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Chemische Kanzerogenese und Mutagenese:

(München; mündliche Prüfung in Frankfurt)

Greim/Wild
Welche Transformationssysteme gibt es?
Transformierte Zelle sind reversibel. Wie kann man zeigen, daß ein direkter Zusammenhang mit einem Tumor besteht?
Welche Strategien haben Zellen entwickelt um mit Gentoxizität fertig zu werden und wie exakt sind sie?
Welcher Test verwendet SOS-Reparatur?
Welche Möglichkeiten gibt es das Gesamtrisiko zu beurteilen?

Henschler/Oesch/Glatt
Unbekannte Substanz, wie gehen Sie vor?
Welche prinzipiellen Fehler macht man beim Ames-Test?
Gasförmige Substanzen: Löslichkeitsprobleme, wie weiter nach Ames-Test?
Wenn diese Tests keine eindeutigen Ergebnisse bringen?
Welche Möglichkeiten für das Biomonitoring von Arbeitsplatzexpositionen gibt es?
Welche zytogenetischen Effekte gibt es? Welche zytogenetischen Effekte werden in Lymphozytentests beobachtet
Wurden Effekte beobachtet, die auf Einfluß von Exposition hinweisen?
Welche Aberrationen werden nicht beobachtet? Wie entstehen diese?
Was ist SCE? Welche sind sich ähnlich und welche sind identisch?
Welche anderen Verfahren gibt es?
Wie kommen DNA-Addukte in den Harn? Welche Meßmethoden?
Wie kommen DNA-Bruchstücke in den Urin? Wie heißt in welcher chemischen Form oder mit welchen Transportvorgängen?
Wo und wie mißt man Protein-Addukte (u.a. als Gegensatz zu DNA-Addukten)
Wo erfolgt die Addukt-Bildung im HB? Wie geht man beim Messen vor?
Lebensmittelfarbstoffe werden durch Azoreduktion zu Aminen gespalten. Welches sind die reaktiven (kanzerogenen) Metabolite von Aminen?
Wie stabil sind diese Konjugate?
Gibt es weitere reaktive Metabolite von aromatischen Aminen?
Wie werden Nitroaromate metabolisiert?
Warum sind Nitroaromaten im Ames-Test negativ?
Gibt es Nitroreduktasen auch bei Säugetieren?
Wodurch unterscheiden sich diese Enzyme bei Bakterien und Säugetieren?
Häufigste Krebsursache und wodurch entsteht sie?
Wie machen Hormone Krebs? Beispiele!
Mögliche kanzerogene Metabolite?
Können orale Kontrazeptiva Krebs machen?
Wie ist reaktiver Sauerstoff in die Entstehung von Krebs involviert?
Welche Ereignisse führen noch zu DNA-Strangbrüchen; wie weist man die nach?
Welche Relevanz haben Chromosomenbrüche für Krebsentstehung?
Wie kann man nachweisen, daß DNA-Veränderungen für Entartung von Tumorzellen verantwortlich ist?
Genverdopplung kann zur malignen Entartung führen. Genverlust auch?
Stichwort Aktivierungszusatz zum Ames-Test: Welche Typen von Induktoren gibt es?
Warum nimmt man Arochlor zur Induktion? Was ist das?
Welche Zeiten muß man für die Induktion warten?
Wann sind die Aktivitäten wieder auf ihr normales Level zurückgefallen?
Wann wurde Krebs erstmals einer bestimmten Exposition zugeordnet?
Derzeit häufige Krebsarten? Welcher Darmkrebs und warum?
Kann man sich vorstellen, präventiv in der Krebsentstehung etwas zu verbessern?
Kann man sich vorstellen, durch geeignete Induktoren die Reparaturenzyme zu induzieren?
Kennen Sie Beispiele für einen Schaden am Reparatursystem?
Wie äußert es sich?
Haben nur die Hautzellen diesen Defekt oder alle Körperzellen?
Genverdopplung kann zur malignen Entartung führen. Genverlust auch?
Kann man Kanzerogenese mit Kurzzeit-Tests messen? Wie gut sind diese Tests?
Welcher Übereinstimmungsgrad wird vom Ames-Test erzielt?
Bedeutet das für eine Substanz, daß sie zu 90% erkannt wird?
Gibt es denn eine bessere Abschätzung des Risikos? evtl. Voraussagen?

Gelbke/Neumann
Begriff Risiko (s. Filser)
Auslöser für Anilinkrebs?
Unterschied zwischen Mikrokernbildung und klastogener Wirkung?
Was kostet eine Kanzerisierungstudie, welcher Aufwand ist damit verbunden?
Welche Dosis wird eingesetzt?
Kanzerogenesemechanismus der aromatischen Amine
Gentoxizitätstests in vitro? Ames, HPGRT; TK, ATPase (Mutagenitätstest), Addukte, Strangbrüche, SCE, Reparatur (Indikatortests); (alle Tests kurz erklären)
Gibt es Chromosomenaberrationen im Ames-Test?
In vivo Tests? Wie? Warum? Entstehung? Welche Zellen?
Was ist gentoxisch? Schäden an Gen oder Spindel
Was für Mutationen gibt es? Gen, Genom, Chromosom
Zellschädigungsmechanismen?
Organotropie? Beispiel: Arylamin (Blase, Darm); Neumann wollte noch organspezifische DNA-Reparatur hören (klass. Beispiel: Nitrosamin machen Hirntumoren!)
Mikrokerntest eher falsch positiv oder falsch negativ? Was ist problematischer?
Aussage der Transformationstests? keine Aussage zur Gentoxizität, nur Hinweis (Screening)
Was sind historische Kontrollen? Kontrollen aus alten Versuchen. Probleme hierbei: veränderte Auswertung.
Fellfleckentest und Locitest mit ihren jeweiligen Unterschieden erklären
Dominant Letal-Test erklären!
Leberfocitest, histochemische Marker erklären!
zu allen Tests das Behandlungsprotokoll angeben; welche Substanzen kann man nachweisen?
Nachweis/Unterscheidung? DNA hydrolysieren, Nukleotide in Gel auftrennen
Ratten/Mäusestämme: Welche Spontantumorraten im Alter? z.B. Ratten: Mammatumore
Biomonitoring? Was ist ein biologischer Marker? (Biologische Marker - Biochemische Marker)
Was ist spezifischer/sensitiver?
spezifischer: biologischer Marker; sensitiver: biochemischer Marker
BAT-Wert?
Unterschied: BAT-Wert/MAK-Wert? Beanspruchung (innen) ? Belastung (außen)
Gibt es kanzerogene Substanzen mit BAT-Wert?
Referenzwert für BAT-Wert? durchschnittliche Hintergrundbelastung der Bevölkerung (Nichtexponierte)
Wovon ist der Referenzwert abhängig? Umweltexposition (ändert sich!)
Wofür Biomonitoring? Kontrolle Arbeitsplatz/Unfälle
Rauchen/ Passivrauchen; Rauchen: aromatische Amine)
Verwechslung mit? Nitroaromaten aus Dieselabgasen (Hydroxylamin, Nitreniumion)
DNA-Addukte-Nachweise: 32P-Postlabeling, Immunologisch, Verabreichung von markiertem Material; Möglichkeiten des Einbaus der festgelegten Radioaktivität: markierte Essigsäure bzw. Acetylchlorid (14C) (Radioaktivität wird eingebaut), Einbau in DNA oder Addukt an DNA, Nachweis: HPLC (Isolierung des Addukts): Eliminierung an Stelle der einzelnen Basen (wenn Addukt) oder der gesamten DNA (Einbau)
Epidemiologie: Studientypen + Erklärung
Confounder
Übertragung von Tier auf den Menschen: Probleme wie Extrapolation von hohen Dosen (Tier) auf niedrige Dosen, genetische Variabilität (z.B. Anilin: Schnelle/langsame Acetylierer), welche Tumore?; Einstufung (MAK,.......); Metabolismus
Belastung - Beanspruchung
Welche Substanz hat historisch als erstes Blasenkrebs hervorgerufen? (Anilinfarben ? 2-Naphthylamin; Tumore des Harnblasenepithels; Anilindämpfe ? Cyanose; außerdem: Methämoglobinämie, O2-Mangel, Cyanose, Kopfschmerzen; 50-70% MetHb ? Tod
Formaldehyd: Für Mensch trotz Tumoren nicht relevant; obligatorischer Nasenatmer; Promotionstumore, da irritativ wirkende Konzentration
Wie werden Arylamine verstoffwechselt (aromatische Amine: CYP450)
Beispiele für die Einstufungen: A1 (Benzidin, Asbest, Benzol), A2 (Propylenoxid), B

