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Fachgespräch Fachtoxikologe DGPT ab 2014:

 

Fachgespräch K.G. am 31.03.2014 in Hannover

Prüfer: Göttlicher, Barth, Hengstler, Kramer

 

Angegebene Schwerpunkte: Molekulare Zelltox, Regulatorische Tox

Geprüfte Gebiete: Lungentoxizität, Arzneimitteltoxikologie

 

Vorbereitung: Fragensammlung (!!!), Vohr (knappe Übersicht über alle Themen in Band 1; sehr empfehlenswerte Darstellung der Toxizität verschiedener Stoffgruppen in Band 2), Marquardt/Schäfer/Barth (zum Vertiefen für einzelne Themen), Reichl, teilweise auch Kursunterlagen, BfR-Homepage (aktuelle Themen)

 

Prüfungsatmosphäre:

Entspannte Prüfungsatmosphäre (abgesehen von meiner Nervosität) mit gut gelaunten freundlichen Prüfern. Die Fragen begannen jeweils recht allgemein, man ließ mich zunächst erzählen, die Prüfer hakten dann ein, wenn ich nicht weiterkam bzw. stellten Zwischenfragen. Insgesamt scheint es wichtig zu sein, mitzudenken und Prinzipien und Zusammenhänge verstanden zu haben, dann machte es auch nichts, wenn man nicht auf bestimmte Details oder Fachbegriffe kommt. Und eine gründliche Vorbereitung ist auf alle Fälle notwendig.

 

Nach einer kurzen Begrüßung ging es ohne große Vorstellung gleich mit der ersten Frage los. Meine Unterlagen hatten die Prüfer kurz zuvor in meiner Abwesenheit studiert. (Das Protokoll gibt die Themen wieder, die behandelt wurden, ist aber nicht komplett chronologisch, da sich manche Aspekte durch Zwischenfragen oder aus dem Zusammenhang ergeben haben.)

 

(Barth)

Erzählen Sie, was Ihnen zur akuten Toxizität in der Lunge einfällt: Substanzen, welche Arten der Schädigung, Symptome, Therapien etc.

Schädigungen der oberen, mittleren, unteren Atemwege durch Gase unterschiedlicher Wasserlöslichkeit

·         Zelltypen der Lunge, mucoziliäre Clearance

·         Brandgase: CO, HCN, Isocyanate

·         HCN: Wirkmechanismus, Behandlung mit Methämoglobinbildnern (Warum DMAP? Weil es sich dosieren lässt, so dass < 30% MetHb vorliegen). Weitere Therapien: Hydroxycobalamin, Thiosulfat (Rhodanase)

·         CO: Wirkmechanismus, Therapie: Gabe von O2, besser Gemisch O2 + 5% CO2, Behandlung der Lactatazidose

·         Phosgen: Wirkung in den unteren Luftwegen, toxisches Lungenödem, Therapie: Gabe von Glucocorticoiden zur Behandlung der Entzündung

·         Phasen der Reizgasvergiftung (Spätphase: Lungenödem nach > 24h)

 

Und noch kurz zur Schädigung der Lunge durch Asbest:

·         Mechanismus der Entstehung einer Asbestose (frustrierte Makrophagen), Bronchialkarzimom, Pleuramesentheliom.

·         Warum sind Asbestfasern bedenklicher als andere Fasern? Längen-Durchmesser Verhältnis, schlecht abbaubar, zerfasern beim Zerkleinern (werden übrigens auch als WHO-Fasern bezeichnet: lungengängige Fasern dringen bis in Alveolen vor aufgrund ihrer Länge > 5 um, Durchmesser < 3um und Länge-Durchmesser-Verhältnis> 3:1)

 

Hengstler

·         Arzneimitteltoxikologie. Wozu führt man Phase IV Studien durch? Welche Art von Effekten erfasst man hier?

·         Idiosynkratische (Dieses Wort kannte ich nicht) Toxizität (= nichtimmunologische Überempfindlichkeit ohne Bezug zur pharmakologischen Toxizität, nicht oder kaum vorhersehbar, nicht dosisabhängig und nur partiell reproduzierbar)

·         Beispiel für Konsequenzen von Phase IV Daten: Lipobay

 

Göttlicher: Weiter mit Arzneimitteltoxikologie:

·         Wie geht man bei der AM-Zulassung vor, welche Arten von Studien sind erforderlich, welche Informationen gewinnt man dadurch?

·         Welche präklinischen Studien müssen vor der ersten Studie im Menschen vorliegen? Warum braucht man zu diesem Zeitpunkt noch keine Kanzerogenese-Studie? (keine Langzeitgabe in Phase I, da hier die Toleranz getestet wird)

·         Weitere präklinische Studien, die für die Arzneimittelzulassung erforderlich sind (nur kurz aufzählen, Kanzerogenese, Reprotox etc, keine Details)

·         Ziel der Präklinischen Studien: Ermittlung der Dosis für First in Human Studie (Ableitung von Sicherheitsfaktor, Human Equivalent Dose etc)

·         Was wird in klinischen Studien der Phasen I bis III geprüft?

·         TeGenero. Was ist da passiert? (Phase I Studie mit Todesfällen, monoklonaler Antikörper gegen Oberflächenmolekül auf Lymphozyten löst Zytokinsturm aus) Was hätte man besser machen können bzw. was hat man daraus gelernt? (nicht alle Probanden gleichzeitig behandeln, sondern zeitlich nacheinander)

 

 

 

Fachgespräch S.W. am 31.03.2014 in Hannover

Prüfer: Stahlmann, Göttlicher, Hengstler, Kramer

 

Vorbereitung: Greim/Snyder (für den Einstieg nur zu empfehlen, an einigen Stellen muss man durch weitere Quellen ergänzen), Marquardt/Schäfer (nix für den Einstieg, aber dann „später“ zum Nachschlagen), Kursunterlagen (fand ich sehr hilfreich und häufig eingängiger als „glatte“ Buchkapitel), Wiki (für die schnelle Schlagwortsuche sowieso, aber auch für komplexere Themen: z.B. Hormone, Kinase-Pathways; DANKE! Spende ist unterwegs), Themen aus BfR-Newsletter (BPA, DEHP, Glyphosat, Vitamin A etc.), aktuelle MAK-Liste (v.a. Kapitel III), Guidance on the application of the CLP criteria, vers. 3 Nov 2013 (nur punktuell, z.B. für den Menschen nicht-relevante Krebsarten, spontane Tumorinzidenzen, C&L wenn Widerspruch Human- und Tierdaten etc.), Fragenkatalog (Danke an die Vorstreiter!)

 

Schwerpunktthemen: Fremdstoffmetabolismus, Organtoxikologie, Analytik, Regulatorische Tox

 

Stahlmann: Lunge

Asbest (Was fällt Ihnen dazu ein?). Der Weg ging über frustrierte Makrophagen, ROS, Fibrose hin zu Lungenkrebs, Pleuracarcinome (!), Mesotheliom und Asbestose. Über die „Packungsjahre“ bei Rauchern sind wir dann auf ein analoges Maß für Asbestbelastung gekommen. Weitere Einflussfaktoren, die eine Progression in Richtung Krebsentstehung fördern (Entwickelt sich jede Faser in der Lunge zum Krebs?): Rauchen, Dosis, Dauer. Weitere Fasern oder Partikel in der Lunge: SiO2, TiO2, CB, Feinstaub (nur genannt).

 

Stahlmann: Reprotox

Relativ oberflächliches Springen zwischen den Erfordernissen von Segment I-III Studien, in-vitro Tests (EST, WEC, Limb Bud MMT – Endpunkte), in-vitro vs. in vivo Testen, Warum sind in-vitro Studien in der Reprotox schwierig? (Fokus hier v.a. auf Metabolismus in Muttertieren), Metabolismusstudien (vorab notwendig zu „Orientierungszwecken“), AUC Tier – Mensch; AUC trächtige – nicht trächtige Tiere, allg. ADME (v.a. Metabolismus) im trächtigen Tier; Relevanz von Studien, wenn AUC nach 10-facher (Human-)Dosis im Tier nur 1/10 der AUC Human (Studie dann wenig relevant?!), kurze Studien wie die Teratologie-Studie vs. 1- oder 2-Generationenstudien (Dosis bei langen Studiendauern müssen geringer gewählt werden, da Maternaltox), wichtig: Exposition der F1-Generation nur über die Muttermilch, Dauer der Schwangerschaft bei Ratten (21d), Zeit der Embryogenese (d6-d15); Embryogenese = Organogenese?! (laut Stahlmann kann man das wohl so allgemein sagen), Warum macht man eine Terastudie, wenn man schon eine Fertilitätsstudie hat? (Man kann in das kritische Zeitfenster der Organogenese „reingucken“, Beurteilung von Variations/Malformations etc.), Könnte man in einer langen Studie keine Effekte sehen, obwohl bei manchen Nachkommen alle 4 Gliedmaßen fehlen? (Ja, die Tiere werfen in der Nacht - wenn es keine Beobachter gibt - und fressen die missgebildeten Nachkommen dann auf).

 

Kramer: Nochmal Asbest

Beim Tunnelbau in Darmstadt wurde Asbest „gefunden“, woher kam der? (ist wohl in vielen Gesteinsarten „endogen“ vorhanden; keine verbuddelten Asbestplatten von Gartenhütten!), Tunnelbau wurde dann gestoppt. Diskussion über das „was jetzt?“ und Überleitung zur nächsten Fragerunde.

 

Göttlicher: Risk Assessment, Risikokommunikation (dieser Teil war mehr ein Gespräch oder vielmehr eine Diskussion; die Fragen entsprechend offen/schwammig/provokativ gestellt; meine Antworten wurden aber immer positiv aufgenommen und dann weiterentwickelt)

Wie geht ein Risk Assessment? Bestandteile: Hazard, Exposure, Referenzwertauslastung etc., Was kommt dann? Risikomanagement, Risikokommunikation etc., wichtig: Risk Assessment und Risk Management werden von 2 unterschiedlichen Personen/Stellen gemacht, Welche Wege schlägt die Presse manchmal ein? Verallgemeinerung von wissenschaftlichen Sachverhalten; genannt habe ich „Männliche Fertilität durch Plastikflaschen in Gefahr“, wir sind dann in der Diskussion auf die östrogene Wirkung von BPA gekommen, aber dass die BPA-Exposition nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft für den Menschen nicht relevant ist, da große MOE, effiziente Entgiftung, geringer Beitrag im Vergleich zu (xenoöstrogenen) Nahrungsbestandteilen etc.

Wie hängen BPA-Exposition und das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom bei Kindern zusammen? Da ich das noch nie im Zusammenhang gehört habe, „kumulative Umweltfaktoren“ auch nicht auf große Begeisterung gestoßen sind, habe ich nach etwas Hin und Her (Denken Sie mal nicht so wissenschaftlich!) einfach mal ins Blaue vermutet, dass es wahrscheinlich irgendwo eine epidemiologische Studie gibt, die einen solchen (zunächst unplausiblen Zusammenhang) „entdeckt“ hat. Damit habe ich wohl voll ins Schwarze getroffen. Was ist dann der nächste Schritt? Identifizierung der wissenschaftlichen Zusammenhänge. Frage nach „ähnlichen“ epidemiologischen Zusammenhängen, die dann tatsächlich zu kausalen Zusammenhängen geführt haben (genannt habe ich: Anilinkrebs und Anilinarbeiter, Hinweis auf einen Zusammenhang, aber dann haben sich bei genauerer Betrachtung die Verunreinigungen und nicht das Anilin als der Krebs-Verursacher herausgestellt). Das Beispiel wurde wohlwollend als gutes Beispiel abgesegnet und die Fragerunde damit beendet.

