den medizinischen Fachausdrücken im Marquardt Schäfer geholfen. Weniger geht sicher auch, aber das ist persönlicher Geschmack.

 

Viel Glück!

 

 

Fachgespräch I.K. am 7. Oktober 2011 in Frankfurt

Prüfer: Göttlicher, Schwarz, Stahlmann

 

Schwerpunktgebiet: Chemische Kanzerogenese/Mutagenese, Molekulare Zelltox

 

Prüfgebiet: Reprotox, Epidemiologie

 

Atmosphäre der Prüfung sehr freundlich. Wie schon zuvor mehrfach beschrieben wurde nicht das angegebene Schwerpunktsgebiet abgefragt, d.h. statt chemischer Kanzerogenese/Mutagenese wurde nach Reprotox und Epidemologie gefragt.

 

Vorbereitung: Marquardt/Schäfer , Dekant und Vohr (Band 1 und 2), Internet (Wikipedia, BfR-Homepage, ECHA, etc..)

Sehr gut zum Lernen ist Dekant, aber auch Vohr gibt einen guten Überblick.

 

Reprotox: welche Studien erfassen den Endpunkt Reprotox: Segment I, II, und III Studien etc.

·        Welche Spezies wird in der OECD TG 414 verwendet, welche Endpunkte werden untersucht, über welchen Zeitraum die Tiere exponiert, warum werden die Tiere Schnittentbunden?

·        Welche Endpunkte werden in der Segment I Studie untersucht?

·        Gibt es  in vitro Alternativen/Methoden  zur Erfassung des Endpunktes Entwicklungstoxizität (EST, Whole Embyo Culture …; Vor und Nachteile von in vitro Tests)

·        Endpunkt Fertilität: SerW3Zellen, Frage nach Schwierigkeiten bei FACS-Messung bei dieser Zelllinie

 

Epidemiologie:

·        Was wird in der Epidemiologie untersucht?

·        welche Studientypen gibt es? Gefragt waren: Fall-Kontroll-Studien, Kohorten-Studien, Interventionsstudien (Stichwort Raucher und Vitamin A, E und Selen)

·        Stichwort Confounder welche gibt es, wie man mit solchen systemischen Verzerrungen um

·        Health-Worker –Effekt: wofür seht das

·        Maßzahlen welche gibt es, kurz mit Beispielen erklären

 

Stichwort Anilin: bekanntes Kanzerogen im Menschen (Stichwort-Blasenkrebs)

Warum waren nachfolgende Untersuchungen im Hund negativ (Stichwort  technisches Anilin mit Verunreinigungen 2-Naphtylamin, 4-Aminobiphenyl)?

 

 

Fachgespräch N.S. am 7. Oktober 2011 in Frankfurt

Prüfer: Göttlicher, Schwarz, Stahlmann

 

Insgesamt war die Prüfung, wie in vielen Protokollen dargestellt mehr Gespräch als eine richtige Prüfung. Alle Prüfer versuchten sehr freundlich zu sein, und man hat den Eindruck, dass sie ihre Fragen so stellen, dass der Prüfling die Antwort kennt. Dennoch (oder gerade deswegen) kommt es oft zu Missverständnissen.

 

Im Gegensatz zu anderen Prüfungsprotokollen hatte ich schon den Eindruck, dass man die Prüfung durch das was man anspricht zu Themen leiten kann, um so je nach Geschicklichkeit sein Wissen oder Unwissen zu präsentieren.

 

Einstieg (Schwarz): Ihr Postdoc Betreuer sagt mir gar nichts, was macht der….

darüber zu Metabolismus gekommen:

 

Enzyme nennen, CYP ca. 60 Enzyme dafür nur ein Teil für Fremdstoffmetabolismus, Familien nach genetischer Homologie, dann jeweils auf Ansage der Familien folgende Enzyme diskutiert:

 

1A1 Substrate, Induktion, Ah-Rezeptor…. .

 

2E1 Substrate, Alkohol indizierbarkeit, Relevanz für Exposition zu CCl3, CCl4 ; Toxikologisch relevante Substrate.

 

Danach wollte Schwarz was zu der Familie „2B“ wissen. Ich erzählte was von 2B6 und Lunge und so, aber er wollte was zu 2D hören, eines dieser Missverständnisse die gefühlt sehr lange bis zur Klärung dauerten.

 

2D6 nicht induzierbar, Polymorphismus, Substrate, besonders relevant für trizyklische Antibiotika. CAVE: Zu schneller Metabolismus durch zwei Kopien des Enzymes à kein Therapieerfolg bzw. potentielle Akkumulation langsamer Metabolisierer.