Nicht zugeordnete Fragen:
Erläuterungen über Sinn und Unsinn der Vorgehensweise über den Entscheidungsbaum
Positiver Ames + positive Zytotoxizitätstests + negative Mikronukleustests: Cytotoxizität führt bei hohen Konzentrationen zu positiven Ergebnissen
Zytogenetik-Tests führen bei 50% der Substanzen zu zytotoxischen Effekten.
In vivo Tests sind seltener positiv, Problematik der metabolischen Aktivierung, Einfluß der Kinetik, kommt die Substanz überhaupt ans Zielorgan?
Bei Zellinien das Problem der Dedifferenzierung, je länger sie von der Primärzellinie entfernt sind, desto mehr gleichen sie sich an.
Wie können Nierentumore ausgelöst werden? Beispiele für gentoxische (CCl4) und epigenetische (Nitrilotriessigsäure) Mechanismen
Welche Gewebe können bei den Kurzzeit-Tests noch verwendet werden?
Kanzerogenese im Tierversuch. Erklärung des Langzeittestverfahrens.
Welche DNA-Schäden treten spontan auf?
Welche Möglichkeiten der Beobachtung eine gentoxischen Schadens gibt es?
Welche Addukte können entstehen und durch welche schädigenden Atome (C- / C+, Nitrenium)
Wo gibt es Regelungen? (Wasserverordnung, MAK-Werte etc. etc.)
Welche Möglichkeiten gibt es gesundheitliche Risiken zu beurteilen? Risikoabschätzung
Sind alle Mutagene Kanzerogene und alle Kanzerogene auch Mutagene?
Wie stellt man sich den Wirkungsmechanismus eines Kanzerogens vor?
Gibt es Schwellenwerte für Mutagene?
Wann ist die Initiation manifestiert?
Ist die Initiation reversibel?
Ist die Promotion reversibel?
Wie erfolgt die Aufnahme von Xenobiotika, welche Eigenschaften müsse sie haben? Wie verhalten sie sich im Ames-Test?
Warum werden im Ames-Test die TA-Stämme benutzt?
 

Prüfungsfragen DGPT-Kurs Chemische Kanzerogenese und Mutagenese 2000
Prüfung Januar 2001/01/18

Madle

1.      Sie sind in einer Pharmafirma und sollen im Rahmen der Zulassung eines Produkts auf Mutagenität/Kanzerogenität testen, wie gehen sie vor? à Ganze Palette von Ames-Test bis Langzeitstudie

2.      Warum sind bei in vitro Klastogenen beim in vivo Mikrokerntest häufig negativ?
- Reaktiver Metabolit gelangt nicht bis ins Knochenmark.

3.      Welche Arten von Mutationen gibt es?
- Genmutationen
- Chromosomenmutationen
- Genommutationen

4.      Was genau weist der Comet-Assay nach? Was weisst der Chromosomenaberations-Test nach? Wo liegen die Unterschiede?
Wie kommt es zu Strangbrüchen? (laut Schwarz wichtig: Alkylierung mit kleinen Resten, speziell auch an den Zucker- und Phosphatresten, führt dazu, daß es leichter zu Strangbrüchen kommt, alkalische Bedingungen im Verlauf des Comet-Assay)
Was macht Strangbrüche? („kleine“ Addukte (s.o.), ionisierende Strahlung, große Addukte (Aromaten o.ä.) eher weniger.

5.      Laut Fr. Slacik ist es nicht bekannt was die Strangbruche macht. Es gibt nur Theorien.
Klastogene S-Phasen-anhängig/unabhängig
Große Addukte S-Phasen-abhängig
Comet Assay mit alkalische Denaturierung testet auf Einzelstrangbruche. Chromosomale Aberationen sind Doppelstrangbrüche. Deswegen ist der Comet Assay empfindlicher

Schwarz

1.      Nennen Sie Beispiele für Promotoren

2.      Hormonähnliche Wirkung/Zytotoxische Wirkung (gilt letztlich auch für alle Initiatoren in entsprechend hohen Konzentrationen)

3.      Wie wirkt TPA? (Diacylglycol Mimeticum)

4.      Wie TCDD? (Ah-Rezeptor)

5.      Rolle des Ah-Rezeptors

6.      Zellzyklus mit Checkpoints

Die Prüfung fand wie oben angegeben in der Form einer Gesprächsrunde statt, bei der sich die Prüfer abwechselten. Die Atmosphäre war angenehm und locker. Die Prüfer haben bei den einzelnen Themenkomplexen durchaus auch Detailfragen gestellt, wobei es dann aber nicht schlimm war, wenn man dann nicht weiterkam. Die Frage wurde dann weitergegeben oder zu einem neuen Thema gewechselt.
Etwas mühsam war es manchmal, daß die Prüfer teilweise auf „ihre“ speziellen Schlagworte gewartet haben. Man hatte dann das Gefühl die Frage ausreichend beantwortet zu haben, aber der Prüfer wollte aber noch „seine Worte“ hören.
 
 

Mutagenese/Kanzerogenese-Kurs im Jahr 2001:
(manche meinen, diese Fragen seien beim Fremdstoffmetabolismuskurs abgefragt worden. Sie erscheinen deshalb dort nochmals als Kopie)

Prüfer: Prof. Oesch, Prof. Arand (jetzt in Würzburg), Prof. Klein (jetzt in USA), PD Dr. Bockamp

1.      Nennen Sie GSH-Transferasen und ihre wichtigsten Substrate.

2.      Welche molekularbiologischen Besonderheiten weist die Transkription von UGT1 auf?

3.      Welche Möglichkeiten gibt es, Polymorphismen klassisch, bzw. mit Microarrays nachzuweisen?

4.      Erklären Sie das Hardy Weinberg Gesetz.

5.      Warum sind acetylierte Verbindungen in der Blase kanzerogen?

6.      Erklären Sie die Kinetik Nullter Ordnung am Beispiel von Ethanol.

7.      Zur Toxikologie von Ethanol (Neurotox, Lebertox, Verteilungsvolumen, totale Clearance)

8.      Kanzerogenität von polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffen, Bay- versus Fjord-Region

9.      Metabolismus und Nierentoxizität vicinaler Dihaloalkane

 

Prüfungsfragen DGPT-Kurs Chemische Kanzerogenese und Mutagenese 2002
Prüfung im Januar 2003

Prüfer: Greim/Andrae

1.      Wie wird eine Kanzerogenitätsstudie für eine Substanz durchgeführt?

2.      Wenn die Studie positiv ist (z.B. Lebertumoren) wie wird weiter vorgegangen? (Indikatortests)

3.      EU-Einstufung dieser Substanz (welche EU-Kriterien gibt es, wann wird die Substanz nach EU-Kriterien nicht eingestuft?)