 

Hengstler (darf ich noch oder sind schon alle zufrieden?): Paracetamol

Wie wirkt das? Begeistert war er von meiner Äußerung, dass das auf die Dosis ankommt (es scheint sich hier um ein wirklich seltenes Prinzip auf dem Gebiet der Toxikologie zu handeln ;-)), Schlagworte, die mit einem positiven Nicken bestätigt wurden: Aktivierung via 2E1 zum Elektrophil NAPQI, Ausscheidung via Sulfatierung, Glucuronidierung, Merkaptursäure, bei Überdosierung (da war es wieder das seltene Phänomen) Lebernekrose in Zone III (perivenös) durch Bindung an Leberproteine.

Was ist Glutathion? Warum sind hungernde Ratten empfindlicher gegenüber Paracetamol? Aminosäure-, Energiemangel, letzter gesuchter Begriff „retikulärer Stress“ (veränderte Proteine im endoplasmatischen Retikulum).

 

Damit war das Gespräch beendet und es hat sich nicht wirklich wie eine klassische Prüfung angefühlt. Durch die relativ offen gestellten Fragen konnte man zunächst einmal selbst erzählen und wurde hin und wieder durch Zwischenfragen auf neue Wege oder zu bestimmten Begriffen geleitet. Es ist wirklich machbar, aber eine gute, umfassende Vorbereitung Voraussetzung, um der (nicht immer sofort erkennbaren) Fährte der Prüfer folgen zu können. Viel Glück!

 

 

 

Fachgespräch G.P. am 31.03.2014 in Hannover

Prüfer: Kramer, Hengstler, Göttlicher, Barth, Stahlmann

 

Umfassende/vertiefte Kenntnisse: Molekulare Zelltox, Genotox/Mutagenese, Regulatorische Tox

Vorbereitung: Marquardt/Schäfer Aufl. 2013 (fand ich allerdings für Reprotox wenig hilfreich, da lieber die Kursunterlagen nehmen!), Kursunterlagen (Reprotox, Fremdstoffmetabolismus, Klinische Tox), Eisenbrandt/Metzler, Wikipedia, diese Fragensammlung

 

Kramer: Sie kennen doch sicher die Mondscheinkrankheit (Xeroderma Pigmentosum)? Ja, vererbbare Krankheit, Betroffene haben keine funktionierende NER, besondere Empfindlichkeit gegenüber UV-Strahlen, da die DNA-Schäden in der Haut nicht repariert werden können à Hautkrebs

Was macht die NER? Schneidet mehrere Nukleotide gleichzeitig heraus und repariert den DNA-Strang wieder. Anderes Reparatursystem: BER, schneidet nur ein Nukleotid heraus.

Was sind das denn für Schäden, die von der NER repariert werden? Zum Beispiel DNA-DNA-Kreuzvernetzungen, z.B. durch Thymidin-Dimere (typische Schäden durch UV), aber auch DNA-Interkalationen, cis-Platin

Welche Schäden werden von der BER repariert? Punktmutationen, z.B. Alkylierungen, AP-Stellen

Kramer: dann gibt es ja auch noch Desaminierungen, z.B. von Cytosin, dann entsteht Uracil, was passiert dann? Fehlpaarung, mit Adenin anstelle von Guanin

Was ist an den Schäden so schlimm? Fehlpaarungen, wenn nicht repariert, dann kommt es durch die Replikation zur Manifestation der Mutation. Welche Arten von Mutationen? Missense-Mutationen, Nonsense-Mutationen, stumme Mutationen.

Welche Konsequenzen haben diese Mutationen? Abhängig davon in welchem Gen sie stattfinden und in welchem Bereich. Besonders kritisch: Tumorsuppressorgene und Onkogene, dort gibt es Hotspots, die oft in humanen Tumoren mutiert sind. Beispiel: p53

Welche Aufgaben hat denn p53? Regulation der Zellproliferation (G1-Arrest) über p21, aber auch Induktion von Apoptose durch Induktion der Expression von CD95.

Wie kann man diese Ereignisse messen? (Ich wusste zunächst nicht worauf er hinauswollte, aber er meinte die Standard-Genotoxtests) Ames Test (habe ich grob erklärt), Zwischenfrage Hengstler: gibt man grundsätzlich kein Histidin hinzu? Doch, da man durch die Gabe von kleinen Mengen Histidin die Proliferation zunächst anregt und einen dünnen Bakterienrasen erzeugt, ohne Proliferation keine Mutationen!

Weitere Tests: Mouse Lymphoma in Säugerzellen (kurz erklärt, ganz grob) und in vitro Mikronukleustest, Chromosomenaberrationstest

Was gibt es für grundsätzliche Probleme bei in vitro Tests mit Säugerzellen? Hohe Rate an Falsch-Positiven durch Cytotoxizität. Wie kommt die Zytotox zustande und warum werden dann die Schäden „falsch“ erkannt? Apoptoseinduktion, apoptotic bodies, DNA-Fragmentierung, dadurch Falscherkennung der Mikronuklei. Worauf er eigentlich hinaus wollte ist, dass der pH-Wert und die Osmolarität gut eingestellt sein sollten, weil es sonst allein deshalb zu Zytotox kommt. Ich konnte dann zusätzlich noch das Beispiel von EGCG anbringen, das in vitro prooxidativ wirkt und dadurch durch H2O2 DNA-Schäden macht (kannten die Herren nicht). 

 

Was gibt es denn so für Kanzerogene Substanzen in unserer Umwelt? PAK. Und wenn man zum Frisör geht, gibt es da auch kritische Stoffe? Ja, aromatische Amine in Haarfarben. Und sonst so in Lebensmitteln? Heterozyklische Aromatische Amine, Acrylamid. Wie entstehen diese Stoffe? Bei HAA wusste ich, dass Muskelkreatinin in Fleisch mit Aminosäuren reagieren bei hohen Temperaturen. Er wollte aber Maillard-Reaktion und Amadori-Umwandlung hören. 

Dieser erste Teil war ein glatter Durchmarsch für mich, weil ich mich auf dem Gebiet ganz gut auskannte. Im Großen und Ganzen wollten sie keine Details hören, nur ab und zu kam eine spezielle Frage.

 

Dann übernahm Hengstler, Thema Molekulare Zelltox (er dachte wohl er tut mir einen Gefallen): wenn man jetzt eine Substanz prüfen möchte hinsichtlich Leber- oder Nierentoxizität, welche Möglichkeiten hat man da auf molekularer Ebene nach Veränderungen zu schauen? Da fielen mir die Omics Technologien ein, z.B. Proteomics. Wie wird denn die Proteinmenge überhaupt bestimmt? Mir kamen nur Fluoreszenzmarkierte sekundäre Antikörper in den Sinn. Prof. Hengstler hat mir dann erklärt, dass das heutzutage mit Massenspektrometrie gemessen wird. Frage: welche zwei Technologien liefern sich denn im Moment eine Art Rennen? Keine Ahnung. Antwort Hengstler: Arrays und ?? (sagte mir gar nichts). Ich nenne Ihnen jetzt einmal ein paar Marker, die auf einem Nierentox-Array so drauf sind und Sie gucken mal, ob Sie damit was anfangen können. Er nannte dann 6 oder 7 Marker, von denen zwei Interleukine waren und Metallothionein (die anderen hatte ich noch nie gehört). Zu Metallothionein habe ich erzählt, dass Cadmium daran gebunden im Körper transportiert wird und auch die Expression induziert, andere Metalle auch. Zu Interleukinen fielen mir Entzündungsreaktionen ein. Damit war er zufrieden. Welche Aussagekraft haben denn die Ergebnisse aus diesen Technologien, brauchen wir jetzt keine 90-Tagesstudie mehr? Hier wollte er darauf hinaus, dass im gesamten Organismus auch Schutzmechanismen vorhanden sind und man mit Arrays etc. bisher nicht das tatsächliche Outcome im Tier oder im Menschen vorhersagen kann.

 

Hier knüpfte Göttlicher an: wie viele Gene hat ein Mensch eigentlich? Keine Ahnung, 1 Million? Nein, ca. 20000. Und gibt es genau so viele Proteine?  Nein, viel mehr (er sagt dann 3 Milliarden). Warum? Durch Posttranslationale Modifikationen und Splicing.

 

Göttlicher: kennen Sie eine neurotoxische Substanz? Blei und Methylquecksilber. Wann macht Blei? Axonale Degeneration. Was sind die Symptome? Polyneuropathie und zentralnervöse Störungen. Wie äußert sich eine Polyneuropathie? Lähmungen. Ja, aber das ist ja schon recht fortgeschritten, was kommt vorher? Taubheitsgefühl und Kribbeln in den Extremitäten. Wenn ein Bekannter zu Ihnen kommt und berichtet er hätte so komische Missempfindungen und Taubheitsgefühle, vermuten Sie dann gleich eine Bleivergiftung? Wie wahrscheinlich ist das? Heutzutage eher unwahrscheinlich, eher Diabetes. Wie lang ist eigentlich ein Axon? Meine Antwort: z.B. eine Armlänge. Ja, und wo entspringt es? Meine Antwort: Gehirn oder Rückenmark (Rückenmark war richtig). Göttlicher: ja, ein Axon muss schließlich vom Rückenmark bis in den kleinen Zeh reichen.

 

Zu Methylquecksilber, was gibt es dazu zu sagen? Organisches Hg, Exposition über Fischverzehr, Anreicherung in der Nahrungskette. Welche Vergiftung gab es in der Vergangenheit? Minamata-Krankheit in Japan. Welche Symptome? Zentralnervöse Störungen. Wie nennt man dann die Erkrankung? (fiel mir nicht ein) Enzephalopahie. Was ist noch problematisch bei MeHg, z.B. wenn man damit im Labor arbeitet? Kam ich nicht drauf, er meinte dermale Exposition, weil elementares Hg gut dermal verfügbar ist. Daraufhin erwähnte ich die Organophosphate, da die auch nur durch Hautkontakt schwere Intoxikationen hervorrufen können. Habe dann alles zu Organophosphaten erzählt was mir einfiel. Was macht man dann bei einer Vergiftung? Man gibt Atropin als Antidot, zusätzlich Oxime. Reicht das? Ist jetzt alles wieder gut, oder muss man beim Patienten noch etwas beachten? (jetzt musste er mich zur Antwort hinführen) Was er hören wollte, war dass Atropin u.U. eine kürzere Eliminationshalbwertszeit hat als die Organophosphate und es damit zu einem zweiten Vergiftungsschub kommen kann, also Thema Toxikokinetik!

 

Letzte Frage von Prof. Barth: warum ist elementares Quecksilber so gut verfügbar? Weil es nicht geladen ist. Wie kommt es dann ins Gehirn? Blut-Hirn-Schranke, kann es nur überwinden, weil es nicht geladen ist. Warum reichert es sich dann im Gehirn an? Weil es in der Zelle zu Hg2+ umgewandelt wird und dann nicht mehr herauskommt. Wie nennt man das? Ionenfalle.

 

Damit hatte ich es geschafft. Bezüglich der Atmosphäre und der generellen Ansprüche der Prüfer kann ich mich nur meinen Vorgängern anschließen. Meistens wollen sie keine Details hören, man sollte aber zu allem etwas sagen können und sich mit Hilfe etwas herleiten können. Wenn man spezielle Fragen beantworten kann, gibt das Pluspunkte. Viel Glück!!

 

 

 

Fachgespräch H.B. im Dezember 2014

Prüfer: Göttlicher, Barth, Schwarz

 

Prüfer: Göttlicher, Schwartz, Barth

Schwerpunkte: Fremdstoffmetabolismus, Molekulare Zelltox, Organtox

 

Den Anfang machte Herr Schwartz: Warum wollten Sie gerne ein Glas Wasser haben? Sympathikus, trockener Mund etc. von da Übergang zu Organophosphaten, was machen die? AChE Hemmung durch Phosphatübertragung. An welchen Rest wird das Phosphat übertragen? Wusste ich nicht mehr, war aber nicht so schlimm. Was sind die Symptome? Cholinerges Syndrom (Beschreiben). Was tut man dagegen? Atropin und Oximtherapie. Was bei Atropin beachten? Halbwertszeit, Dauer der Behandlung. Wozu Oxime? Übertragen Phosphatrest. Was ist noch zu beachten? Da kam ich nicht drauf, er wollte auf die Alterung hinaus.