 

3A4 Induzierbarkeit mit Johanneskraut, Inhibition mit Orangensaft. Kurz angsprochen Expressionsregulation über CAR und PXR.

 

Sagen sie was zu Phase II und Phase III.

 

UGTs, zwei Familien. Familie 1 teilen ein gemeinsames Exon, Polymorphismen können ganze Familie inaktivieren, Crigler Najar und Morbus Meulengracht disktutiert.

Bilirubin

 

SULT, diskutiert, für Phenole schneller aber geringe Kapazität

 

NAT-1, NAT-2, Polymorphismus. Wo kriegen langsame Acetylierer die Rauchen mehr Krebs? Blase, und ohne das mich jemand gefragt hätte noch die heterocyclischen Amin-Story (Dickdarmkrebs) angehängt.

 

Phase 3: Verschiedene ABC Transporter, MDR, P-Glycoprotein

Wieso heißen die ABC? ATP-abhängige... , das hat gereicht.

 

Stahlmann:

 

Dann Fremdstoffallergie:

Was will man testen wie testet man es:

Lokal Lymphnot Assay und Meerschweinchen Test erklärt und diskutiert. Es gibt derzeit keine in vitro Methoden.

 

Ablauf der Immunisierung, welche Zellen sind beteiligt (Keratinozyten, Langehanszellen, B-Zellen) und

(Klassen von Allergien I-IV sollte man können)

 

Was fällt ihnen zu Morphin ein?

Pharmakologisch aktives Glucuronid was stärker an die Opiatrezeptoren bindet, aber auch Morphin selber aktiv.

Aus welcher Pflanze und wie gewinnt man es. Opium/ Schlafmohn, ich hatte keine Ahnung wie man es aus der Pflanze gewinnt schlug aber vor wie man aus dem Morphin dann Heroin machen könnte.

 

Was passiert bei Überdosis:

·        Atemdepression und (mit Hilfe von Stahlman drauf gekommen) negativ ionotrope und chronotrope Wirkung (Herz langsam und schwach schlagend).

·        Parasympathikus Aktivierung diskutiert.

 

Göttlicher fragte dann noch wie man eine Morphin Überdosis wie behandelt:

Verdrängen des Opiat-Rezeptor-Agonisten durch einen Antagonisten (Naxolone). Cave: Das Antidot wird schneller eliminiert, und so kann es später wieder zu einen lebensbedrohlichen Situation kommen.

 

Wie Ihr seht, mit dem  drauf Einzugehen, dass auch Phase-2 zu aktivieren Metaboliten führen könnte haben wir viel über ein ungeplantes Thema gesprochen.

 

 

 

Fachgespräch K.G. am 14. Oktober 2011 in Frankfurt

Prüfer: Göttlicher, Stahlmann, Hengstler (Fragende nur Göttlicher und Stahlmann)

Teil 1 (Stahlmann): Toxikokinetik

- sie arbeiten ja mit einem in vitro System, was sind denn die Vor- und Nachteile eines in vitro Systems in der Toxikologie allgemein

- darüber dann zu Toxikokinetik gekommen: Definieren sie Toxikokinetik, Einzeichnen von Kurven für orale Aufnahme und Injektion einer Substanz in ein Zeit/Plasmakonzentrationsdiagramm

- Sie haben ja jetzt Kurven eingezeichnet, was für eine Reaktion haben sie angenommen? Antwort Reaktion 1. Ordnung. Welche Reaktionen gibt es sonst noch? Antwort 0. Ordnung. Können sie den entsprechenden Verlauf in das c/t Diagramm  einzeichnen (linearer Abfall)

-bei welcher Substanz tritt dieser Effekt auf? Antwort Ethanol/Alkoholdehydrogenase. Warum ist das so? Auf die Lösung bin ich nur mit Hilfe gekommen und zwar evolutionär ist der menschliche Körper nicht auf die Konfrontation mit so großen Ethanolmengen angepasst, im niedrigen Dosisbereich (unter 0,1 Promille) entspricht der Kurvenverlauf der 1. Ordnung, danach dann erst Sättigung

- kennen sie Stoffe die eine sehr langsame Elimination aufweisen? Antwort: TCDD, PCB, Schwermetalle wie Blei und Cadmium. Woran liegt das? Kurz Mechanismen angerissen

 

Teil 2 (Stahlmann): Neurotoxikologie

-          Nennen sie eine neurotoxische Substanz? Habe dann Organophosphate genannt

-          Wie wirken die, Antidot? Actetylcholinesterase-Hemmung, Atropin als Rezeptorantagonist

-          Wo im Körper spielt Acetylcholin eine Rolle? ZNS, somatisches Nervensystem, vegetatives Nervensystem

-          Was ist der Unterschied zwischen dem Aufbau des somatisches Nervensystems und des Parasympathikus? Unterschied zwischen der Verschaltung von Parasympathikus und Sympathikus? Fragen konnte ich ehrlich gesagt nicht wirklich beantworten, aber habe dann von Herrn Stahlmann gelernt, dass Acetylcholin wichtig für den Parasympathikus ist und im Sympathikus Noradrenalin als Neurotransmitter wirkt usw.