4.      Wie kann eine genotoxische Substanz einen Tumor verursachen? (Onkogene/Proto-Onkogene; Tumorsupressorgene; Hemmung der Apoptose)

5.      Wie funktioniert der Amestest?

6.      Muß eine Substanz, die genotoxisch ist, immer zu einem Tumor führen? (Nein, Reparaturmechanismen)

Prüfer: Gelbke/Schwarz

1. Epidemiologische Studien - sehr allgemein gefragt und breite Antwort erwartend (Kohortenstudien, Fall-Kontroll-Studien, Interventionsstudien)

2. In vitro und in vivo Gentoxtests, welche gibt es und wie funktionieren sie?

3. Wie weist man in vivo Punktmutationen nach?

4. Welche Keimzelltests gibt es und wie laufen sie ab? (Prinzip von Fellfleckentest, Dominant-Letal-Test, Locitest)

5. Welche Indikatortests gibt es und wie werden sie durchgeführt? (UDS, Comet, Alkalische Elution, SCE)

6. Wie weist man nach, dass Krebs durch DNA-Veränderungen entsteht? Reichlich rumgeeiert: Mehrstufenmodell, Initiation, Promotion, Berenblum-Experiment, DNA-Addukte im Harn, Xeroderma pigmentosum - gestörte NER (das wollte gehört werden)

7. Nachweis von Promotion in vivo?

8. Leber Foci Test, Mäuse Papillom Test; Testdesign und Prinzip erklären

9. Beispiele für harte Kanzerogene? Unterschied Nitrosamin-Nitrosamid: Nitrosamid wirkt direkt kanzerogen ohne metabolische Aktivierung.

10. Welche MAK Gruppen gibt es? Welche EU-Einstufungen gibt es? Beispielstoffe für MAK Gruppen 4 und 5

11. Ethanol - welches ist der kanzerogene Metabolit?

12. Welche aromatischen Amine sind beim Menschen krebserzeugend? Anilin nicht, aber z.B. b-Naphthylamin

Die Atmosphäre war sehr angenehm; man durfte sich auch mal versprechen oder sich auf unangenehme Nebengleise ("Anilinkrebs" - ist Anilin denn krebserzeugend beim Menschen?) führen ohne dass einem der Kopf abgerissen wurde

Fragen von Greim/Andrae

1) Biomonitoring

- welche Ebenen (Prüfinhalte, Bezeichnungen)

- Warum durchzuführen

- für welche Werte interessant (MAK/BAT)

- für welche Stoffe geeignet/sinnvoll (Stoffeigenschaft)

2) Aufbau / Durchführung einer Langzeitstudie (alle Details, von Tierzahl und Dosierung über Kosten bis Datenmenge)

3) Definition der historischen Kontrollen (welcher Zeitraum wird abgedeckt)

4) Entscheidungsbaum

- allg. Verlauf

- ist Szenario denkbar das alle Testsnegativ verlaufen (Ames, MCGT u. in vivo MNT) und trotzdem  später Kanzerogenität auftritt?

- warum?

- Problematik des Metabolismus in Testsystemen erläutern

- welche Eigenschaft haben Substanzen, die nicht die Zellmembran passieren können ?

5) Ablauf von NER und BER erklären

6) Schwellenwertproblem von Kanzerogenen

7) Risikoextrapolaration von Tier auf Mensch (wie, warum)

8) Nachweis des Zusammenhangs zwischen Tumor und Muatation (wie)

Fragen von Greim/Andrae

  1. in vivo Mutagenitätstest
  2. Strangbrüche
  3. Mikrokerntest/Comet Assay
  4. Vgl. Kohortenstudie und Fall-Kontrollstudie
  5. EU Kassifizierungen von Kanzerogenen
  6. Berücksichtigung von Genotox in den Kanzerogenitätsklassifizierungen

Die Atmosphäre war OK. Allerdings war es trotz der vier Teilnehmer eine Einzel- und weniger eine Gruppenprüfung (TM)

 

Prüfungsfragen DGPT-Kurs "Chemische Kanzerogenese und Mutagenese", Januar 2004 (Frankfurt)

Prüfer: Greim/Andrae

 

Mutagen

Ist der Begriff "Mutagen" identisch mit dem Begriff "genotoxische Substanz" (Oder ist ein Mutagen eine Teilmenge)?

Mutagenitätstest, in vivo und in vitro (Ames, TK, HPRT, MN, CA, ...);

Welche Mutationen gibt es? (Genmutation, Chromosomenmuation, Genommutation);

Metabolismus

Was ist bei Tests mit Hepatozyen zu beachten? Wie ist der zeitliche Verlauf der metabolischen Kapazität, nachdem die Hepatozyten isoliert wurden? Wie würden Sie einen negativen gentox. Test bewerten, wenn die Zugabe der Testsubstanz einen Tag nach der Isolierung der Hepatozyten erfolgt ist?

Mehrstufenmodell der Kanzerogenese

Initiation, Promotion, Progression, genotoxische und nicht-genotoxische Kanzerogene, direkte und indirekte Kanzerogene, fehlerhafte DNA-Replikation (Polymerasen), Apoptose, Reparatur, Schäden an Onkogenen oder Tumorsuppressorgenen, ...

Wie kann man beweisen, dass DNA-Addukte zu Tumoren führen können? (Fehler in einem Reparatursystem: in einer Zelllinie, trangenes Tier, Mensch (Xeroderma pigmentosa, Schaden am NER, Wie äußert sich die Krankheit?))

Eine Müllverbrennungsanlage wird gebaut und die Medien berichten direkt über einen Anstieg von Tumoren in der dort wohnenden Bevölkerung. Was sagen Sie dazu?

Latenzzeit; ein Beispiel für eine wissenschaftlich belegte Latenzzeit (berufliche Exposition): Asbest

Wie wirkt das Asbest (Genotox. von Partikel, Makrophagen, Mediatoren, Inflammation) und wie Quarz? 

Biomonitoring

Ambient monitoring, Biomonitoring: innere Belastung (Metabolite, Schadstoffe), biochemische Effekte (Hb- und DNA-Addukte), biologische Effekte (SCE, Mikrokerne)

Wann würden Sie ein Biomonitoring bei "Ihren" Arbeitern veranlassen zusätzlich zu den Luftmessungen (MAK-Wert)?

(Aufnahmeweg der Substanz (inhalativ, Hautresorption); Wie gut kann man die Substanz analytisch nachweisen: Dampfdruck, Schwierigkeit mit der Raumluftanalyse?)

Wichtig war die Unterscheidung zwischen Biomarker of Exposure (Metabolite und Addukte) und Biomarker of Effect (SCE und Mikrokerne);

Unterschied: biologische und biochemische Tests (Sensitivität und Relevanz)

Mehrstufenmodell an der Haut

Die Rolle der Tumorsuppressorgene (Tumorsuppression durch p53: Zellzyklusstop, Reparatur, Apoptose);

Die Prüfung war eine Einzelprüfung: jeder Prüfling wurde von den beiden Prüfern befragt. Die Atmosphäre war angenehm.