 

Göttlicher: Übergang zu Organtox, Lunge. Was kann da passieren? Ich sollte da mal frei anfangen was zu erzählen. Habe den Aufbau beschrieben, Bronchien, Bronchiolen, Alveolen. Welche Eigenschaften braucht eine Substanz um dort zu wirken? Habe Gase angesprochen, Wirkort abhängig von der Wasserlöslichkeit (schlecht = Tiefe Kompartimente). Es ging dann über zu Asbest, Lungenödeme, Mesotheliome (kann es leider nicht besser wiedergeben, war nervös!).

Dann war die Epidemiologie an der Reihe. Mögliche Krebsarten in der Lunge sind ja Mesotheliome (Asbest) oder Bronchialkarzinome (Raucher), wie kann man das eigentlich nachweisen? Z.b. Fall-Kontrolle-Studien bei seltenen Tumoren die in einer Gruppe auftreten (Arbeiter). Wie sieht das bei Rauchern aus? Schwieriger, da Bronchialtumoren weiter verbreitet, was gilt es zu beachten? Confounder (wir sind etwas hin und her gesprungen zwischen den Themen, daher kann ich es nicht besser wiedergeben). Zum Thema Confounder wurde noch Anilinkrebs bei Arbeitern angesprochen, was war hier der Confounder? Bin nicht drauf gekommen, er wollte auf die Mischexposition hinaus, ich stand da total auf dem Schlauch, schlechte Vorbereitung zu dem Thema und Nervosität haben ihren Teil dazu beigetragen.

 

Barth: Wie werden denn aromatische Amine verstoffwechselt? Habe den Weg erklärt, schnelle langsame Acetylierer, Nitreniumion, Blasen- und Darmkrebs und was dazu führt. Methämoglobin in Erythrozyten. Wie behandelt man das? Methämoglobinreduktase induzieren. Sind dann auf Cyanid gekommen da dort Methämoglobinbildner (alternatives Ziel für Cyanid) zur Therapie eingesetzt werde, 4-DMAP. Warum 4-DMAP? Geringe Halbwertszeit, lässt sich gut verwenden um einen Spiegel von 30% MetHäm aufrecht zu erhalten.

 

Danach war ich fertig. Wie schon immer berichtet wurde kommt es darauf an Zusammenhänge zu erkennen und wiederzugeben. Die Fragensammlung ist sehr hilfreich aber auch die Kursunterlagen und die übliche Literatur.

 

 

 

Fachgespräch B.H. im März 2015

Prüfer: Göttlicher, Barth, Schwarz

 

Prüfer: Stahlmann, Göttlicher, Arand, Barth, Schwarz

Angegebene Schwerpunkte: Molekulare Zelltox, Tierversuchskunde, pathologische Anatomie und Histologie

Vorbereitung: Fragensammlung!!!!, Marquart/Schäfer/Barth, Kursunterlagen (vor allem die Vorträge der Prüfer in den jeweiligen Kursen!), Wikipedia, Homepages: BfR, EFSA, ECHA

 

Eingangsfrage Stahlmann, sie kommen ja aus der Arzneimittelzulassung, was fällt ihnen zu Contergan ein?

·         Amelien, Phokomelien (erklärt), seltene Inzidenz im Mensch (0.02%), dadurch aufgefallen etc. möglichen Mechanismus angesprochen (VEGF Inhibition). (Erster Kommentar Stahlmann, da kommt jedes Jahr ein neues Paper heraus, ist aber eigentlich unklar, was Thalidomid genau macht.)

·         Zeitfenster für Schädigung wichtig (Woche 4-7) während Organogenese in der Embryonalzeit (Zwischenfrage, ab wann ist es denn ein Fötus: ab 9. Woche Fetalphase).

Wie testet man Teratogenität?

·         Segment II Studie, Ablauf Dosierung d6 -15 Ratte, d6-18 Kaninchen, Schnittentbindung, weil Nachkommen gefressen werden können.

·         Hätte man das in der Ratte erkannt?

·         Nein, deswegen Kaninchen, hier aber auch schwer zu sehen, keine richtigen Phokomelien wie beim Menschen (Kommentar Stahlmann: deswegen sterben tausende Kaninchen jedes Jahr und man erhält nicht unbedingt mehr und bessere Informationen).

Generelle Diskussion, wann und warum Teratogene als Arzneimittel zugelassen werden (wenn ja Arzt Apotheker müssen aufklären, entweder Kontraindikation in Schwangerschaft oder zugelassen und Frau muss Verhüten vor und während Einnahme, Information zu finden in Fachinformation und Rote Liste). Trotzdem Fälle Bsp. Isotretinoin, weil Frauen nicht immer verhüten.

Zwischenfrage Arand: wie lange vorher verhüten?

·         4 Wochen vor Einnahme und 4 Wochen danach,  Arand erklärte noch bei Etretinat (Tigason®) sogar noch 3 Jahre nach Einnahme, da lange Halbwertszeit, ist aber vom Markt deswegen (kannte ich nicht).

Stahlmann weiter: Ob ich ein Arzneimittel kenne, welches kürzlich mit Teratogenität als Nebenwirkung zugelassen wurde?

Habe Valproinsäure genannt, Mycophenolat, Azathiprin. Wollte aber was Aktuelleres hören, erklärt mir, dass es ein neues Glykopeptid Antibiotikum ähnlich wie Vancomycin kürzlich zugelassen wurde (Telavancin, Vibativ®), was ich davon halte?

Kannte das Antibiotikum nicht, bei Vancomycin viel mir Reserveantibiotikum ein und dass es somit nur einer bestimmten, sehr kranken, kontrollierten Patientenpopulation verabreicht wird, hier muss man Nutzen und Risiko abwägen, wenn Schwangere behandelt werden müssen (Fötus schädigen oder Mutter heilen?), ethische Frage etc, er findet es nicht gut, dass solche Substanzen überhaupt auf den Markt kommen auch wegen o.g. Problematik mit Isotretinoin (Stahlmann erzählte viel selbst).

 

Weiter Arand Themenwechsel Dioxine: fiktives Szenario, PCB Gemisch im Futtermittel, Fleisch ist belastet, sie müssen das bewerten, was machen sie?

Gehalt bestimmen, da Gemisch wie? TEF/TEQ, was ist das, wie bestimmen?

TEF (2,3,7,8 TCDD als „toxischstes“ Dioxin hat TEF von 1 per Definition): Erstens geht die Aktivität des Dioxins am AhR und zweitens die Halbwertszeit in TEF ein (Zwischenfrage Arand: nach wieviel HWZ ist der Stoff denn eliminiert? Antwort 4-5 bei Elimination 1. Ordnung).

TEQ = Gemessener Gehalt des Dioxins im Lebensmittel X TEF.

Wenn Grenzwert überschritten, dann vom Markt nehmen.

Würden sie das Fleisch bei einer 5-fachen Überschreitung essen?

Ja, da TDI auf erstens auf täglichen, lebenslangen Konsum berechnet wird und zweitens auch der TDI bei Überschreiten um das 5-fache wahrscheinlich nicht ausgeschöpft würde. Beispiel mit belasteten Hühnereiern genannt.

Weiter Göttlicher: Juschtschenko Fall was hatte der aufgenommen, wie hoch war die Exposition im Vergleich zur normalen Exposition (Tipp: Vortrag von Stahlmann im Immunotoxkurs, bekam Gemisch, kein reines Dioxin über 100.000 ppt), woher wissen sie, ob er vergiftet wurde (die Antwort blieb offen)?

Was ist TCDD chemisch?

2,3,7,8 Tetrachlordibenzodioxin.

Wo kommen denn Dioxingemische in der Umwelt vor? Verbrennung (Bsp. Seveso Chlorphenoxyessigsäure Produktion), wo noch?

Schmiermittel,  Kühlflüssigkeiten, Transformatorenflüssigkeiten. (Göttlicher: Fall in Japan in den Ende 60iger, Yusho-Zwischenfall, PCB/PCDF verseuchtes Reisöl durch defekten Kühlspirale in Produktion, Massenvergiftung, ich wusste die Einzelheiten nicht).

Schwarz/Göttlicher: Wo noch? Innenräume, Brandschutzisolierung, Fugenmaterial, bedenklich?

Nein, da kontrolliert und unter Arbeitsschutzbedingungen angewendet.

Darf man mit Dioxinen am Arbeitsplatz überhaupt umgehen, gibt es da Grenzwerte?

Diskussion über MAK Werte für Kanzerogene, was sie bedeuten, Einstufungen, wichtig Einstufung nach Mechanismus (Schwellenwertkanzerogene).

Darf man überhaupt mit genotoxischen Stoffen am Arbeitsplatz umgehen?

Ja, mit Vorsichtsmaßnahmen/Arbeitsschutz. Genotoxische Stoffe werden z.B. häufig in Synthesen verwendet wegen hoher Reaktivität.

Welche Konsequenzen für Arbeitgeber, wenn mit kanzerogenen Stoffen im Betrieb umgegangen wird?

Arbeitsunfall, Berufsgenossenschaft zahlt ggfs., je nachdem wie Stoffe nach MAK eingestuft sind.

 

Der letzte Teil war nicht mein Thema, ich kannte z.B. die genauen Einteilungen der MAK Kommission nicht und den Zweck (Arbeitsunfälle etc.), war aber nicht schlimm. Man wollte nur sehen, ob man auch in fachfremden Themen die Antwort herleiten kann. Im Prinzip wird man mit vielen Hilfestellungen dann auf die richtige Fährte geführt. Herr Göttlicher sagte mir später, dass gerne mit einem dem Prüfling vertrautem Thema angefangen wird (in meinem Fall Arzneimittel) und man dann versucht, fachfremde Themen anzureisen, um zu sehen, „ob da auch was da ist“ (allerdings kein Detail wissen, das Herleiten ist hier wichtig).

 

 

 

Fachgespräch B.S. im März 2015

Prüfer: Göttlicher, Barth, Schwarz

 

Prüfer: Göttlicher, Schwarz, Stahlmann, Arand, Barth

Schwerpunkte: Analytik, Fremdstoffmetabolismus, Regulatorik

 

Arand:

·         Wie gehen sie vor, wenn Sie einen Stoff bewerten sollen? Hier war das 4-Stufen-Prinzip der Risikoabschätzung gefragt - Hazard, Dosis-Wirkung, Exposition, Risk

·         Stellen Sie sich vor zu Ihnen kommt ein Patient ohne Beschreibung einer klaren Vergiftung und nehmen wir an er ist Bewusstlos, was machen Sie? --> Vitalfunktionen, Atmung, Kreislauf, Pupillenstellung --> Blutabnahme, ggf. Urin --> ins Labor für ein Screening. Ggf. Hinweise ans Labor sofern ein Verdacht besteht. Bis zum Ergebnis symptomatisch behandeln (Sympathikus/Parasympathikus).

·         Paracetamol --> 20 Tabletten, wie geht es dem Patienten, was ist zu tun --> Aktivkohle, N-Acetyl-Cystein für Entgiftung, Metabolismus, Phasenweiser Verlauf

 

Göttlicher:

·         Sagt Ihnen alpha-Amanitin etwas? Wie würde sich jemand mit einer Vergiftung fühlen… Gibt es dort auch einen mehrphasigen Verlauf? Was würde er sagen, Wirkung Amanitin, dann Frage nach dem Wirkmechanismus (RNA-Polymerase, wusste ich nicht, habe mich aber mit Göttlicher über Rezeptor, usw. schrittweise angenähert). Zielorgan, Effekt.

 

·         Offenbar spielt die RNA-Polymerase auch bei der Aufnahme von Stoffen im GI-Trakt eine wichtige Rolle, das wusste ich allerdings nicht.