-          Welche Effekte kann man bei Vergifteten sehen? Krämpfe, enge Pupille, zentralnervöse Störungen

 

Teil 3 (Göttlicher): Epidemiologie/Kanzerogenese

-          Ich habe vor zwei Tagen in der Zeitung gelesen, dass in einer neuen epidemiologischen Studie herausgekommen ist, dass es einen Zusammenhang zwischen der Einnahme von Vitamin E Präparaten und Prostata-Krebs bei Männern  gibt. Was halten sie davon? Wenn sie einen Kommentar verfassen würden, was würden sie reinschreiben?

-          Habe als erstes Studiendesign hinterfragt z.B. Wie groß war die Kohorte? Statistische Signifikanz, verschiedene Confounder diskutiert

-          Dann biologische Plausibilität diskutiert z.B. wie lange nehmen die Probanden schon das Vitamin E Präparat ein? (wenn das Vitamin E der Auslöser für den Krebs sein sollte, dann müsste die Einnahme schon vor 20-30 Jahren angefangen haben, um die Ursache zu sein), Vitamin E ist weder genotoxisch noch hormonell wirksam, antioxidativ in sehr hohen Dosen, aber Anreicherung in der Prostata bei oraler Aufnahme nicht wahrscheinlich (Vitamin E ist fettlöslich, d.h. wenn dann im Fettgewebe hohe Konzentrationen zu erwarten)

 

Nach ca. 30 min war die Prüfung auch schon vorbei, da die Prüfer an dem Tag erst mit einiger Verspätung eingetroffen waren und „wir Zeit aufholen“ mussten. Insgesamt war es, wie schon allen anderen beschrieben, eher eine Diskussionsrunde als eine bloße Abfrage von Daten, die Prüfer haben einen immer erst mal frei zu einem Thema reden lassen und dann an der einen oder anderen Stelle nachgehakt. Gut war, dass ich zum Einstieg kurz was zu meinem eigenen Forschungsschwerpunk t erzählen dürfte und wir darüber dann in die allgemeinere Diskussion eingestiegen sind, das gab mir Sicherheit und hat mir etwas die Nervosität genommen. Es war auch nicht so schlimm, dass in dem Neuroanatomie-Teil nicht alles wusste, brachte mir nur den abschließenden Kommentar ein, dass man als Toxikologe auch mal einen Blick Richtung Pharmakologie wagen sollte und das ich jetzt nach der Prüfung ja genug Zeit hätte, mich mal in diese Richtung zu informieren.

 

Fachgespräch R.D. am 14. Oktober 2011 in Frankfurt

Prüfer: Göttlicher, Stahlmann, Hengstler, Kayser

 

1) Zum "Aufwärmen" durfte ich kurz erzählen, wo ich arbeite und was dort meine Aufgaben sind. Die erste richtige Frage kam von Herrn Kayser:

·        "Stellen Sie sich vor, Sie möchten eine UV-protektive Substanz (für eine Sonnencreme) entwickeln. Wie gehen Sie vor?" Es folgte ein ausführliches Gespräch über alle Aspekte der Entwicklung von Kosmetika und Arzneimitteln (weil ich mich bei letzteren besser auskannte).

Die meiste Zeit durfte ich erzählen, z.T. wurde nachgehakt, allerdings nie ins tiefste Detail.

Folgende Punkte wurden besprochen:

- spezifische dermale Tests: Irritation, Sensibilisierung, Phototox (welche Tests, in silico/in vitro/in vivo)

- Sicherheitspharmakologie (nur ganz kurz)

- Pharmakokinetik/ADME, CYP-Inhibition/-Induktion etc.

- generelle Tox (Nager + Minipig, welche Routen und wieso)

- Genotox/Photogenotox

- Reprotox

- Karzinogenität/Photokarzinogenität

 

2) Hengstler

- Paracetamol: Metabolismus und Mechanismus der Toxizität

- Kanzerogenese: Unterschied zwischen DNA-Addukt und Mutation, DNA-Reparatur etc.