Prüfungsfragen DGPT-Kurs "Chemische Kanzerogenese und Mutagenese", Januar 2005 (Frankfurt)

Prüfer: Greim/Andrae

In welchen Eigenschaften unterscheidet sich eine Tumorzelle (Tumorgewebe) von normalen Zellen (Gewebe)?

Ames Test: metabolische Kapazität? sind GST vorhanden? GSH-Spiegel im Vergleich zur Säugerzelle?

S9-Mix: was ist das? metabolische Aktivierung? Was setzt man zu für die Induktion? Was wird induziert? Welche Cofaktoren setzt man zu?

Welche „endogenen“ großen DNA-Addukte werden von der Nukleotidexcisionsreparatur erkannt: UV-Schäden

Welcher Kofaktor für Phase-II-Reaktionen ist in Bakterien reichlich vorhanden? Wasser für Epoxidhydrolase

Kanzerogenitätsstudie: Wie viele Tiere, wie viele Dosierungen (eine reicht nicht), welche Dosierungen eingesetzt? Was wird analysiert?

Warum werden z.T. Schlundsonden eingesetzt? Welche Komplikationen werden dadurch hervorgerufen? (Bolusgabe, Reizung, Stress ...). Nicht zu umgehen, wenn Substanz z.B.  sehr bitter schmeckt...

Erklären Basenexcisionsreparatur/Nukleotidexcisionsreparatur

Welche endogenen DNA-Schäden gibt es? Hydrolyse, Alkylierungen, oxidative , AP, Desaminierung C --> U

Zellulärer Schutz vor oxidativem Streß: antioxidative Enzyme, Antioxidanten

Welche Stoffe wirken cancerogen über GSH-Depletion

Vergleich Comet-Assay USD, CA: Prinzipien, Sensitivität gegenüber cytotoxischen Ereignissen, wie aussagekräftig ist positiver CA-Test ?

Kanzerogenität von Styrol? Epoxid GSH-Kopplung, GSH erniedrigt, oxidative DNA Schäden

 

Prüfungsfragen DGPT-Kurs „Chemische Kanzerogenese und Mutagenese“

(München – jetzt neu mit SCHRIFTLICHER Prüfung)

1.      Welche Strategien können Sie sich vorstellen um Substanzen mit tumorpromovierenden Eigenschaften in Zellkulturen zu identifizieren (2 Grundprinzipien). Nennen Sie Stärken und Grenzen der bei den vorgeschlagenen Verfahren und vergleichen Sie diese mit dem Tierversuch.

2.      Nennen Sie je ein Beispiel, das darauf hinweist, dass die Entstehung von Krebs ein Mehrstufenprozess ist aus

a)      dem Bereich der Morphologie von Tumoren

b)      der Wirkung von Chemikalien auf die Tumorentstehung, und c) der Genetik von Tumoren

3.      Welche Mechanismen sind fundamental am Übergang von einer "normalen" Körperzelle zu einer "Tumorzelle" beteiligt?

4.      Beschreiben Sie kurz die verschiedenen epidemiologischen Studientypen. Welche Maßzahlen kann man bei den Studientypen jeweils berechnen?

5.      Nennen Sie zwei wichtige Befunde, die darauf hinweisen, dass DNA-Schäden eine zentrale Rolle bei der Krebsentstehung spielen können.

6.      Beschreiben Sie stichwortartig die bislang am besten charakterisierten zellulären Aktivitäten des Tumorsuppressor-Proteins p53.

7.      Man nimmt an, dass reaktive Sauerstoffspezies (ROS) eine promovierende Wirkung bei der Tumorentstehung haben. Nennen Sie (zwei) Befunde, durch die diese Annahme gestützt wird.

8.      Weshalb sind bei erblichen Krebserkrankungen in der Regel Mutationen in Tumorsuppressor-Genen und nicht in Proto-Onkogenen für die Entstehung des Tumors verantwortlich?

9.      Wie kann man sich die Harnblasen-kanzerogene Wirkung von Na-Saccharin erklären?

10.  Nennen Sie zwei Hauptgründe dafur, warum sich Hepatozyten nicht zur Routineprüfung . auf das mutagene Potential von Chemikalien eignen. .

11.  Definieren Sie die Begriffe (1) "Genotoxizitätstest", (2) "Mutagenitätstest" und (3) "lndikatortest" und nennen Sie fur (2) und (3) je zwei Beispiele.

12.  Nennen Sie die Vorteile, die der in vitro Mikronukleustest gegenüber dem in vitro Chromosomen- Aberrationstest aufweist.

13.  Was weist man mit dem (alkalischen) Comet Assay nach? Welche Vorteile hat der in vivo Comet Assay gegenüber anderen in vivo Genotoxizitätstests und welche besonderen Einsatzmöglichkeiten ergeben sich daraus?

14.  Welcher Endpunkt wird im Ames-Test geprüft?

15.  Was sind die Vor- und Nachteile der derzeitigen transgenen Kanzerogenese-Modelle?

16.  Neben der direkten Schädigung der DNA durch DNA-reaktive Mutagene sind indirekte/sekundäre Mechanismen bekannt, die zu Mutationen (bzw. positiven Befunden in Standardtests) fuhren können. Nennen Sie zwei Beispiele.

17.  Nennen Sie typische Tumor-Formen bzw. -Lokalisationen beim Menschen durch folgende Kanzerogene

a)      Asbest

b)      2-Naphthylamin

c)      Benzol

d)      Vinylchlorid

18.  Wie werden experimentelle Kanzerogenitäts-Studien in vivo lege artis durchgefuhrt (Tierzahlen, Zufuhrweg, Dosiswahl, Versuchsdauer etc.)? Wie hoch schätzen Sie deren statistisches Auflösungsvermögen?

19.  Die Behauptung "Toxikokinetische Modelle beschreiben nur die Belastung durch einen Stoff, nicht aber seine Wirkung" ist richtig oder falsch. Bitte kennzeichnen Sie die richtige Aussage!

20.  Acrylamid ist ein umweltmedizinisches Problem. Wie und wo entsteht es? Wie wird es aufgenommen, wie wird es metabolisiert und wie wirkt es?

21.  Nennen Sie mindestens drei der 5 "D-WORDS" der Partikel-Toxikologie und erklären - Sie stichpunktartig, was diese beinhalten.

22.  In der experimentellen Haut-Kanzerogenese spielen die Phorbolester traditionelle eine wichtige Rolle. Worum handelt es sich dabei, als was werden sie eingesetzt und was ist ihr molekularer Wirkungsmechanismus? (keine Formeln!!)

23.  Welche Möglichkeiten gibt es, um Unterschiede in der Wirkungs stärke genotoxischer und nicht-genotoxischer Kanzerogene zu beschreiben.

 

Prüfungsfragen DGPT-Kurs „Chemische Kanzerogenese und Mutagenese“ 2009

(Mündliche Prüfung in Frankfurt im Januar 2010; Prüfer: Speit / Schwarz)

·         Prüfung auf Genotoxizität/Mutagenizität: Wie geht man vor? Genmutationstest, Chromosomenaberrationstest, Indikatortests; ganze Batterie von Ames bis Langzeitkanzerogenitätsstudie

·         Metabolische Kapazität von in vitro Testsystemen. S9 Extrakte bis ins Detail, Induktoren, Modifikationen

·         Beispiele für Promotoren? Mechanismen?