·         Welche Faktoren bestimmen wo und ob ein Stoff im GI-Trakt aufgenommen wird --> spezifisch über Transporter bzw. unspezifisch. Kannte keine influx-Transporter, habe hier aber die ABC-Transporter als Efflux-Transporter angesprochen. Wichtig war Polarität, Größe, unspezifische Aufnahme ist bevorzugt, weil spezifischer über Transporter ggf. zu große Intraspezies-Unterschiede

 

·         Leberfibrose, welche Zellen genau (Bindegewebszellen), was passiert dabei. Als Chemiker habe ich mich dabei nicht gerade brillant geschlagen und bin auf Abwege geraten

è Aus welchen Zellentypen ist die Haut aufgebaut

·         Wo kann es noch zur Fibrose kommen --> Gehirn, Lunge, wie heißen dort die Zellen die zur Fibrose führen --> Gehirn, Gliose, Gliazellen

 

·         Neurotox: Welche Verbindung fällt ihnen da noch ein à Alkohol à Unterschied ZNS, periphere Neuropathie

è Welcher Stoff macht noch periphere Neuropathien --> Endlich konnte ich Organophosphate anbringen, hatte über Jahre damit gearbeitet Sind die peripheren Neuropathien die typische Wirkung von OP sehr detailliert zu Organophosphaten und der Hemmung der AChE. Angriff, was passiert, wo genau wie binden die Oxime,…

·         OP haben eine kurze HWZ, ist denn alles wieder OK wenn sie nach kurzer Zeit ausgeschieden sind? Nein, wg sehr stabiler phosphorylierung der AChE

·         Zwischenfrage zu Carbamate, wo/wie wirken sie --> Unterschied zu OP reversible, keine Oxide möglich,…

 

Zum Abschluss noch 2 Seiten Strukturformeln:

Aflatox B1

Nitrosamin

BaP, Phenanthren

2 Aromatische Amine à Frage wie die Substanzen wirken à Kanzerogen, Leber,.. à Alle? Nein à PAK Bay-/Fjord,… nur ganz kurz angerissen.

2. Seite ein Phthalat und ein Phthalat mit Doppelbindung in der Seitenkette:

Denken Sie an REACH, kann man hier einen einfachen read-across machen --> nein, habe mich zum Metabolismus von Phthalaten ausgelassen, dabei wird der entsprechende Alkohol frei --> wie heißt der dann, Wirkort, …

 

Damit war es dann auch geschafft. Die Stimmung war entspannt, die Prüfer gut gelaunt und jede Aussage wurde gut und sehr wohlwollend aufgenommen. Obwohl ich bei den Zelltypen nicht wirklich sattelfest war hat mich Herr Göttlicher dort gut und sehr fair durchgeleitet.

Mein Eindruck war, dass die Herren sehen wollten, dass man sich vorbereitet hat und sich "gut orientieren kann" so Göttlicher.

Detailwissen ist weniger gefragt, der Überblick und die Zusammenhänge sollten klar sein.

Zur Vorbereitung habe ich Vohr (Band 1 + 2), bei Bedarf den Marquardt, zur Anatomie den Mutschler und zur Physiologie und den div. Arzneimittel die Forth, Henschler (allg und spez. Pharmakol. und Toxikol) dazu Lebensmitteltoxikologie von Nau, Steinberg, ein paar wenige Dinge aus Greim/Deml und natürlich Wikipedia für die schnelle Schlagwortsuche benutzt.

Und natürlich (klar!) die Altfragen. Nach dem ersten Durchmarsch waren die Kursunterlagen an vielen Stellen sehr hilfreich (v.a. Klin. Tox, Mol. Zelltox, Organtox)

 

 

 

Fachgespräch K.H. im Oktober 2015

Prüfer: Göttlicher, Barth, Schwarz

 

Material zur Vorbereitung: Vohr- „Toxikologie in 2 Bänden“ zum Einstieg, die Kursunterlagen und an manchen Stellen   Marquardt / Schäfer / Barth „Toxikologie“; natürlich auch das Internet und vor allem diese Fragensammlung

Anwesende Prüfer: Stahlmann, Göttlicher, Hengstler, Arand, Schwarz, Kramer und Kayser

 

Stahlmann:

In der Presse steht „Dioxin ist DAS Umweltgift“, ein Medizinstudent fragte mich deshalb gibt’s dagegen ein Antidot – was halten Sie davon?

Ich hab ziemlich weit ausgeholt und viel erzählt, zum Schluss war klar – akuter Effekt beim Menschen „nur“ Chlorakne – also kein Antidot notwendig.  

Über Dioxin sind wir auf die Immuntoxikologie gekommen.

·         Welche Tests würden sie durchführen um Immuntox nachzuweisen (hier hab ich eher spezielle Tests genannt – TDAR, Host –Resistance, FACS Analyse von Zellpopulationen)?

·         Welche wichtigen Zelltypen gibt es?

·         Welche Tests aus der Standardtox-Batterie um immuntoxische Effekte zu finden? (repeated dose studies)

·         Welche Flags würden auf immuntoxische Effekte hinweisen? (diverse Parameter aus den hämatologische Untersuchungen besprochen, makroskopische Untersuchung der Lymphatischen Organe und Lymphknoten, sowie ggfs. Histopatho zumindest Hochdosisgruppe und Kontrolle)

·         Sie hatten TCDD erwähnt – ist es kanzerogen?

 

Schwarz:

·         Sie kennen REACH – und das Prinzip des Read-across? Erklären Sie bitte kurz worauf es ankommt.

·         Danach hat er mir zwei Strukturen gegeben und gefragt ob ich hier read-across machen würde.

·         Antwort war nein und darüber sind wir dann auf den Metabolismus der Substanzen zu sprechen gekommen, was der Unterscheid sein dürfte, warum die Metaboliten der einen Substanz toxisch sind, wie sie heißen und welche Tox sie auslösen.

 

Göttlicher: Thema Stickoxide

·         Welche Tox?

·         Wo besorgen Sie sich Referenzwerte für den Arbeitsplatz?

·         Wie verläuft die Regulation in der Umwelt? Was sind die Prinzipien der Regulation von Umweltkontaminanten (diverse Schutzgüter im Vgl zum Arbeitsplatz eben Allgemeinbevölkerung, z.T. vorgeschädigte Personen, Regulation auf EU Ebene)

·         Warum ist in diesem speziellen Fall der Umweltreferenzwert nur so geringfügig unterhalb des AGW? (letztlich war es eben die technische Machbarkeit)

 

Hengstler:

·         Was ist eine Mutation?

·         Was beinhaltet die Standardbatterie für die Gentox-Testung?

·         Beschreiben Sie den bakteriellen Rückmutationstest?

·         Warum gibt’s auf Kontrollplatten auch Kolonien?

·         Genomische Instabilität – bringen Sie es auf den Punkt.

·         Wie viele Mutationen häufen sich in einem Tumor so an?

 

Kramer:

·         Es gab einen Todesfall am Strand in Thailand – junge Frau, quasi umgefallen und tot. Was können Sie sich vorstellen ist passiert? Da ich aus dem Bereich der bakteriellen Toxine kam – bin ich in Richtung der Toxinwirkung von Tieren gegangen – wir haben zusammen erarbeitet, dass es tatsächlich die Würfelqualle war mit Neurotoxinen und hämolytischen Toxinen.

 

Das war es dann auch schon. Wie alle Prüflinge vor mir muss ich sagen, dass es eine sehr angenehme Atmosphäre war. Wenn ich richtig geantwortet hatte wurde ich bestärkt von den Anwesenden; wenn ich nicht direkt drauf kam gab es Hilfestellung vom Fragenden. Man hat also mehr miteinander gesprochen und es war nicht nur Frage-Antwort.

 

 

Fachgespräch J.L. im Februar 2016 in Berlin

Prüfer: Göttlicher, Barth, Schwarz, Kramer

 

Angegebene Schwerpunkte: Allgemeine Tox und Organtox, Versuchstierkunde, Regulatorische Tox

Geprüfte Gebiete: Chemische Kanzerogenese, Arzneimitteltox, allgemeine Tox

 

Material zur Vorbereitung: die Kursunterlagen, Vohr „Toxikologie in 2 Bänden“ zum Querlesen, Marquardt / Schäfer / Barth „Toxikologie“ für Details und zur Vertiefung; viel Internet für grobe Übersichten und ganz wichtig diese Fragensammlung

 

Einstieg: Chemische Kanzerogenese

Sie bekommen einen unbekannten Stoff auf den Tisch, wie gehen Sie vor? à Chemische Strukturformel, Recherche verfügbarer Daten, read across, mögliche Metaboliten und Strukturverwandte; anschließend in vitro Tests à Ames Test + S9 Mix, erklären warum, was Ames detektiert

CCl4 im Ames Test negativ, warum? à durch S9 Mix umgesetzt, CCl3 Radikal instabil und sofort umgestezt, kommt gar nicht an

Comet: detektiert der Assay Einzel- oder Doppelstrangbrüche? Wie funktioniert Comet genau? à bei sehr stark alkalischem pH werden Einzelstrangbrüche detektiert, sonst Doppelstrangbrüche

Welche Kanzerogene werden hier nicht detektiert? Beispiele? à Nicht-genotoxische Kanzerogene, z.B. Dioxin (nach IARC als Klasse I Humankanzerogen eingestuft) (in der Nervosität nichts anderes eingefallen)

Wie weisen Sie nach, dass Dioxin kanzerogen ist? à Seveso, hochexponierte Personen, Erhöhung Inzidenz Krebserkrankungen.

Welche Studien? à prospektiv zu lang (Latenz bis Krebsentstehung), teuer, daher retrospektiv, Fall-Kontroll Studien

Wurde erhöhte Krebsrate festgestellt? à Nein. Warum dann doch Annahme, dass nicht-genotoxisches Kanzerogen? à Evtl. häufige Art der Krebserkrankung, so dass erhöhte Inzidenz nicht festgestellt wird. (war eher eine Diskussion, nicht eindeutig geklärt bisher)

Wo entsteht durch Dioxin im Tierversuch Krebs? à Leber

Chromosomen Aberrationstest positiv, alle anderen Genotox Tests  negativ, wie ordnen Sie das ein? à Durchführung genau anschauen, GLP, gleiches Labor, Abklären Bedingungen wie pH, Reproduzierbarkeit, Zytotox,…

Zurück zum unbekannten Stoff auf dem Tisch: was testen Sie neben der Fragestellung chemische Kanzerogenese noch? Wie gehen Sie vor? à in vitro Tests zur Dynamik und Kinetik, Untersuchung der Umsetzung (Metaboliten)

Wenn unklar ist, was der Soff ist, was könnte es sein? Gehört werden wollte Chemikalie, Arzneimittel, Nahrungsergänzungsmittel etc. mit den verschiedenen Teststrategien (Arzneimittel Wirkung und Nebenwirkung, Chemikalie Exposition und Toxizität…)

Was könnte noch drin sein? à Rückstände (Nahrungsmittel), Gemische

Was für Rückstände? Wie testen? Wo relevant? à Arzneimittel, Pflanzenschutzmittel, verschiedene Anwendung (Arznei versus Nahrung). Bei Nahrung: relevant für Anwender (Arbeitsschutz, Exposition bei Pflanzenschutzmitteln) und Konsument (Sicherheit der Aufnahme, Zeit bis Verzehr, Höhe der Gehalte, Extrapolation/Abschätzung von Gesamtaufnahmen, Prüfen der verzehrten Teile (ob überhaupt enthalten))

Thema Pflanzenschutzmittel, was gibt es da? à Organophosphate (in der Nervosität keine weiteren eingefallen)…Glyphosat etc.

Wirkung der Organophosphate? à Acetylcholinesterase-Hemmung

Wie erkennen Sie eine Vergiftung? à Parasympathikus überstimuliert, Speichelsekretion, Pupillen eng (vor Aufregung weit gesagt).