 

Wie bereits von anderen berichtet, war die Atmosphäre sehr angenehm. Ich habe stets versucht, die Themen aufzunehmen und selber weiter zu entwickeln, so dass mir eigentlich nur die drei oben beschriebenen Fragen gestellt wurden. Damit konnte ich das Gespräch die ganze Zeit in meiner "Wohlfühlzone" halten, und ich hatte zusätzlich das Gefühl, dass die Prüfer es gut fanden, dass ich so ausführlich geantwortet habe.

Die Prüfung ist wie im Flug vergangen und ich war fast überrascht, als Herr Göttlicher meinte, er hätte keine weiteren Fragen und wir wären jetzt fertig.

 

 

Fachgespräch H.W. am 19. Oktober 2012 in Frankfurt

Prüfer: Stahlmann, Kramer

 

Spezialgebiete: Mutagenese, Kanzerogenese, Zelluläre Toxizität

Geprüft wurde Organtoxizität (Leber und Niere)

 

Herr Stahlmann: Leber

Paracetamol: Stoffwechsel

N-Hydroxilierung: NAPQI

Was macht NAPQI? Alkylanz, Oxidanz, Leberkrebs

Therapeutische Breite? 4 – 6 g Leberschaden, ab 8 g Tod durch Leberversagen

Stirbt man dann an Leberkrebs? Nein

Was macht es noch? Nekrosen

Wie lange dauert es bis man tot ist? Mehrere Tage

Welche Therapie? N-Acetylcystein

Wie fängt die Zelle NAPQI ab? Glutathion

Wenn Paracetamol so gefährlich, warum dann immer noch auf dem Markt? Alternativer Abbauweg, Glucuronidierung, Sulfatierung

Was hat noch einen Einfluss auf die Giftung? Polymorphismen, Alter, Gewicht

 

Herr Kramer (legte mir ein Blatt mit der Strukturformel von Melamin vor. Kannte ich nicht): Niere

Vergiftetes Milchpulver in China. (Es begann eine Diskussion unter den Prüfern warum Melamin da wohl drin war.)

Was verursachte das Melamin? Wußte ich nicht

Was ist denn das zweitwichtigste Organ für den Toxikologen? Niere (aha, also macht Melamin Nephrotoxizität)

Nierenaufbau? Glomerulus, Tubulusapparat

Was passiert wo? Primärharn in Glomerulus (Zellen Podozyten, Ultrafiltration von allem was größer als 60 Da ist), Wasserrückresorption im intermediären Tubulus

Weitere Nierenfunktionen? Aufrechterhaltung Säure-/Basehaushalts, Blutreservoir, Fremdstoffmetabolismus, Hormonproduktion

Welche Hormone? Renin, Epo (Bei den Hormonen stand ich total auf dem Schlauch)

Wie viel Urin scheidet man pro Tag aus? 2 l

Wie viel Primärharn wird pro Tag gebildet? 180 l

Wie ist der Wirkmechanismus? Akkumulation in Lysosomen (wußte ich nicht)

Was passiert bei zu viel Fremdsubstanz? Lysosomen „platzt“, Lysozymfreisetzung

Was passiert? Nekrose

Nachweis Nierenschaden? Osmolarität Urin, Sediment im Urin, Kreatinin, Harnstoff im Blut

Kennen sie neue Nierenmarker? 2 Marker sind validiert und behördlich akzeptiert, KIM-1 und den zweiten habe ich schon wieder vergessen.

Warum braucht man überhaupt neue Marker? Wenn Kreatinin und Harnstoff erst mal erhöht sind, sind die Schäden zu groß; Notwendigkeit von frühen Markern

 

Fazit: Ich war so unglaublich nervös. Auch ich rechnete mit dem Schlimmsten. Es ist aber genauso wie beschrieben. Die Antworten zu den zum Teil sehr detaillierten Fragen stehen in keinem Lehrbuch. Die Prüfer wollen die Antwort mit dem Prüfling zusammen erarbeiten.