·         Protoonkogene, Onkogene, Tumorsuppressoren, Beispiele und Mechanismen erläutern, Beispiele für assoziierte Krebssyndrome (insbesondere bei Tumorsuppressoren)

·         Welche DNA Modifikationen lösen einzelne Alkylanzien aus? z.B. ENU etc., Welche dieser DNA Addukte haben besonderst starke Mutagene Wirkung? => Alkylierungen am Sauerstoff z.B. O6-Methylguanin, O4-Methylthymin

·         DNA Reparatur Mechanismen: BER, NER, Doppelstrangbruch Reparatur etc., Beispiele für assoziierte Krebssyndrome

·         Wie entstehen Doppelstrangbrüche? Wie werden sie repariert?

·         Heterocylische aromatische Kohlenwasserstoffe, Entstehung und Beispiel? (Beispiel Benzo(a)pyrene – Epoxid als reaktiver Metabolit – Epoxidierung v. a. an Bay area; Entstehung durch Erhitzung)

·         Vergleich Benzo(a)pyrene und Dimethylnitrosamine (DMN) im Ames Test (aktiv nach Aktivierung durch S9 Extrakt– Benzo(a)pyrene stärker genotoxisch, da reaktives Methylion des Nitrosamins bereits vor Kontakt mit Bakterienzellen im Medium abreagiert),

·         Verhalten der gleichen Compounds im in vivo Comet assay? (DMN stärker genotoxisch, da der reaktive Metabolit eine Alkali-labile Stelle bildet, die zur Comet Bildung führt)

·         Woher weiß man, dass eine Substanz krebserregend ist? Epidemiologische Studien - Beispiele?

·         Risikofaktoren der Krebserkrankung? Verteilung der Krebshäufigkeiten beim Menschen. 1. Rauchen (Lungenkrebs 30%), 2. Ernährung (Darmkrebs; fettreiche Ernährung), 3. Infektion (z. B. Hepatitis)

·         Beispiel Raucher – Warum entwickeln einige Individuen Krebs, andere nicht? Genetische Unterschiede: Polymorphismen (Single nucleotide polymorphisms), die zu Unterschieden in der DNA Reparatur, im Metabolismus (Cyp450 Enzyme, Glutathion-S-Transferase Enzyme, etc.) führen; Co-Exposition zu anderen Umweltgiften; Ernährung (effektivere Inaktiverung)

 

Prüfungsfragen DGPT-Kurs „Chemische Kanzerogenese und Mutagenese“ 2010

(Mündliche Prüfung in Frankfurt im Januar 2011; Prüfer: Greim / Schwarz)

·         Wie ist die Einstufung für Formaldehyd nach den gängigen Kategorisierungssystemen (EU, GHS, MAK): Kategorisierung, experimentelle & epidemiologische Befunde, aktuelle Diskussion.

·         Wie sieht die Genotoxizitätsprüfung für eine Chemikalie aus: in vitro Test Systeme (Ames, CAb, MNT, Metabolische Aktivierung, S9 Mix, Cofaktoren, HRPT, TK, Comet Assay), in vivo Tests (Cab, MNT, transgene Modelle/MutaMaus, Comet assay, Prinzip Comet Assay).

·         Warum sind neben dem Ames Test noch weitere in vitro Test erforderlich: Unterschied Pro-/Eukaryont, Metabolismus, Genom-Struktur.

·         Welche Aspekte werden in Bezug auf die Einschätzung bzw. Relevanz von MutaMaus Ergebnissen diskutiert: Target ist prokaryontische Sequenz mit viralem Kontext, in einem eukaryontischen Genom, unterschiedliche Sequenz, Position im Genom, keine Selektion, biologische Relevanz.

·         Beschreiben Sie das Mehrstufenmodell für die Kanzerogenese: Initiation, Promotion, Progression.

·         Welche Mechanismen gibt es zu Neutralisierung des Initiationsprozesses: DNA Reparatur, Apoptose, Immunologische Abwehr.

·         Recht umständliche Frage, die letztendlich darauf abzielte, welche Beweise/Befunde Mutationen als die/eine Ursache der Kanzerogenese belegen: Mutagene als Kanzerogene, Mutationen in Onkogenen/Tumorsuppressorgenen, Art der chemischen Modifizierung charakteristisch für bestimmte Mutagene; Defekte in der DNA Reparatur, die sich in entsprechenden Tumorerkrankungen manifestieren (Stichwort Xeroderma pimentosum).

·         Welche Ansätze gibt es um von hohen Dosierungen aus Tierversuchen auf niedrige Dosierungen zu extrapolieren, um ggfs. eine Risikoabschätzung zu machen: Benchmark Dose (BMD), Threshold of Toxicological Concern (TTC), Kramer Klassen (Diese Frage wurde mehr allgemein diskutiert, keine Detailfragen).

 

Prüfungsfragen DGPT-Kurs „Chemische Kanzerogenese und Mutagenese“ 2012

(Mündliche Prüfung in Frankfurt im Januar 2012; Prüfer: Greim / Schwarz)

·         Schildern Sie das lineare Kanzerogenesemodell am Beispiel Haut.

·         Wie stufen Sie eine Substanz ein, die ein reiner Promotor ist? (Greim: wird derzeit heftig diskutiert, manche sagen MAK4 wegen dauerhafter Belastung mit Initiatoren aus der Umwelt)

·         Ras: Funktion und Signalwege schildern

·         Ras: Lokalisation in der Zelle? (Membranständig)

·         TCDD: Unterscheidet sich die Exposition von Menschen, die in Seveso geblieben sind von der der Weggezogenen? (nein, praktisch nicht, da lange Halbwertszeit und Anreicherung im Fettgewebe)

·         TCDD: Wirkung erklären (detaillierter AhR-Signalweg, Wirkung als Promotor)

·         TCDD: Wie kann man es aus dem Körper eliminieren? (Nur sehr langsam, Ausnahme: über die Muttermilch)

·         TCDD-Vergiftung: Symptome? (hauptsächlich Chlorakne)

·         Ames-Test: Durchführung schildern.

·         Ames-Test: Bedeutung des Metabolismus (S9-Mix)

·         Ames-Test: ist Dimethylnitrosamin ein starkes oder schwaches Kanzerogen im Ames? (schwach) Im Mensch? (stark) Warum? (es reagiert schon in der Zellwand der Bakkis ab und erreicht das Target gar nicht)

·         Welche fremdstoffmetabolisierenden Enzyme fehlen im Ames/V79/CHO?

·         Ames-Test: was wird zusätzlich zur Präsenz der fremdstoffmetabolisierenden Enzyme noch benötigt? (Substrate, Kofaktoren) Wo speziell wichtig? (Phase II)

·         Relevanz von Ergebnissen aus Zelllinien für die Kanzerogenesetestung? (Greim: irrelevant, da schon transformiert und Verlust metabolischer Kompetenz nach kurzer Zeit)

·         Wie weisen Sie DNA-Schäden direkt nach? (Antikörper, HPLC, gehört werden wollte: Comet Assay)

·         Comet Assay: Versuchsablauf erklären

·         Detektiert der Comet Assay auch Alkylierung der Phosphatgruppe der DNA? (Nein, da instabiles Produkt)

·         Comet-Assay: Einzel- oder Doppelstrangbrüche?