Was geben Sie da? à Atropin, da Atropin an Acetylcholinrezeptor bindet und Obidoxim, was Serin für die Regeneration der Acetylcholinesterase bereitstellt. Atropin nachdosieren, da Halbwertszeit relativ kurz.

Wie dosieren Sie nach? à bis Pupillen wieder normal

Geben Sie Obidoxim immer, auch wenn Sie nicht sicher wissen, dass es eine Organophosphatvergiftung ist oder vielleicht durch Carbamate? à Nein, da Obidoxim bei Carbamaten kontraindiziert, da Wirkungsverstärkung. Acetylcholinesterase bei Carbamaten nicht irreversibel inhibiert.

 

Prüfungsatmosphäre: Sehr angenehm und wohlwollend. Wenn man nicht sofort drauf gekommen ist, wurde weitergeholfen, was aber nicht schlimm war.

 

 

Fachgespräch B.L. im Oktober 2016 in Frankfurt

Prüfer: Göttlicher, Barth

 

Schwerpunkte: Fremdstoffmetabolismus, Mutagenese, Regulatorik

 

Vorbereitung:

Kursunterlagen, Fragenkatalog, Marquardt-Schäfer, BfR Homepage, EFSA Opinions

 

 

1. Fragerunde (Göttlicher):

Sie betreuen die Entwicklung eines neuen Produktes, wie gehen Sie vor? Schnell war klar, dass er auf Gentox hinaus wollte: genotoxische Kanzerogene unerwünscht in Verbraucherprodukten, da kein Schwellenwert/sichere Dosis, relevant auch für Kurzzeitanwendungen, im Gegensatz zur Kanzerogenitätsstudie relativ einfache/kurze Studien, Unterschied genotox. Kanzerogene vs. Promotoren bzgl. Testung/Wirkung/Anwendung, Mehrstufenmodell der Kanzerogenese.

Wie kann die DNA geschädigt werden und wie sehen diese Schäden aus? Was wird an die Tochterzelle weitergegeben? Chemisch, oxidativ, spontan ohne äußere Einflüsse, Beeinflussung der DNA-Reparatur, Basen/Chromosomenschäden, MNT; relativ detailliert

Warum ist DNA-Reparatur so wichtig? Diskussion über Krebs, Überlebenschancen einer Zelle mit genet. Defekten, Gendefekte wie Xenoderma Pigmentosum etc. und DNA-Reparaturmechanismen.

Wann werden Kanzerogenitätsstudien in der Pharmaentwicklung durchgeführt (parallel zur Klinik, Promotion aufgrund Kurzzeitanwendung nicht relevant), wann müssen ggf. keine durchgeführt werden (Kurzzeitanwendung, risk-benefit ratio spezieller Anwendungen, OTC vs. verschreibungspflichtige Medikamente). Kurzer Austausch zur Entwicklung von Antibiotika (multiresistente Stämme, polit.-strategische Hintergründe etc.).

 

2. Fragerunde (Barth):

Welche Patientengruppen sind besonders empfindlich gegenüber genotox. Kanzerogenen? Schwangere, Kinder, Träger von Polymorphismen in beteiligten fremdstoffmetabolisierenden Enzymen

Welche ist die giftigste Pflanze Deutschlands und wie wirkt sie? Ich tippte auf den Fingerhut, es ist aber der Eisenhut, dessen Wirkmechanismus ich leider nicht wusste. Ich durfte dann den des Fingerhuts erklären (Hemmung der Na/K-ATPase im Herz) samt klinischer Anwendung.

Welche Giftpflanzen gibt es, die auf die Zellteilung wirken? Herbstzeitlose, Colchicin, Mechanismus und Target (Tubulin).

Nennen Sie Stoffe, die durch Wirkung auf das Immunsystem Krebs auslösen? Nach einigem Nachfragen (welche Art von Immunzellen gibt es, welche Zytokine kennen Sie, man kann den Stoff einatmen…) war klar, er wollte auf Asbest hinaus: starre Faser, frustrierte Phagozytose, Alveolen, Einwanderung von Monozyten, persistierende Entzündung, ROS, mechanische. DNA Schädigung, Pleuramesotheliome (das Stichwort musste fallen)

 

3. Fragerunde (Göttlicher):

Welche Schäden kann die Lunge neben Krebs noch davon tragen? Reizgase (z.B. NOx, Phosgen), reaktiv, erreichen die Alveolen, Entstehung, Besonderheiten (Latenz) und Behandlung des Lungenödems

Warum verursacht Formaldehyd kein Lungenödem? Sehr reaktiv, gut wasserlöslich, daher Abscheidung in den oberen Atemwegen

 

Die Atmosphäre war trotz Aufregung freundlich und angenehm. Bei Hängern wurde die Lösung mit unterstützenden Fragen gemeinsam erarbeitet. Es war tatsächlich ein Prüfungsgespräch und kein stures Abfragen von auswendig gelerntem Detailwissen, es wurde eher Wert auf Zusammenhänge und Hintergründe gelegt. Die Mitglieder der Prüfungskommission, die ohne zu fragen anwesend waren, machten ab und an mal eine Anmerkung und nickten immer anerkennend, wenn ich eine Frage beantwortet hatte.

 

 

 

Fachgespräch I.W. am 6.3.2017 in Heidelberg

Prüfer: Göttlicher, Barth, Hengstler

 

Angegebene Schwerpunkte: Regulatorische Tox, Gentox, Molekulare Zelltox

 

Material zur Vorbereitung: Greim/Snyder, Metzler/Eisenband, die Kursunterlagen, Marquardt / Schäfer / Barth „Toxikologie“ nur für Details; viel Internet für grobe Übersichten und ganz wichtig diese Fragensammlung, BfR-Homepage für aktuelles

 

Göttlicher:

Sie habe doch während der Promotion sich mit Gentox beschäftigt (kannte meinen Prof.), dann steigen wir mal damit ein.

Beschreiben Sie mal wie es bei der Krebsentstehung zur Initiation kommt.

Ich habe hier zunächst weit ausgeholt und mit den beiden diskutierten Krebsmodellen (Initiation-Promotion-Progression und Hanahan Weinberg) angefangen. Berenblum Experimente. Dann Beschreibung von typischen DNA Schäden. Oxidative Schäden durch ROS, Bulky Adducts durch z.B. Benzo[a]pyren (auf dem Tisch lag ein Blatt mit Formeln...), Quervernetzungen durch z.B. UV-Licht (6-4-Photoprodukte, Cyclopyrimidin-Dimere) oder z.B. Cisplatin, Einzel- und Doppelstrangbrüche. Es gibt auch clastogene und aneugene Substanzen. Abgrenzung zur Mutation. Dann am Beispiel von 8-Oxoguanin GC nach TA Transversion beschrieben. Manifestation einer Mutation aus DNA Schaden (nach zwei Replikationen).

Hier hakte Göttlicher ein: Muss es immer zu einer Replikation kommen um eine Mutation nach DNA Schaden auszulösen? Nein. Eine Glykosylase (z.B. OGG1(Mensch), Fpg (E.coli) bei 8-Oxoguanin) schneidet die geschädigte Base aus. Es kommt zur AP Stelle. Reparatur kann dann eine fehlerhafte Base einbauen.

Wie viele oxidative DNA Schäden gibt es in der Zelle?

Habe viele Tausend pro Tag gesagt, was in Ordnung war.

Wie werden DNA Schäden repariert?

Habe hier die wichtigsten Mechanismen genannt (BER, NER - wichtige Schritte nennen (TCR, GGR), Homologe Rekombination, Non-homologous End Joining (NHEJ, Doppelstrangbruchreparatur).

Welcher Reparaturweg ist fehlerbehaftet?

NHEJ

Sie haben vorher Hanahan/Weinberg genannt. Zur Krebsentstehung braucht es 4-5 Mutationen. Wie kann es sein, dass es zufällig immer die gleiche Zelle trifft? Das ist doch extrem unwahrscheinlich.

Die initiierte Zelle hat durch erste Mutation einen Selektionsvorteil (z.B. keine Apoptose bei defektem p53 oder geschädigte DNA Reparatur). So werden weitere Mutationen begünstigt.

Chromosomen-Schäden, welche gibt es da, wie kann man das nachweisen?

Brüche, Aneugene, Chromosomentranslokationen, SCEs,...

Nachweis über CA-Test (Protokoll beschrieben) oder MN.

Chromosomentranslokation: Wo tritt so was auf (Gewebe)? Wie heisst die Krankheit?

Nach längerer Diskussion und Hilfe bin ich auf Blut (Leukämie) gekommen. Philadelphia-Syndrom (Habe ich nicht gewusst). Welcher Krebs tritt denn bei jungen Menschen auf? Habe hier DES (transplazentare Kanzerogenese), und Erbkrankheiten (XP, Retinoblatom) genannt. Er wollte aber Leukämie hören. ( Nach der Prüfung hat mir Göttlicher noch gesagt, dass er hier extra über das gelernte hinaus Fragen wollte...

Sie haben vorher Cisplatin erwähnt. Was ist das wie wirkt es?

Zytostatikum, Quervernetzung der DNA, wirkt auf sich schnell teilende Gewebe wie Tumoren.

Wirkt das nicht auch auf alle anderen Zellen und kann dann selber zu Mutationen führen?

Ja!

Warum gibt man dann Cisplatin?

Abwägung der Risiken. Vor allem bei älteren Patienten (z.B: Colon-Krebs), denen es egal ist, wenn Sie 20 Jahre später wieder Krebs bekommen. Bei jüngeren Patienten ist das Abwägungssache. Es ist aber wohl schon beobachtet worden, dass es durch die Behandlung viele Jahre später zu neuen Tumoren kommt.

 

Hengstler:

Wie kommt es ausser Gentox noch zu Clastogenität?

Mit etwas Hilfe: Spindelgifte, Veränderung von pH oder Osmolarität, Freisetzung von Nukleasen aus Zellorganellen.

Unterschied zwischen Mutation und Klastogenität?

Klar trennen, zwei unterschiedliche Endpunkte. Wollte hier die Regulatorik (REACH) ins Spiel bringen. Wurde allerdings nicht aufgegriffen.

Wie sieht mitochondriale DNA aus, für was codiert Sie?

Ringförmig, wie beim Bakterium. Codiert für Enzyme in der Atmungskette.

Was ist eine Mutation?

Habe hier zunächst mehrfach Veränderung in der DNA Sequenz gesagt. Gehört werden wollte, dass sich die Veränderung in der nächsten Generation manifestieren muss und zu veränderten Proteinen führt.

 

Barth:

Wir hatten ja gerade die Atmungskette. Welches Gift wirkt da?

Cyanid, Beschreibung Vergiftung, Behandlungen (Thiocyanat, 4-DMAP um MethHb zu bilden)...

In welche Oxidationsstufe liegt Eisen in der Atmungskette vor? Fe3+

Gibt man 4-DMAP auch bei Rauchgasvergiftungen mit Cyanid?

Nein, da co-exponiert mit CO (Mechanismus kurz erklärt).

Welches Antidot gibt man stattdessen zusammen mit Thiocyanat?

Vitamin B12 (bindet CN-)

 

Insgesamt war die Atmosphäre gut. Bei der Gentox ging es, trotz dass es mein Spezialgebiet war, wirklich ans Eingemachte. Göttlicher wolle hier über das gelernte hinaus Fragen. Es war für Ihn aber ok, wenn man erst durch Hilfen auf die Lösung gekommen ist. Er hat nicht erwartet dass man das alles gleich weiss.