 

Vorbereitung: Dieser Fragenkatalog, Lehrbuch Dekant und Wikipedia

 

 

Fachgespräch S.V. am 4. März 2013 in Halle (Saale)

Prüfer: Göttlicher, Stahlmann  (Arand war kurzfristig verhindert)

 

Spezialgebiete: Immuntoxikologie, Mutagenese, Regulatorik, geprüft wurde Kanzerogenese und vor allem Reproduktionstoxikologie

Vorab durfte ich erklären, wo ich arbeite und was ich tue

 

Prof. Stahlmann:

(in Anspielung an 2 aktuelle Lebensmittelskandale): Sie haben 2 Gläser Milch vor sich stehen, eins mit Dioxin drin, eins mit Aflatoxin B1; welches trinken Sie, Begründung (das mit Dioxin, da nicht genotoxisch)

Genotoxizität allgemein: Theorie (1 Molekül kann Mutation auslösen), Praxis (Dosis-Wirkungsbeziehung)

Dioxin (2,3,7,8-TCDD): Persistenz im Körper, Kanzerogenität, durchschnittliche Aufnahmemenge pro Tag

Aflatoxin B1: Genotoxizität (Metabolismus über Cyp 3A4, 8,9,-exo-Epoxid, Bindungsstelle DNA [Guanin-N7] in der Leber, AP-Läsion, wie erfolgt die Entgiftung, wie lange ungefähr im Körper im Gegensatz zum Dioxin)

Reproduktionstoxikologie:

welche Studien gibt es (Segment I, II, III, alle erklären; Achtung: bei der Segment I Studie, die Prof. Stahlmann hören möchte, wird von vor Verpaarung bis zum Ende der Laktation dosiert; das unterscheidet sich von der Beschreibung in manchen Büchern/Guidelines); 

Segment I: welche Schwächen? (lange Dosierung deshalb nur geringe Mengen möglich sonst maternale Toxizität; Frage, wann der Effekt aufgetreten ist, kann nicht beantwortet werden)

Warum will man keine oder nur leichte maternale Toxizität?

Segment II: wann genau wird dosiert (Implantation bis Gaumenspalten-Schluss, Tag 6-15; warum Tod der Tiere erst ganz kurz vor Geburt (Organe größerer Embryonen leichter zu untersuchen)

Welche Organe sind besonders empfindlich auf teratogene Noxen (Magen-Darm-Trakt, Herz, Urogenitaltrakt…)

Probleme mit diesen Studien? (manche Stoffe im Tier schnellere Kinetik, deshalb ohne starke maternale Tox nicht möglich, hohe AUC zu erhalten; manche AZM müssten postnatal direkt dem juvenilen Tier gegeben werden, um Effekte zu sehen, das findet hier nicht statt (Bsp: Gyrasehemmer); was macht man dann? In vitro Studien

In vitro, was kann man in der Reproduktionstoxikologie machen

Whole embryo culture: erklären, wie lange gibt es den Assay schon (ca. 50 Jahre), wie alt sind die Embryonen, wie lange kultiviert, warum diese Limitierung (Plazentaernährung kann nicht lange imitiert werden), Hauptproblem Metabolismus; was könnte man machen, um Metabolismus in der whole embryo culture zu haben (S9 vertragen sie nicht; Hepatozyten mit rein schwierig da diese anderes Medium benötigen)

Limb bud culture

Embrionaler Stammzelltest (welche Zelltypen, welche Endpunkte)

Prof. Göttlicher:

Humane Stammzellforschung: Probleme ethischer und rechtlicher Art

Was sind Stammzellen, welche Eigenschaften haben sie was könnte man in der Toxikologie damit machen

 

Angenehme Atmosphäre; wenn man zwischendurch eine Frage nicht beantwortet ist es nicht schlimm, man „entwickelt“ dann die Antwort mit den Prüfern; eine gute Prüfungsvorbereitung ist aber unerlässlich, die Fragen gehen ins Detail;

Vorbereitung: die Altfragen (ab 2009 habe ich geschafft), außerdem Dekant (ist nicht detailliert genug, aber ein sehr guter Einstieg in viele Themen), Marquardt/Schäfer (vor allem für Genotox/Kanzerogenese und Metabolismus und immer zum Nachschlagen) und Wikipedia/BfR u.ä.; manche Kursunterlagen, besonders die Kopien zu den Vorträgen von Prof. Stahlmann im Reprotox-Kurs, waren hilfreich

 

 

Fachgespräch M.B. am 4. März 2013 in Halle (Saale)

Prüfer: Göttlicher & Stahlmann

 

Schwerpunkte: Reprotox, Analytik, Organtox

Vorbereitung: Greim & Snyder, Hood, Marquardt/Schäfer, Silbernagel, Homepage BfR und BMELV und die Fragenkataloge auf dieser Seite

 

Eingangsfrage Prof. Göttlich: Aus aktuellem Anlass - wie schätzen Sie die Futtermittelkontaminationen mit Aflatoxin ein?