·         Bedeutung von Schilddrüsentumoren im Tierversuch für Mensch? (Wurde diskutiert; der Metabolismus der Schilddrüse von Nagern ist nicht mit dem des Menschen vergleichbar; laut Greim sind die Beobachtungen dennoch nicht völlig irrelevant)

·         Bedeutung von Testergebnissen aus isolierten primären Zellen, z.B. Hepatozyten? (Greim: erlaubt keine Rückschlüsse auf das ganze Organ in vivo)

·         DNA-Addukte: wo „liest“ der Reparaturmechanismus eher drüber? (Kleinere Addukte) Wo bleibt die Replikation stecken? (z.B. bulky adducts, PAH)

·         REACH: Wofür stehen Annex VII, VIII etc.? (Produktion t/a)

·         Was ist eine experimentelle Studie? (z.B. klinische Testung)

·         Dimethylnitrosamin: reaktiver Metabolit? (Nitrenium-Ion)

·         Welche Studientypen gibt es?

Entspannte Atmosphäre mit netten und gut gelaunten Prüfern. Prof. Schwarz fragte eher das Skript ab, Prof. Greim stellte eher Transferfragen.

 

Prüfungsfragen DGPT-Kurs „Chemische Kanzerogenese und Mutagenese“ 2013

(Mündliche Prüfung; Prüfer: Greim / Markus (Novartis))

Sie haben eine Chemische Substanz: Wie gehen Sie vor?

·         Epidemiologie (Umweltverschmutzung und andere krebsauslösende Faktoren); wie kann man Krebs (Ernährung).

·         Ames, Mikrokern-Test, mouse lymphoma assay, Comet und SCE

·         Tierstudie (Im Detail: wie viele Tiere, welche Dosis, Applikationsroute etc…)

·         Andere in vitro Tests

·         Einordnung MAK etc

·         Formaldehyde

·         Definition Mutation

·         Hormonabhängige Tumore (verschiedene Tiermodelle und ihre Relevant für den Mensch, Einteilung der Tumore (Stufen/Grade)

·         Mehrstufenmodell der Krebsentstehung.

·         In welchen Eigenschaften unterscheidet sich Tumorgewebe von gesundem Gewebe?

Kommentar: Bis auf die Teste wurde eigentlich kein Faktenwissen abgefragt und da jeder Kandidat zuvor nach seinem beruflichen Umfeld gefragt wurde, waren die Fragen weitgehend darauf abgestimmt.

 

Prüfungsfragen DGPT-Kurs „Chemische Kanzerogenese und Mutagenese“ 2014

(Mündliche Prüfung; Prüfer: Greim / ???)

Es wurden Fragen zu folgenden Themen gestellt:

·         Testsysteme in vitro, Metabolismus, S9

·         Klassifizierungssysteme für Kanzerogene

·         Durchführung und Interpretation von Kanzerogenese-Studien

·         Arten von epidemiologische Studien, Bradford-Hill-Kriterien

·         Formaldehyd (hier wollte Herr Greim insbesondere darauf hinaus, dass es nicht nur sehr schnell abreagiert, sondern dass es auch einen endogenen Pool mit bestimmten Schwankungen gibt; daraus folgt, dass Tumore in der Nase plausibel sind, Leukämien aber nicht, weil das Formaldehyd gar nicht bis zum Ziel kommt)

Weitere Fragen von Prüfern Markus / Göttlicher

1. Sie haben eine unbekannte Chemikalie vor sich: Was machen sie damit?

2. klinische Prüfung: welche Tests gibt es da?

3. Substanz ist mutagen: darf man klinische Phase weiter machen? Wenn nicht mutagen: was dann?

4. Was bewirkt Mutagenität noch ausserTumore (vererbbare Defekte)

5. Was prüft man überhaupt? Somazellmutagenität.

6. Wie würde man Keimzellmutagenität prüfen?

7. Vorteil in vivo vs in vitro Mutagenitätsprüfung?

8. Epidemiologie: welche Möglichkeiten? Wofür einsetzbar? Welche Noxen klar erfassbar (Rauchen: Bronchialkarzinome, Asbest: Pleuramesotheliome und Bronchialkarzinome; wichtig: spezielle Tumore, keine Querexposition...)

9.Western Lifestyle und Tumorentstehung: welche Studien könnte man durchfuhren? (in vivo am Nager: Fettleber, epi: Darmkrebsinzidenz vs chronisch entzündliche Darmerkrankung)

10. Kanzerogenitätsprüfung erklären (Tiere, Spezies, etc)

11. Endpunkte? (Time to Tumor, Anzahl der Tumore, Spontantoren etc.)

12. Ames-Test erklären. Was ist S9, was ist drin? Was nicht?

13. Wo sitzen CYPs in der Zelle?

 

Prüfungsfragen DGPT-Kurs „Chemische Kanzerogenese und Mutagenese“ 2017

Mündliche Prüfung in Frankfurt im Januar 2017; Prüfer: Göttlicher und Frötschl (?)

Atmosphäre: Eher eine Gesprächsrunde, als eine richtige Prüfung, wirklich angenehm. Grundsätzlich wurde es zwar als Einzelprüfung angekündigt/erklärt, wenn aber jemand bei Fragen einen Hänger hatte, durften sehr wohl andere einspringen und weiterhelfen. Wenn jemand Details nicht wusste, wurde man darauf nicht festgenagelt, sondern konnte Hilfestellungen/Tipps bekommen, oder einfach das Thema ein wenig wechseln. Man selbst hatte auch Einfluss darauf, in welche Richtung sich das Gespräch entwickelt und konnte es daher auch ein wenig in die Themenbereiche lenken, in denen man sich gut auskennt.

Es wurden Fragen gestellt zu den Themen:

·         Wie unterscheiden sich normale Zellen von Tumorzellen; Modelle zur Tumorentstehung

·         Mutationen: welche gibt es? Wie entstehen sie? DNA Reparatur, Tumorsuppressorgene/Oncogene, vererbbare Krankheiten, Testsysteme in-vitro /in-vivo

·         Epidemiologie: Studienformen mit Vor- und Nachteilen

·         Mikrokerntest: Vorteil gegenüber Chromosonenabberationstest à Unterscheidung aneugen/klastogen à Was bedeutet aneugen/klastogen?

·         Wie können Substanzen aneugen wirken? à Spindelapparat à wie nennt man solche Substanzen: Spindelgifte, Beispiel/Einsatz: Zytostatika, z.B. Paclitaxel (auch hier: Das Gespräch hat sich nur so entwickelt, es wäre kein Problem gewesen, wenn man keine Spindelgifte gekannt hätte!)

·         Warum haben viele Tumoren Mutationen in p53 oder Ras, obwohl man stochastische Verteilung der Mutationen in Zelle erwarten würde? à Wachstumsvorteile für Zelle

·         Mehrstufenkonzept: was kann mit initiierten Zellen passieren? Ab wann spricht man von Mutation? Unterschied DNA-Schaden ßà Mutation

·         DNA-Reparatur-Systeme: auch hier reiche eine grobe Erläuterung, man musste jetzt nicht die ganzen beteiligten Proteine aufzählen können.

·         Welcher Reparaturmechanismus entfernt bulky adducts? à welche Krankheiten sind mit defekter Reparatur assoziiert?

·         Ames-Test erklären

·         Epidemiologie: Studientypen, dadurch erfasste Parameter (Inzidenz, relatives Risiko, Odds-Ratio), Beispiel für früh erfasste Noxe à Anilin

·         Beispiele für MAK4-Substanz à Formaldehyd à kurze Diskussion der Einstufung, welche Positionen können diesbezüglich eingenommen werden?