 

 

Fachgespräch von E.U. am 6. März 2017 in Heidelberg

Anwesende Prüfer: Barth, Göttlicher, Hengstler (gefragt haben nur Herr Göttlicher und Herr Hengstler)

 

Mein Hintergrund: Promotion im Bereich Leberkanzerogenese im Nager, einige Jahre Berufserfahrung in der Industrie (hauptsächlich REACH-Bearbeitung)

Angegebene Schwerpunktthemen: Chem. Kanzerogenese, regulatorische Tox, Organ- und allgemeine Tox

 

1. Fragerunde Hengstler:

Herr Hengstler reichte mir das schon oft erwähnte Blatt mit verschiedenen Strukturformeln. Darauf waren Aflatoxin B1, ein Phthalat, Benzo(a)pyren, Trichlorethen, ein aromatisches Amin, ein Nitrosamin (NNK) und noch ein paar weitere Strukturen zu sehen, die ich schon nicht mehr weiß. Es waren aber alles „Klassiker“, denen man während der Vorbereitung auf jeden Fall über den Weg läuft. Ich sollte mir eine Struktur aussuchen und erzählen, was mir dazu einfällt. Meine Wahl fiel auf Aflatoxin B1 à Vorkommen als Lebensmittelkontaminante, z.B. in Getreideprodukten; Produktion durch Schimmelpilze à Zwischenfrage Hengstler: „Wissen Sie, wie der Pilz heißt und aussieht?“ – „Aspergillus…“ bekam ich noch hin, den Rest nicht, war aber auch überhaupt kein Problem (richtig wäre Aspergillus flavus gewesen, ist wohl gelb). à Weiter ging es: Potentes gentoxisches Kanzerogen im Menschen, Zielorgan vorwiegend Leber, da hier Giftung durch CYP3A4 besonders effizient. An Strukturformel einzeichnen, wo und wie die metabolische Giftung abläuft: Epoxidbildung an 8,9-Position, elektrophile (Epoxid-Kohlenstoffe) und nukleophile (Epoxidsauerstoff) Zentren im entstandenen Epoxid zeigen à Wie reagiert das Epoxid jetzt weiter? à Reaktion der elektrophilen Kohlenstoffe mit Stickstoff in DNA-Basen, z.B. N7 in Guanin à Adduktbildung à Was passiert dann? à N-glykosidische-Bindung zum Zucker-Phosphat-Rückgrat kann durch N7-Adduktbildung destabilisiert werden, was zu einer AP-Stelle führt à Führt in Folge zu einer Mutation, da bei Replikation im Folgestrang nach „Zufallsprinzip“ eine falsche Base eingebaut wird. Andere Möglichkeit: Fehlpaarung mit dem Addukt, führt bei Replikation zu GàT-Transversion à Muss es zwangsläufig zu einer Mutation kommen? à Nein, DNA-Schaden könnte auch über NER repariert werden. à Ist eine Mutation immer etwas Schlimmes? à Nein, kommt auf die betroffene Genregion und das entstehende Genprodukt an: Stumme oder Nonsense-Mutationen führen i.d.R. nicht zu einer initiierten Zelle, aber Mutationen in Protoonkogenen oder Tumorsuppressorgenen können problematisch sein. Ich hatte als Beispiel Ras erwähnt, daher die nächste Frage: Warum können Mutationen in Ras zu Tumoren führen? à Die „Hotspots“ für Mutationen beeinflussen die Interaktion von Ras mit seinen Regulatorproteinen GEF und GAP, dadurch bleibt Ras dauerhaft in seiner aktiven, GTP-gebunden Form und aktiviert die Downstream-Kaskade. Herr Hengstler ergänzte noch, dass die Mutationen auch zu einer Konformationsänderung in Ras führen. Dieser letzte Teil war relativ detailliert, war aber auch mein Promotionsthema und ich hatte das Gespräch selber aktiv darauf gelenkt.

 

2. Fragerunde Göttlicher:

„Wenn Sie in Ihrer täglichen Arbeit einen nachgewiesenermaßen mutagenen Stoff vor sich haben, was passiert dann damit?“ à Kommt auf die Verwendung an; Viele rein industriell gehandhabte Stoffe sind mutagen, weil sie reaktiv sein müssen, Exposition kann aber durch geschlossene Bedingungen und Schutzausrüstung der Arbeiter kontrolliert werden. Dennoch liegt formal ein CMR-Stoff vor à kann unter REACH potentiell als SVHC identifiziert und in Bezug auf bestimmte Anwendungen auf die Liste authorisierungspflichtiger Stoffe gesetzt werden, oder bestimmte Verwendungen fallen unter die Restriktion à Wie kann ein Registrant einen Authorisierungsantrag stellen? à 2 Möglichkeiten: Entweder wird demonstriert, dass das Risiko trotz der bekannten Gesundheitsgefahren unter Kontrolle ist („adequate control route“), oder die sozioökonomische Analyse zeigt, dass ein Verbot des Stoffes mit mehr gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Nachteilen als Vorteilen verbunden wäre. à Über den Zettel mit den Strukturformeln vom Anfang kamen wir auf DEHP als Beispiel für eine Substanz, die einer Restriktion unterliegt: Welche Gesundheitsgefahren werden für DEHP diskutiert? à Peroxisomenproliferation über Bindung an PPARalpha, in Nagern werden auch Lebertumore beobachtet, dafür gibt es allerdings im Menschen keine Hinweise. Zwischenfrage: Gibt es andere Peroxisomenproliferatoren, denen gegenüber der Mensch exponiert ist? à Ja, Fibrate als Lipidsenker, die große Basis an Humandaten deutet auch hier darauf hin, dass Lebertumore im Menschen nicht entstehen. à Wenn PP-induzierte Lebertumore für den Menschen also nicht relevant sind, warum unterliegt DEHP dann einer Restriktion? à Hodentox, sieht man auch in PPARalpha-KO-Mäusen, diese Effekte scheinen also unabhängig von PPARalpha vermittelt zu werden. Insbesondere Effekte auf den sich entwickelnden Hoden können im Menschen nicht ausgeschlossen werden, daher Restriktion für Verwendung in Baby-/Kinderartikeln (Spielzeug, Transfusionsschläuche in Neonatologie…). à Fällt Ihnen ein weiteres Beispiel für einen Stoff unter Restriktion ein? à Mit etwas Hilfe kam ich dann auf Bisphenol A, auf das er scheinbar hinauswollte: Vermeintlicher endokriner Disruptor, aber uterotrophe Wirkung im Nager ist schwach und Relevanz für den Menschen fraglich, da Metabolismus und Ausscheidung effizient und schnell, sehr kontroverse Diskussion in der Öffentlichkeit à Frage: Bisphenol A wird mit sehr vielen Effekten in Verbindung gebracht, u.a. wurde auch ein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen der Konzentration an BPA-Metaboliten im Urin und der Inzidenz von ADHS bei Kindern publiziert, wie würden Sie so etwas bewerten? à Kausalität bewerten, Abwesenheit von Confoundern (z.B. Lebensstil-Faktoren) nachweisen. à Frage: Welche Lebensstil-Faktoren könnten denn zu einer erhöhten Konzentration an BPA-Metaboliten führen? à Hier wurde es etwas konfus… Herr Göttlicher hat viel selbst geredet und meinte letztlich, dass auch Stress zu Hause zu erhöhter BPA-Exposition führen könnte (wenn z.B. das Kind sein morgendliches Heißgetränk nicht in aller Ruhe zu Hause aus einem Keramikbecher, sondern in totaler Hektik unterwegs aus einem Plastikbecher zu sich nimmt). Der höhere Stresspegel könnte dann wohl auch verantwortlich für das ADHS sein, und nicht BPA :-) Letzte Frage: Mittlerweile wird ja so gut wie jeder Stoff in die „Endokriner-Disruptor-Ecke“ gedrängt: Wie wird die Industrie dieser Herausforderung in den nächsten Jahren begegnen? à Das war bewusst als offene Frage gestellt, denn Herr Göttlicher meinte, er hätte auch keine Antwort drauf, wüsste aber gerne, wie ich das sehe. à Ich habe einfach laut gedacht: Problem einer fehlenden verbindlichen Definition für ED; ED ist kein Endpunkt, sondern kann eine Vielzahl physiologischer Konsequenzen haben; Häufig ergibt sich der ED-Verdacht auf Seite der Behörden durch Indikatortests, z.B. Östrogenrezeptorbindung, dabei wird aber keine Aussage über Agonismus/Antagonismus oder die finalen Konsequenzen im Organismus gemacht. Am Ende waren wir uns einig, dass in die Richtung noch viel Arbeit auf mich zukommen wird :-)

 

Damit war es dann geschafft. Ich kann nur bestätigen, was viele hier schon geschrieben haben: Es war eine sehr freundliche und angenehme Atmosphäre. Man gab mir viel Raum, das Gespräch selbst zu steuern, es ist also tatsächlich kein stures Fakten-Abfragen, sondern ein respektvolles Gespräch auf Augenhöhe. Diese Fragensammlung ist für die Vorbereitung Gold wert, da viele „Dauerbrenner“ immer wieder besprochen werden.

Herzlichen Dank an alle, die die Sammlung hegen und pflegen! Und viel Erfolg und Gelassenheit für alle, die es noch vor sich haben :-)

 

 

Fachgespräch von T.P. am 6. März 2017 in Heidelberg

Prüfer: Göttlicher, Barth, Hengstler, Kramer (Protokoll)

 

Geprüfte Themen: Chem. Zelltox, Versuchstierkunde, Arzneimitteltox, Organtox (Lunge)

 

Hengstler: Zelltox: Wie sind die Phasen des Zellzyklus? – Gemeint war G0, G1, G2-, M-, S-Phase; Cycline binden an Rezeptoren und bringen so die Zelle von einer Phase in die nächste. Ich kam erst auf Prophase, Metaphase, etc., brachte Stichwort Mitose…, dabei Zwischenfrage, was bei Mitose passiert und welches Gift hier eingreifen kann (Colchicin aus Herbstzeitlosen).

Versuchstierkunde: Welche Spezies gibt es bei präklinischen Standard-Prüfungen? – Maus, Ratte, Hund, Minischwein und Affe. Warum nicht das Kaninchen? - Ist zu empfindlich (wird für dermale Sensibilitätstest und in Reprotox-Prüfungen verwendet); es geht ihm lange gut und dann ist es plötzlich tot. Warum ist die Maus in der Forschung immer beliebter? – Vermehrt sich schnell (Zwischenfrage: wie schnell? – 21 Tage Trächtigkeitsdauer), ist klein und konsumiert daher weniger Wirkstoff, der oft sehr teuer und limitiert ist, es gibt Knock-Out-Modelle (wichtigster Grund!). Was sind Nachteile der Spezies Maus? – Organe sind sehr klein für Untersuchung. Warum braucht man zusätzlich auch Untersuchungen im Nichtnager? – Stichwort Contergan (wurde im Nager nicht entdeckt, nur im Nichtnager, seither immer Nichtnager als zweite Spezies; habe zudem einige Eckdaten zum Thema Thalidomid/Contergan ausgeführt). Warum wird der Hund als Spezies immer beliebter? – Stichwort Pharmakologisches Target. Bemerkung von Hengstler, dass in Dortmund/Düsseldorf zweimal so viele Ratten wie Menschen leben. Wo sterben Ratten und Mäuse noch? – Bei Schädlingsbekämpfung durch z. B. Cumarin-Gabe. Wie schnell geht das? – Ca. 1 Tag, Ratten sind aber schlau und beobachten die anderen Ratten erst, bevor sie das Gift selbst fressen; daher Weiterentwicklung der Formulierung, so dass tödliche Wirkung erst nach 2-3 Tagen einsetzt. Woran sterben die Tiere? – An inneren Blutungen. Wie wirkt Cumarin? – Hemmt die Vitamin K-Epoxidase. Antidot von Cumarin? – Vitamin K. Kommentar Göttlicher: Dann ist es vielleicht schon zu spät Vitamin K-abhängige Gerinnungsfaktoren geben (welche genau das sind, musste man nicht wissen). Wo werden diese produziert? – In der Leber. Früher hatte man Arsenhaltiges Rattengift.