Ich habe wirklich ganz vorne angefangen, gebe es hier in Schlagworten wieder: Schimmelpilzbelastung in Mais aus Serbien, Import trotz Importwarnung und bekannter Problematik, aber Auffinden der Belastung durch Pilznester u.U. erschwert und Belastungen dadurch auch schwankend; Carry over von M1 in Milch, Kritische Effekte Leberzirrhose bei Kindern (Daten Indien), Kanzerogenität (Daten Kenia etc), Margin of Exposure zischen Belastung, Grenzwert und Effektdosis bei Kindern diskutiert; Kanzerogenität: gentox. Mechanismus, Epoxidierung, IARC 1, Epidemiologie - mit Hepatitis B gekoppelt; Hier kam die erste Nachfrage von Prof. Göttlicher: Bedeutung der Entzündung für die Kanzerogenese? Antwort: Proliferation. Dann mußte mir Herr Göttlicher etwas helfen, bis wir bei der Bildung von ROS während der Entzündung waren, aber das war kein Problem. Nächste Frage: Übergang in Muttermilch, was muss beachtet werden? Antwort: Aflatoxin wie die meisten Substanzen in Muttermilch zu finden, andere ADME bei Kindern problematisch. Nachfrage: Was heißt das für Arzneimittel? Antwort: Besser gar nichts einnehmen, sonst Kosten-Nutzen-Abschätzung.

Nun baute Herr Stahlmann die Reprotox darauf auf: Stellen sie sich vor eine junge Kollegin interessiert sich für Reprotox - wie bringen sie ihr das Gebiet nahe? Hier konnte ich meiner Begeisterung für Reprotox freien Lauf lassen: In-vitro Situation schwierig, In-vivo Studientypen (FDA, ICH, OECD) dargestellt und diskutiert hinsichtlich Behandlungsfenster, Übertragbarkeit auf den Menschen, mit einigen Beispielen hinsichtlich Chemikalien versehen. Einzige Nachfrage: Behandlungsdauern F0 males Segment I, warum und welchen Gestaltungsspielraum gibt es? - 70 Tage versus 14 Tage bei deutlichen Effekten auf den Hoden zu befürchtender Azospermie, da dann Verpaarung erfolglos und parental übertragbare Effekte nicht erfaßbar.

 

Damit war ich dann auch durch, es war eine sehr nette Atmosphäre, hätte ich nicht so erwartet. Ein wirklich hilfreicher Tipp, den ich zuvor bekommen hatte, war: Wenn du eine offene Frage gestellt bekommst, dann fang am Anfang deines Wissens an und beweise dich nicht gleich mit den Details, denn sonst fragen sie gleich an den Details weiter!

 

 

Fachgespräch P.B. am 04.03.2013 in Halle (Saale)

Prüfer: Prof. Göttlicher, Prof. Stahlmann

 

Vorbereitung:

          Marquardt-Schäfer (ich fand einzelne Kapitel didaktisch oder thematisch unzureichend, bin dann auf andere Quellen ausgewichen)

          Eisenbrand-Metzler (v.a. für Toxikokinetik und Fremdstoffmetablismus)

          Dekant (eigentlich nur als Gute-Nacht-Lektüre, da viel zu oberflächlich)

          Casarett & Doull’s Toxicology

          Wikipedia

          Berichte, Stellungnahmen, … von BfR, EFSA, EMA (v.a. kurz vor der Prüfung, da aktuelle Skandale/ Ereignisse gerne gefragt werden)

 

Am Anfang durfte ich meine Arbeit und mich kurz vorstellen, dann ging es in die erste Fragerunde

 

Prof. Göttlicher:

Stellen sie sich vor sie sind Toxikologe in einer Firma, ein Kollege kommt zu Ihnen, stellt Ihnen eine neue Substanz auf den Tisch und will wissen ob die giftig ist. Was sagen Sie?

-          Analytik, Strukturaufklärung

-          Literaturrecherche und QSARs

-          Danach in vitro/in vivo-Tests

Göttlicher meinte, dass wäre ja schon recht handlungsbezogen, was wäre vorher noch interessant? à „Wofür soll die Substanz denn verwendet werden?“ wollte gehört werden, da es je nach Anwendungszweck andere regulatorische Anforderungen sowie eine andere Exposition gibt (z.B. chem. Reaktion im geschlossenen System vs. Kosmetika mit dermaler Exposition)

Welche Tests kann man machen? à Akute Tox genannt

Unterschied zwischen OECD 401 und OECD 423, warum nicht mehr 401? à Ablauf der OECD 423 erklären, Endpunkte, Dosiswahl

Weitere Tests? à Genotox genannt

Dann eine Diskussion warum man Genotox testet, Kanzerogenese, genotoxische vs. nicht-genotoxische Kanzerogene

Beispiel für ein nicht-genotoxisches Kanzerogen Peroxisomenproliferator (PP)

daraufhin PP komplett durchgenommen:

-          Wie wirken sie à PPAR-Bindung, Wirkung als TF, Induktion der Genexpression

-          Warum kanzerogen? à u.a. ROS-Bildung, oxidativer Stress

-          Wie kann man den Mechanismus untersuchen? à k.o.-Modelle, z.B. PPAR-k.o.