 

Prüfungsfragen DGPT-Kurs „Chemische Kanzerogenese und Mutagenese“ 2018

Kurs Chemische Kanzerogenese und Mutagenese (Nov./Dez. 2017); Prüfung im Jan. 2018

Prüfer: Schwarz / Glatt

·         Welche Arten von Mutationen gibt es? Genmutation/Chromosomenmutation/Genommutation: Tests nennen…

·         Welche anderen Tests als die vorgeschriebenen Standardtests? -> Indikatortests. Welche Vorteile? (Wollte darauf hinaus, dass man diese aus verschiedenen Zelllinien oder aus Gewebe durchführen kann, Einfluss des Metabolismus und gewebsspezifische Effekte abbilden kann)

·         Chromosomenveränderungen -> in vitro CA und MNT

·         Tumorprogression -> Proliferation, Reversibilität bei Exposition mit Tumorpromotoren?

·         Genmutation in Säugerzellen: HPRT/TK-Assay: Unterschiede? Wichtig bei beiden: HPRT auf X-Chromosom (hemizygot), tk+/- Zelllinie (heterozygot)

·         Kanzerogenitätsstudie: Durchführung / Endpunkte

·         IARC Kat. 1: humanes Kanzerogen, Bsp?, wichtig: plausible epidemiologische Studien

·         Glyphosat: IARC-Einstufung vs. BfR-Beurteilung. Wie würde man so eine Substanz testen (1. QSAR, 2. Tox-Tests, 3. Mut./Kanz.-Tests). Effekte im HD-Bereich -> ROS.

Prüfer Zischka, Jekat

·         Was ist Krebs? Was sind laut Hanahan/Weinberg die hallmarks of cancer (beide Paper)?

·         Was ist der Unterschied zwischen einem gutartigen und einem bösartigen Tumor? Wie sieht eine Tumorzelle histopathologisch aus (u.a. mehrere Kerne)?

·         Testbatterie auf Gentox (alle Tests inkl. in silico/SAR nennen, Chromosomenaberration vs Mikronukleus erklären)

·         Beispiel für eine genotoxische Substanz – was macht sie mit der DNA? Hat man dann schon Krebs? Was kann mit dieser Zelle passieren? -> bei Reparatur: welcher Reparaturmechanismus wäre das? -> direkte Reversion des Schadens durch MGMT, oder Photolyase bei Bakterien, Welchen Schaden kann die Photolyase genau beheben?

·         Zelle mit Mutation – ist das schon Krebs? was kann mit dieser Zelle passieren? Wie wird diese Zelle zu Krebs?

·         Beispiele für ROS, Entstehung von ROS, Schutzmechanismen, relativ detailliert (welches ist das stärkste Radikal, Fenton-Reaktion, welche Elemente sind beteiligt)

·         Warum lösen nicht alle genotoxischen Substanzen Krebs aus (Stoffe erreichen evtl. gar nicht die DNA, Expositionswege)?

·         Was muss man beachten bei der Bewertung von Nager-Kanzerogenitätsstudien? Wo sind die größten Unterschiede im Metabolismus (z.B. spielt Glucuronidierung bei den Nagern nicht so eine wichtige Rolle, Phase I Enzyme unterschiedlich stark exprimiert)? Welche Tumoren treten bei Ratten oft in Kanzerogenitätsstudien auf (Leber, Blase -> warum Blase? z.B. weil Ratten den Harn deutlich stärker aufkonzentrieren)?

·         Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe: warum/wie wirken sie genotoxisch (Epoxidbildung -> Interaktion mit DNA an den Basen/Adduktbildung)? Folgefrage: wie ist diese Adduktbildung nachzuweisen?

·         Epidemiologie: Warum führt man epidemiologische Studien durch? welche Studientypen gibt es, Vor und Nachteile? Warum führt man Tierexperimente durch, wenn letztendliche Relevanz für Menschen nur durch Epidemiologie geklärt werden kann? (Stichwort Prävention)

·         „Bonusfrage“ war dann noch: warum gehen Menschen freiwillig in einen Stollen, wo die Luft besonders Radon-haltig ist? (Theorie: geringe Belastung mit gentox Agens kann DNA Reparatur induzieren und damit insgesamt positiv wirken). Anderes Beispiel Resveratrol – Mechanismus? (leichte Induktion oxidativer Stress), Wie nennt man das? (Hormesis)

 

Prüfungsfragen DGPT-Kurs „Chemische Kanzerogenese und Mutagenese“ 2019

Kanzerogenese und Mutagenese, Frankfurt 2019

Prüfer: Schwarz, Frötschl

Folgende Themenkomplexe wurden behandelt (in Klammern sind einige Stichworte, die während der Prüfung fielen und grösstenteils daher kamen, dass die Prüflinge sie erwähnt haben; es hätte oft auch anders laufen können):

·         Kurs heißt Mutagenese und Kanzerogenese. Was verbirgt sich dahinter? Themen: DNA-Schaden = Mutation? Wann wird er eine Mutation? Wie geht es nach der Initiation weiter? (Promotion, Tumorsuppressorgene, Protoonkogene)

·         Unbekannte Substanz, wie testen? Prüflingsantwort: QSAR. Rückfrage: Welche Modelle würden sie nehmen? (wichtig war dabei: ein expertenbasiertes und ein statistisches Modell, um möglichst breit zu testen und große Anwendungsdomäne zu haben)

·         Beispiele für Substanzen die als krebserzeugend beim Menschen eingestuft sind (Kategorie 1 nach IARC, GHS oder MAK). Was ist das entscheidende Kriterium dafür? Genotoxisch und nicht-genotoxische Beispiele sollten genannt werden. Folgende Beispiele wurden dann kurz diskutiert: Benzol (stark oder schwach?), Formaldehyd (schwieriges Beispiel, nicht unbedingt Kategorie 1), Asbest (heute genauso schlimm wie damals, z.B. bei Abrissarbeiten?), Vinylchlorid (Wo primär Tumore? Hämangiosarkome in der Leber), Tabakrauch (Welche krebserzeugenden Substanzen?), Östrogene

·         Wie sieht eine Kanzerogenesestudie aus? (Welche Spezies? Beide Studien mit transgenen Tieren? Vor allem: wie lang dauert sie im Vergleich zu anderen chronischen Tox-Studien?)

·         Epidemiologie, welche Studien gibt es da zum Beispiel? Diskutiert wurden Fall-Kontroll-Studien und Kohortenstudien (kurz beschreiben, Vorteile, Nachteile, Besonderheiten). Mögliche Confounder? (Alter, wann ist hier der Peak für Tumore erreicht? Nicht höchstes Alter = höchste Tumorzahl, sondern nimmt wieder ab; healthy worker effect) Bonus: welches RR wäre ihrer Einschätzung nach ein noch verlässliches Anzeichen für ein erhöhtes Risikos? (1,3 wenn Konfidenzintervall 1 nicht einschließt)

·         Welche Typen von Mutationen gibt es? (Gen, Chromosomen, Genom)

·         Wie testen sie diese? Beispiele: in vitro: Ames, MLA/TK, HRPT, MK, CA, Comet; in vivo: MK, Comet, transgene Tiere (MutaMaus, Big Blue Maus); nachgehakt wurde zu MK (Welche Zellen? Aneugene? Färbung), Comet (Vorteil im Vergleich zum MK? immer ein Schweif? wie bei Crosslinkern? Bonusfrage: Wie würde bei Crosslinks eine geeignete Kontrolle aussehen?), CA (können dort Aneugene detektiert werden; prinzipiell ja, aber schwer) und HPRT (was wird detektiert?)