 

Barth: Arzneimitteltox: ASS – was macht das an Nebenwirkungen? – Magenprobleme, Mikroblutungen, Magengeschwüre. Warum ist v.a. der Magen betroffen? – Stichwort pH-Abhängigkeit; ASS wird im Magen resorbiert und in den Epithelzellen deprotoniert, kommt dann nicht mehr raus (Ionenfalle!). ASS hemmt die COX da, wo sie (ASS) resorbiert wird: auch im Dünndarm, in der Leber, während der Ausscheidung (Phase I und II); ist wasserlöslich und wird v.a. über die Niere ausgeschieden. Kurz Nierenaufbau erklärt, Filtersystem (Albumin wird zurückgehalten), Rückresorption… Warum werden lipophile Stoffe nicht ausgeschieden? – Stichwort Konzentrationsgradient. Exkurs zur Blut-Hirn-Schranke: Substanz muss lipophil sein, um sie zu passieren. Bsp.? – Physostigmin. Wo wird es angewendet? - Antidot zu Atropin. Göttlicher: Wenn man ein Antidot gibt, ist dann alles gut? – Nicht unbedingt, immer die Kinetik beachten, ob nochmal ein „Schub“ kommt! Wie kann man Physostigmin weiter nutzen, ohne dass es ins ZNS kommt? Man protoniert den Stickstoff, damit die Substanz geladen ist und die Blut-Hirn-Schranke nicht überwinden kann; protoniertes Physostigmin ist Neostigmin. Zwischendrin Exkurs zu Curare – Antagonist am nikotinergen Acetylcholin-Rezeptor. Wo wurde es früher eingesetzt? – Macht schlaffe Muskulatur, braucht man beim Operieren, damit keinerlei Bewegung des Patienten da ist, welche Verletzungen bedingen würde. Zudem erleichtert schlaffe Muskulatur das Intubieren, deshalb gibt man vor dem Intubieren auch entsprechende Medikamente. Frage: Curare wurde als Pfeilgift von Indianern verwendet – konnte man Fleisch dann essen? – Ja, selbst wenn das Fleisch nicht gekocht wird, wird das enthaltene Curare verdaut und nicht resorbiert.

 

Göttlicher: Lunge: Wie ist die Exposition am Arbeitsplatz v.a.? – Inhalativ. Was gibt es am Arbeitsplatz? – Gase und Partikel. Einteilung in hoch, mittelmäßig und gering wasserlösliche Gase genannt mit Bsp. und Symptomen. Was kann man bei Kontamination tun? – Dekontamination, Entfernung aus dem gefährlichen Bereich, „Abdichten“, evtl. Cortison gegen die Entzündung geben oder Benzodiazepine gegen die Angst. Kann man die Betroffenen nach diesen Maßnahmen ca. 1 h nach dem Unfall nach Hause schicken? – Nein, da ein toxisches Lungenödem entstehen kann, das eine Latenz von 24 h oder länger hat. Ablauf der Entstehung erklärt (u.a.: Flüssigkeit dringt in Alveolen ein, Gasaustausch wird behindert...). Warum gibt es eine Rötung der Haut? – Durch Vasodilatation.

Irgendwann gab es noch einen Exkurs von Hengstler zu Senfgasen, Bildung des Episulfoniumions und Quervernetzung der DNA.

 

Offizielles Ende, aber ich darf auf eigenen Wunsch noch ein paar Formeln, die auf einem Blatt bereit liegen, hinsichtlich Fremdstoffmetabolismus kommentieren: Aflatoxin, ASS, heterozyklisches Amin, PAK (bay-region), Trichlorethen ( Radikal, Stichwort ß-Lyase), Propanol (unkritisch). Hier konnte ich mein nicht so glänzendes Wissen beim Thema Zelltox wieder ausgleichen. Nach kurzer Beratung wurde mir zur bestandenen Prüfung gratuliert.

 

 

 

Fachgespräch von H.H. am 29. September 2017

Prüfer: Göttlicher, Barth, Schwarz

 

Schwerpunkte: Mutagenese, Kanzerogenese, Molekulare Toxikologie

 

 

Vorbereitung: Vohr Band 1 und 2, für Schwerpunkt-Themen Marquardt-Schäfer-Barth, Fragensammlung

 

Göttlicher

Glyphosat: Einsatzgebiete, Wirkmechanismus, Kanzerogenität, Schwellenwert-Thematik, Gefahr vs. Risiko, Fall-Kontroll-Studien, Kohortenstudien, Vor- und Nachteile dieser Studientypen, Schwierigkeiten epidemiologischer Studien, Kontroverse in der Öffentlichkeit, IARC-Kategorien für Kanzerogene, Initiation und Promotion

 

Barth

Herbizide, Paraquat: Toxikokinetik, Symptome, Wirkmechanismus, Mögliche Therapien, Allgemeines zur Giftelimination

 

Schwarz

Teststrategien Gentoxizität und Kanzerogenität, Ames-Test, Mutationstests in Säugerzellen, Mikrokerntest in vitro, Comet Assay in vitro, Test auf chromosomale Aberrationen, Mutationstest in vivo, Mikrokerntest in vivo, Kanzerogenitätstest; Nichtgentoxische Kanzerogene; Tumorpromotion

 

 

 

Fachgespräch von K.K. am 26. Februar 2018 in Göttingen

Prüfer: Göttlicher, Schwarz, Kayser

 

Schwerpunkte: Metabolismus, Regulatorik, Analytik

 

 

Schwarz: Epidemiologie

Welche Studientypen gibt es? Ich habe viel erzählt, er immer wieder zwischengefragt: Querschnittsstudien am Arbeitsplatz (Vorteile, Nachteile), healthy worker effect

Kohortenstudien: Vorteile, Nachteile, Confounder sehr detailliert (Nonnenstudie und Brustkrebs)

Fall-Kontroll-Studien à am Beispiel erklären, Interventionsstudien à welches Beispiel, wenn Sie an Ernährung denken?

Darüber weiter zur Frage, welche Bevölkerungsgruppen mehr Magen- oder Colonkrebs aufweisen und warum à Nitrosamine und heterocyclische Aromaten diskutiert

 

Göttlicher: Leber

Aufbau und Funktionen

Welche Lebertoxine gibt es? Eins aussuchen und dazu umfassend berichten à Aflatoxin B1

Welche Wirkung ist neben der Kanzerogenität noch relevant (Beispiel: Truthahn-Studie, die an akuter Tox verstarben à Mechanismus)

Was ist das Hauptproblem bei Leberversagen? Stichwort NH3

Welche anderen lebertoxischen Substanzen gibt es, wenn Sie an Pilze denken?

à Amanithin des Knollenblätterpilzes diskutiert (Wirkung, Mechanismus, Gegenmaßnahmen)

Paracetamol als weitere lebertoxische Substanz (wieder Wirkung, Mechanismus, Gegenmaßnahmen diskutiert)

 

Kayser:

Ethylenoxid als krebserzeugender Stoff à darf der am Arbeitsplatz eingesetzt werden? Ja, Bedingungen diskutiert

Was müssen Sie beachten für Mitarbeiter die z.B. im Krankenhaus mit EO sterilisierte Medizinprodukte auspacken/verwenden?

Welche toxikologischen Untersuchungen sind notwendig, um eine Chemikalie zu bewerten?

Wie bestimmen Sie die akute Tox?

Konversionsfaktoren bei Tier-Mensch-Übertragung

 

 

Insgesamt eine angenehme Atmosphäre mit viel positivem Feedback.

 

 

Fachgespräch N.S. am 19. Oktober 2012 in Frankfurt (quasi als Nachtrag)

Prüfer: Schwarz, Kramer, Göttlicher

Spezialgebiete: Mutagenese/Kanzerogenese, Zelltoxikologie

 

1) Schwarz

Tumorinitiatoren mit Beispielen

Tumorpromotoren mit Beispielen

Haupt-Angriffsstellen von DNA-reaktiven Substanzen an den Basen

kanzerogene Metalle

 

2) Kramer

Reproduktionszyklus der Ratte

Reprotox-Studien

Einschätzung zu welchem Zeitpunkt Schädigungen welche Auswirkungen auf Fötus und Embryo haben

 

3) Göttlicher

Persistent organic pollutants (POPs), vor allem DDT

Regulierung von POPs

 

Auch ich kann nur bestätigen, dass die Atmosphäre sehr freundlich war.

 

Vorbereitung: Vohr 1/2, Kursordner (nicht alle), ein bisschen Greim/Snyder und diese Fragesammlung, die mich inmitten des Lernens, als ich dachte, dass ich das niemals alles in meinen Kopf bekomme, sehr beruhigt hat

 

 

Fachgespräch E.Z.. am 1. Oktober 2019 in ???

Prüfer: Göttlicher, Kramer, Barth, Stahlmann. Gefragt haben nur die ersten beiden

 

Themen: Mutagenese, Kanzerogenese, kurz Epidemiologie, Arzneimittelentwicklung

Kramer: Adenom-Adenokarzinom: Unterschiede, Gemeinsamkeiten, aus welchen Zellen entwickelt (Drüsenzellen); Eigenschaften von Tumorzellen; Mehrstufenmodell der Kanzerogenese; dann auf Mutationen gekommen: wie testet man in der Arzneimittelentwicklung, welche gibt’s (genau beschreiben: in silico, Ames, MLA, MNT, was detektiert was, Vor/Nachteile, wodurch falsch positiv (pH, Osmolarität); Null-Exposition bei Kanzerogenen?

Göttlicher: Wie viele Mutationen in Tumorzelle; wo besonders kritisch? Protoonkogene + Tumorsuppressorgene (Ras, erb // Rb, p53); Tumorpromotoren: Beispiele mit Mechanismus/Krebsart/Zielgene (PB, Crotonöl, TCDD); TCDD: wie untersuchen bei Menschen (Seveso Unglück, epidemiologische Studien: Fall Kontroll-Studie vs Kohortenstudie); Test auf Tumorpromotion in Arzneimittelentwicklung? Gibt’s nicht; zurück zu p53: Regulation (sehr ins Detail, habe ich aber auch angeboten), Mutationen; Ras auch genauer: Wirkmechanismus, was mutiert, Zielgene; Arten von Mutationen (nonsense, missense, silent) am Bsp von Ras; Arzneimittelentwicklung: wie viele Moleküle zu Anfang? unvorhersehbare Wirkungen: Contergan, was war da, Wirkprinzip (wusste ich nicht: Ubiquitin-Ligase Komplex)

 

Sehr nette und entspannte Atmosphäre. Es war wirklich eher ein Gespräch, denn eine strenge Prüfung mit Frage und Antwort J

 

 

Fachgespräch H.M. am 1. Oktober 2019 in ???

Prüfer: Kramer, Barth, Göttlicher, Stahlmann (gefragt haben hauptsächlich Kramer und Barth; Herr Göttlicher hat ab und zu mal eine Zwischenfrage gestellt; Herr Stahlmann hat gar nicht gefragt)

 

Vorbereitung: Das Toxikologiebuch von Greim, Altprotokolle, hier und da Kursunterlagen
Atmosphäre: Wie zuvor schon oft beschrieben; freundlich, angenehm, auf Augenhöhe; wenn man zwischendurch etwas nicht weiß, kann man das ruhig zugeben - die Prüfer hatten immer Verständnis und haben es erklärt

Kramer:
Sie arbeiten im Bereich Risikobewertung. Was machen sie denn da so?
Wie gehen sie vor, wenn sie einen ganz neuen Stoff bekommen; was interessiert sie da? Gefährdungsbeurteilung, gibt es Daten?
Diskussion zur Qualitätsbeurteilung von Daten: OECD, GLP, Qualität des Reports
Welche Endpunkte muss man adressieren?
Wieso wurden Akute Tox Studien im Arzneimittel-Bereich abgeschafft? (Nicht reproduzierbar, nicht übertragbar auf den Menschen, kein Mehrwert für die Beurteilung (der LD50 wurde früher angesehen für den Fall des Arzneimittelmissbrauchs oder versehentliche Einnahme z.B durch Kinder; hat sich aber nie bestätigt))
Akute Tox Studien erklären; Prinzip der Klassifizierung Akute Tox; Diskussion warum bei Reach, Bioziden, Pflanzen noch immer so an der Akuten Tox festhält - Antwort blieb jedoch offen
Woran erinnert das stufenweise Vorgehen bei der akuten Tox? First In Man bei Arzneimitteln
Regulatorische Unterschiede Pflanzenschutz/Arzneimittel/REACh
Expo: worauf kommt es an? Personengruppe, intrinsische Eigenschaft des Produktes, Anwendung. Kurze Diskussion über Schwierigkeiten der Risikokommunikation und über die Wahrnehmung der Verbraucher.