-          Gefährlich für Menschen? à hab mich auf die IPCS-Opinion bezogen: PP nicht relevant für humanes Risk Assessment

-          Warum nicht relevant? à Speziesunterschiede, Nager viel empfindlicher

Wenn sie einen PP haben, können sie sagen dass sie Substanz ungefährlich für den Menschen ist? Können sie mit dieser Aussage gut schlafen? à Hier hatte ich etwas Probleme, hab vorgeschlagen, dass man noch einen weiteren Kanzerogenese –Assay in einer für den Menschen relevanteren Spezies machen könnte. Nach längerer Diskussion haben wir uns dann darauf geeinigt, dass PP beim Menschen als ungefährlich anzusehen sind solange man keine Induktion der PPAR-regulierten Enzyme beobachtet.

Beispiele für therapeutisch genutzte PP à Fibrate

Fliessender Übergang zur Epidemiologie:

Könnte man ein PP-induziertes humanes Hepatokarzinom denn epidemiologisch sehen? à Wahrscheinlich nicht, da Spontaninzidenz von Lebertumoren recht hoch, ausserdem zahlreiche Comfounder, z.B. Alkoholkonsum, medikamenten-induzierte Leberschädigung,, PP sehr heterogene Gruppe an Substanzen, …

Welche Krebsarten konnte man epidemiologisch erfassen? à seltene Krebsarten, v.a. in eng begrenzten Kollektiven: Silokose in Bergleuten, Pleuramesotheliom in Asbestarbeitern, Vinylkrebs (Hämangiosarkom der Leber nach Vinylchlorid-Exposition)

 

Prof. Stahlmann:

Retinoide, Retinsäure (hatte ich vorher schon mal als Beispiel für Speziesunterschiede erwähnt): Warum gefährlich? à Teratogen

d.h. Schwangere sollten Vitamin A meiden? à nein, da teratogene Effekte sowohl bei Hypo- als auch bei Hypervitaminose A.

Kennen Sie noch andere Teratogene à klar: Thalidomid

Wie ist man dem denn auf die Spur gekommen à Epidemiologie, da seltene Missbildung

Zwischenfrage Prof. Göttlicher: Was war denn die Schwierigkeit bzw. große Leistung bei diesem Fall? à Exposition schon Monate vor der Entdeckung der Effekte (Ultraschall gab es damals noch nicht so dass die Effekte erst bei der Geburt aufgefallen sind), Unklarheit welches Ereignis zu den Missbildungen geführt hat (Lebensmittel, Kernwaffentests, …)

Wieder Prof. Stahlmann: Wird Thalidomid denn noch verwendet? à Zugelassen zur Therapie von Lepra (v.a. Brasilien) und multiplem Myelom (USA, Europa).

Kennen Sie noch andere Teratogene à Valproinsäure

Was ist Valproinsäure à Antikonvulsivum, Antiepileptikum

Sind alle Antikonvulsiva teratogen à Nein, da sehr heterogene Gruppe an Medikamenten aber es gibt einige Verdachtsfälle.

Kennen Sie noch andere Pharmaka, die teratogen sind à Cytostatika, Antimetabolite

Teratogene in der Gruppe der Antihypertensiva? à Wusste ich nicht; Prof. Stahlmann hat dann erklärt daß ACE-Hemmer in der Schwangerschaft kontraindiziert sind.

 

Alles in allem eine sehr freundliche Atmosphäre, eher Diskussion als Prüfung. An manchen Stellen empfand ich die Prüfung als fordernd (v.a. als Prof. Göttlicher mich zu einem ad hoc-risk assessment zu PP drängen wollte), aber nie gemein oder unfair.

Es wurden meist Sachen gefragt die man gelernt haben sollte und wenn man was nicht wusste wurde die Antwort erarbeitet.