Barth:
Giftpflanzen: Giftigste Pflanze in Deutschland? Eisenhut - Wirkmechanismus; Präparate, die Eisenhut enthalten, sind aufgrund angeblicher Förderung des Immunsystems frei verkäuflich - was halten sie davon? Weitere frei verkäufliche Pflanzenbestandteile mit toxischen Inhaltsstoffen, denen gesundheitsfördernde Wirkung zugesprochen wird? Bittermandeln und Aprikosenkerne; enthalten CN - Aufnahme und Wirkmechanismus CN und Therapie; woher noch CN Exposition? Inhalation Rauchgasvergiftung. Kurz auf Angriffspunkte in der Lunge eingegangen. Behandlung bei Rauchgasvergiftung/CN Intoxikation
Welche exotische Pflanze, die ein sehr potentes Gift enthält, findet man zunehmend in Deutschland? Wunderbaum mit Rizin. Wirkmechanismus Rizin



Fachgespräch P.L. am 3.5.2024 Online

Anwesende Prüfer: Göttlicher, Arand, Kramer, Schwarz, Foth, Kayser, Barth

 

Zu Beginn durfte ich kurz berichten was ich mache (Toxikologin in der Pharmaindustrie, speziell T cell Engager für die Onkologie)

 

Herr Kayser

·         fragte was ich in meinem Arbeitsgebiet von NAMs halte und wofür der Begriff steht („new alternative methods“). Er fand es toll, dass ich nicht gesagt habe „non animal…“ Aus dem eigenen Bereich Probleme beschrieben.

·         Wo werden NAMs schon angewendet? Unter REACH AOP der Haut beschrieben (was ist ein AOP, was will man damit erreichen, welche Tests werden da verwendet – DPRA, Keratinosens, H-CLAT beschrieben.

·         Wo könnten Schwierigkeiten stecken? Über Limitierungen von in vitro Modellen berichtet – spezifische Zellfunktionen abzubilden schwierig, Zusammenspiel der Zellen oft noch schwer abzubilden, Stoffwechsel, Endokrine Disruptoren erwähnt im Zusammenhang damit, dass hormonelle Effekte schwer abzubilden sind.

·         Wenn sie in einem in vitro Test auf endokrine Disruption einen Effekt sehen, was machen sie mit diesem Wert? Hochrechnen auf Konz im Menschen, ADME, Konzentration in Geweben

·         Häufig sehen sie was im nanomolekularen Bereich und schon halbmaximale Ausschläge, müssen wir uns dann vor Effekten fürchten? Nein, nicht notwendigerweise, die Substanz könnte ja im Menschen abgebaut werden oder gar nicht erst aufgenommen werden.

·         Welche Endpunkte sind über NAMs besonders schwierig abzugreifen? zB im Chemikalienbereich, was muss man da anschauen? Akute Tox, dann chronische Tox, Sensibilisierung etc. Ja, aber welche Endpunkte können besonders schwierig sein anzuschauen? Weniger die akute Tox?  - Kanzerogene Wirkung oder Reprotox – das wars was er hören wollte, hat ein bisschen gedauert bis mir das klar wurde….

·         Was geht denn im Bereich Reprotox in vitro? Embryonenkulturen, ES Zellen (EST Test) beschrieben

 

Frau Foth

·         Können sie den Unterschied zwischen akuter und chronischer Organtoxizität an ein paar Beispielen durchdeklinieren, z.B. Alkohol oder Arsen. Wo kann die akute Antwort ganz anders sein als die chronische und was ist die Erklärung dafür? Arsen: akut toxisch: neurotoxisch, das geht schnell, ist aber auch genotoxisch, da dauert es lange bis es sich auswirkt. Gleiche Substanz kann über verschiedene Mechanismen wirken. Alkohol: Abbau zu Acetaldehyd macht akut Kopfschmerzen und Neurotox, Fettleber erst später.

·         Aber alle Kulturen haben ja niedrigdosierte Alkoholaufnahme? Da Entgiftung, Biotransformation Phase I und II…. Niedrige Konzentrationen puschen uns ein bisschen, aber was ist mit chronischer Aufnahme? CAP2E1 Hochregulation, Einfluss auf die Biotransformation anderer Substanzen…

·         Welches klinische Bild sieht man im Alltag? Fettleber – Aber weiter – Leberfibrose und -zirrhose (hier ausgeholt und was über Ito Zellen, Myofibroblasten… erzählt). Aber davor? Noch was zum Aufbau der Leber erzählt, zentrilobuläre Nekrosen durch Substanzen die bioaktiviert werden müssen

·         Konsequenzen der Starrheit der Gewebearchitektur bei Fibrose? Zellen verlieren Funktion… Das kann die Leber aber gut ab. Was bedeutet es, wenn ein gut durchblutetes Organ wie die Leber starr wird? Was von Verklebungen zwischen Organen erzählt. Aber wenn Durchblutung nicht mehr stattfinden kann? Dann Stau, portaler Hochdruck. Und auch Varizenbildung, Blutungen! Herr Göttlicher warf noch das Stichwort „Portokavaler Shunt“ ein

·         Anderer prägnanter Endpunkt? Hier hab ich nicht gleich begriffen worauf sie hinauswollte, nämlich auf das hepatozelluläre Karzinom.

·         Warum kriegt man bei einem Kurzzeitblick nicht alles abgebildet? Warum muss man trotz allen NAMs Tierversuche machen? Weil es oft lange dauert, bis sich ein Tumor bildet. Initiation, Promotion, mehrere Schädigungen erwähnt, Onkogene und Tumorsuppressorgene erwähnt.

·         Warum kriegt nicht jeder mit einem bestimmten Alkoholkonsum den Endpunkt Karzinom? Warum geht es manchmal gut aus? Zellzyklus, ZZ-Kontrollpunkte, Kontrolle von DNA Schädigung, DNA Reparatur verschiedener Schäden (BER, NER, Reparatur von Doppelstrangbrüchen Xeroderma pigmentosum, Cockaye Syndrom) …

·         Können sie das auf die Metaebene ziehen, wie kriegt man raus, ob ein Stressor eine Rolle spielt für die Bevölkerung? Erst Biomonitoring gesagt, aber wenn man Schäden nicht kennt, geht das ja nicht… Man muss Schäden klar definieren, dann rauskriegen, wie die Zelle das reparieren kann. Sie sagte mir dann, dass sie auf die Epidemiologie hinaus will – habe dann was zu Fall Kontroll Studien (hier anwendbar) im Vergleich zu Kohortenstudien erzählt (hier nicht so passend).

Herr Barth

·         Was ist denn das Problem bei einer Kohlenstoffmonoxidvergiftung (Mech u Behandlung)? bindet mit höherer Affinität an Hb, Behandlung durch Entfernung aus Atmosphäre und Beatmung mit O2

·         Ist die höhere Affinität an Hb alles, oder gibt es noch einen anderen Mechanismus? Blockiert auch noch die Atmungskette in den Mitochondrien

·         Welches andere Gas macht das auch? Cyanide aus Aprikosenkernen (Amygldalin). Ist ein Kern schon kritisch? Ich dachte nein, aber anscheinend kann das wohl doch sein.  Er meinte es kommt darauf an wie der Kern den GI Trakt passiert

·         Warum ist Magen so kritisch für die Aufnahme? Warum kann ein Kern schon eine relevante Intoxikation reichen? Amygdalin wird durch Magensäure in HCN umgewandelt, wird dann über Magenschleimhaut resorbiert

·         Warum wird nicht das Cyanid (CN-) resorbiert sondern erst HCN? Wenn geladen kommt es nicht durch die Membran. Prinzip der nichtionischen Diffusion (der Begriff kam von Herrn Barth)

·         Dann HCN-Vergiftung und Behandlung: körpereigene Entgiftung über Rhodanase. Drei Varianten beschrieben: körpereigene Entgiftung verstärken durch Natriumthiosulfat (in der Zelle), Entgiftung im Blut (Cyanokit, Hydroxycobalmin à Cyanocobalmin) oder MetHb Bildner (4DMAP), wenn keine Rauchgasvergiftung, weil sonst Hb schon mit CO besetzt ist, wäre gefährlich.

Herr Göttlicher

·         Thalidomid: was ist die Geschichte, was ist das Problem, was sagt uns das darüber wie sicher wir mit Problemen umgehen können? Schlafmittel, zugelassen vor Guidelines zur Teratogenitätstestung, Phokomelien, Amelien bei Kindern von Frauen die es zw Tag 23-33 der Gestation genommen hatten. Problematisch war es rauszubekommen, was der Grund für das gehäufte Auftreten war (Epidemiologie). Als Nachgang Guidelines entwickelt, auch wegen Th. Kaninchen als 2. Spezies, weil nur da in hohen Dosen Fehlbildungen. Nicht sicher, ob man Gefahr heutzutage richtig einordnen würde, weil es schon in sehr niedrigen Dosen solche Effekte ausgelöst hat, aber erst bei sehr hohen Dosen im Kaninchen Effekte gezeigt hat. Firma hatte damals nichts falsch gemacht, hat die damals gültigen Methoden verwendet. Auch jetzt kann man mit den heute gültigen Methoden nie 100% sicher sein, dass man nichts übersieht, man gibt nur sein Bestes.

·         Mechanistisch, was ist passiert? Bindet an Cereblon, Transkriptionsfaktor Sall-4

·         Was für eine Proteinklasse ist Cereblon? Was tut es? Fiel mir nicht ein, hab vorgeschlagen, dass es andere Proteine phosphorylieren könnte oder eine Signalkaskade anwerfen könnte (Vorschläge werden, auch wenn sie falsch sind, freudig aufgenommen). Cereblon ist ein UbiquitinLigase Komplex, ubiquitinyliert Proteine und führt sie dem Abbau zu. Herr Göttlicher merkte an, dass man in den 1960 er Jahren noch gar nicht wusste, was Ubiquitinligasen sind, das also auch nicht hätte untersuchen können.

·         Ist Thalidomid jetzt tot? Nein, die Abkömmlinge Pomalidomid und Lenalidomid werden zur Behandlung des Multiplen Myeloms verwendet.

·         Wie macht man das, solche gefährlichen Substanzen trotzdem zu verabreichen? Nur eingeschränkte Verwendung in Onkologie, Nutzen Risiko Abwägung. Aber organisatorische Umsetzung? Risiko muss im Label stehen Und noch? Verschreibungspflicht, Weitergabe verhindern… Herr Göttlicher erklärte, dass es dafür personalisierte Rezepte gibt (T Rezepte=Sonderrezepte, die ausschließlich zur Verschreibung von Arzneimitteln mit den Wirkstoffen Lenalidomid, Pomalidomid und Thalidomid verwendet werden dürfen). 

·         Pharmathema, muss man nicht wissen: wofür wird es jetzt noch verwendet? Lepra, ja, aber in der Onkologie? Ubiquitinligasen, die spezifisch bestimmte Proteine dem Abbau zuführen können werden in bifunktionalen kleinen Moleküen, sogenannten ProTACS verwendet werden. 

Fazit: angenehme Prüfungsatmosphäre, ich wusste zwar öfter nicht so richtig, worauf die Prüfer mit ihrer Frage abzielten (auch wenn mir das im Nachhinein klar erscheint war es in der Prüfungssituation nicht so), habe dann aber einfach erzählt was ich sonst aus dem Themenbereich passend fand und das scheint gut angekommen zu sein.

 

 

 

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Last Update: 28. Juli 2024