Kommentar nach bestandener Prüfung: „Es ist gut und notwendig die Grundlagen und Regularien zu kennen. Man muss sich aber auch davon lösen können, Ergebnisse interpretieren, sich seine Meinung bilden und diese dann auch vertreten.“ Ich denke, dass spiegelt gut wieder auf was es in der Prüfung ankommt.

 

 

 

Fachgespräch R.S. am 04.03.2013 in Halle (Saale)

Prüfer: Prof. Göttlicher, Prof. Spielmann, Prof Dr. Arandt (ist im Verkehr steckengeblieben)

 

Insgesamt sehr angenehme und entspannte Atmosphäre. Einleitend durfte ich zu meiner aktuellen Tätigkeit berichten, wodurch sich auch der Einstieg in die Prüfung ergab. Auf die Prüfung vorbereitet habe ich mich im Wesentlichen anhand der alten Prüfungsfragen unter Zuhilfenahme der Kursunterlagen und Marquardt-Schäfer.

 

Spielmann:

TeGenero

Was ist in der Phase I Studie passiert?

Was wurde im Rahmen der toxikologischen Entwicklung übersehen?

Welche regulatorischen Auswirkungen hatte der Vorfall?

Was ist mit relevanter Spezies gemeint?

Thalidomid

            Welche Schäden wurden verursacht?

            Beschreibung möglicher Mechanismen?

            Wann sind die Schädigungen aufgetreten?

Welche Studien werden durchgeführt um derartige Schädigungen zu erkennen, welche Spezies finden Verwendung?

Aminoglycoside

            Welche toxikologischen Wirkung(en)?

            Wie wird Nephotoxizität verusacht?

Paracetamol

            Metabolismus, Schadwirkung, GSH?

            Fragen zu CYP2E1/GSH-Pool und Alkoholabusus?

            Bei welcher Dosis tritt Leberschädigung ein, Alkoholiker?

Welche neuen Wirkstoffe als Ersatz für Paracetamol? (NSAIDS), welche Wirkung fehlt diesen? (Entzündungshemmung)

 

Göttlicher:

Genotox/Kanzerogenese

Welche Prüfung in der Entwicklung von New Chemical Entities auf mögliches mutagenes/kanzerogenes Potential? (Genotox Batterie erklärt)

Mikonukleus-Test, was misst man – in vitro, in vivo, welche Zellen werden analysiert?

Wie erfolgt die weitere Prüfung, wenn keine genotoxische Wirkung, aber möglicherweise Promotor-Wirkung vorliegt? (Kanzerogenitätsprüfung)

Wann erfolgt die Durchführung der Kanzerogenitätsstudie in der Arzneimittelentwicklung?

Wie kann gerechtfertigt werden, dass Phase-1 und -2 klinischen Studien gesunde Freiwillige/Patienten mit der Substanz exponiert werden, obwohl noch keine Kanzerogenitätsprüfung durchgeführt wurde? (kurze Anwendung/Exposition, keine Manifestierung für nicht-genotoxischen Mechanismus)

Gibt es Situation in denen auf eine Kanzerogenitätsstudie verzichtet werden kann? (Einmalpräparate)

Ökotoxikologie

DTT

            Welche Wirkung von DTT? (Lebertoxizität, kanzerogen, Schale von Vogeleiern)

Wenn man auf die Anwendung solcher Stoffe nicht verzichten kann, was sollte beachtet werden? (kontrollierte Anwendung und Ausbringung, z.B. Beschichtung von relevanten Oberflächen mit entsprechenden Substanzen, Vorteil, keine unkontrollierte Verteilung in der Umwelt)

Welche anderen ökologisch bedeutsamen Verbindungen?

Organophosphate

            Wirkmechanismus? Stichwort Alterung, Oxime.

            Welche Effekte? Muscarinerge, nikotinerge, Effekte Pupillen-Stellung

Welche Indikatoren auf Organophosphatvergiftung für Notarzt? Speichelfluss, Schwitzen, enge Pupillen.

            Behandlungsmöglichkeiten? Atropin

            Woran erkennt der Notarzt ob die Behandlung wirkt? (Kontrolle der Pupillenstellung)

Worauf muss der Arzt achten? (unterschiedliche Kinetik von Organophosphat und Atropin)

Welches Prinzip findet Anwendung, um die Exposition über Nahrungsmittel zu vermeiden/verringern? (Intervalle für Freigabe als Nahrungsmittel nach dem Ausbringen auf z.B. Früchten etc.)

 

 

 

 

1) jaja, es gibt tatsächlich zwei verschiedene „S.S.“, die im Oktober 2010 in Frankfurt geprüft wurden.

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Last Update: 22. September 2013