·         Dosis-Wirkungskurven? Wie bei DNA-Schäden (linear) und wie bei Mutationen? Warum nicht-linear bei Mutationen? (wurde offen gelassen, vermutlich ist ein Faktor, dass Stoffe in hohen Dosen  zytotoxisch werden und dann eine regenerative Zellproliferation einsetzt)

Insgesamt herzliche Atmosphäre mit Prüfern, die einem weitergeholfen haben, wenn es mal gehakt hat. Man konnte beeinflussen, in welche Richtung es gehen sollte. Insgesamt wurde eher das Verständnis geprüft mit Fokus auf Vorteilen, Nachteilen und Grenzen von Tests und weniger komplette Details wie z.B. die genaue Dosisgrenzen (wenn Details gefragt wurden, so war das mehr ein Zusatz und weil es sich angeboten hat).

 

Prüfungsfragen DGPT-Kurs „Chemische Kanzerogenese und Mutagenese“ 2020

Prüfer: Frötschl, Göttlicher; 4 Prüflinge, die hintereinander ca. 15 min am Stück gefragt wurden

Stimmung sehr angenehm. Prüfer gingen gut auf Prüflinge und deren Antworten ein. Prüfer waren nicht unbedingt auf bestimmte Formulierungen aus, sondern wollten eher sehen, dass man sich mit der Thematik beschäftigt hat und Transferleistungen geben kann. (Details wie z.B. einzelne Proteine in der DNA-Reparatur oder Ähnliches wären nicht nötig gewesen.)

·         Wenn man einen Tumor sequenziert, was würde man finden? (Mutationen, vor allem p53 und Ras)

·         Was macht p53, was macht ras? (Signalwege erklärt)

·         Warum sind diese Mutationen so entscheidend? (Erläuterung Tumorsuppressorgen/Onkogen)

·         Warum ausgerechnet Mutation in p53/ras? Aus wie vielen Basen besteht die DNA? Wie wahrscheinlich ist dabei eine Mutation im Ras-Gen (by chance, Selektionsvorteil der mutierten Zellen). Wie genau läuft die Mutation im Ras-Gen ab? (Mutation an drei verschiedenen Basenpaaren möglich diese codieren für das aktive Zentrum von Ras und bewirken, dass GTP gebunden bleibt Ras immer aktiv, molekularer Schalter)

·         Was ist für eine Mutation notwendig? (DNA-Schaden)

·         Was für DNA-Schäden gibt es? (DSB, SSB, oxidative Schäden, Bulky Adducts, Methylierungen, Crosslinks, …)

·         Wie werden diese Schäden repariert? (einzelne Reparatur-Wege erklärt, teilweise mehr oder weniger Details genannt, Fokus lag auf BER und HR/NHEJ)

·         Welche dieser Reparaturwege sind eher zuverlässig, welche nicht? (error-free vs. Error-prone, Korrelation Zellzyklus/Template vorhanden, Translesionssynthese, …)

·         Was kann bei einem DNA-Schaden noch passieren? (Reparatur fehlerfrei, Reparatur fehlerhaft, Manifestieren der Mutation nach Replikation, ggf. Zytotox/Zelltod)

·         Wann sind Mutationen gut/gewünscht? (Chemotherapie)

·         Überleitung zu Nebenwirkungen (hier kam jetzt einiges, was im Kurs nicht besprochen wurde wie entstehen Nebenwirkungen, was sind typische Nebenwirkung, wodurch werden diese bedingt Hämatotox, Darmtox/Durchfall)

·         Kennen Sie zufällig Temozolomid, was macht das, wie wird das repariert? (Methylierung DNA, 06-Me-G, MGMT, wie funktioniert MGMT, Sättigung der Reaktion möglich da Suizidenzym)

·         Klinische Relevanz von MGMT? (es wurde besprochen: Ansprechen auf Therapie und Kombinationsbehandlung mit MGMT-Inhibitor)

·         Wie würden sie bei einer unbekannten Substanz auf Gentox testen? (Testbatterie, anfangen mit Ames Test)

·         Wie funktioniert ein Ames Test, was wird dort getestet? (Reverse Mutation in Bakterien, grob Erklärung wie der Test abläuft)

·         Was würden Sie als follow up an Tests machen? (Säugerzellentest, z. B. TK-Test, HPRT)

·         Was wird bei TK-Test getestet, wie funktioniert das?

·         Welche Mutationstypen gibt es noch? Neben Genmutationen, Chromosomen- und Genommutation

·         Tests für Klastogene und Aneugene: Durchführung, Vor- und Nachteile (MNT, CA)

·         Vergleich der Angriffspunkte von Klastogenen und Aneugenen (DNA-Struktur vs Spindelapparat)

·         MNT: Wie unterscheidet man Aneugene von Klastogenen? (CREST Färbung); Durchführung in vitro vs in vivo

·         Wie funktioniert ein Comet Assay, auf was wird hier getestet? Was sagt mir das Ergebnis?

·         Transgenes Tiermodell: wie funktioniert das? Was wird hier getestet? (Prüfling erklärte sehr detailliert MutaMouse; wäre aber auch nicht schlimm gewesen, wenn die Erklärung weniger ausführlich wäre). Unterschied zum BigBlue-Mausmodell

·         Nennen Sie ein Kanzerogen Klasse 1A, welches man aus epidemiologischen Studien kennt. (Asbest)

·         Mechanismus von Asbest? (Partikel-Tox, proinflammatorisch, als Promotor wirkend…)

·         Warum ist das ein Kanzerogen? Woher weiß man das? (Mechanismus erklärt, besondere Art von Tumor erklärt, Epidemiologie erklärt)

·         Weitere Kanzerogene und deren Expositionswege; Prüfling ging dabei vor allem auf Lebensmittel ein (Nitrosamine in Pökelfleisch, PAHs z. B. Benzo[a]pyren à welche DNA-Schäden verursacht es? Bulky Adducts. Prüfling nannte Metabolismus, wäre aber nicht nötig gewesen)

 

Prüfungsfragen DGPT-Kurs „Chemische Kanzerogenese und Mutagenese“ 2020

Der Kurs und die Prüfung fanden online statt (wäre in München gewesen). Prüfer waren Herr Göttlicher und Herr Martus. Die Atmosphäre war sehr angenehm und eher wie ein Gespräch

·         Ames Test, MNT erklären

·         ist eine Mutation bereits Krebs? (Reparatursysteme, Apoptose, Manifestation der Mutation)

·         Tumorentstehung erklären

·         in vivo Testsysteme Mutagenität/Kanzerogenese-Studie erklären

·         häufigste Krebsarten Mann/Frau und Ursachen

·         Teststrategie einer unbekannten Chemikalie

 

Prüfungsfragen DGPT-Kurs „Chemische Kanzerogenese und Mutagenese“ 2023/2024

Kurs 2023 in Präsenz; mündliche Prüfung 2024 online. Diverse Prüfer

Angenehme Atmosphäre, es wurden immer Hilfestellungen gegeben, um auf eine Antwort zu kommen.

 

·         Prüfer Göttlicher / Lott, Jan 2024 (4 Prüflinge)

o   Neue Pharma Substanz – Wie Teststrategie? QSAR, Ames

o   Wie weiter? 2 in-vitro Tests, zB MNT, MLA

o   Was wenn in-vitro MNT positive?

o   Was wenn Ames positiv? Wenn nicht Nitroreduktasen (Stichwort andere Enzymausstattung Bakterien vs Humans) verantwortlich sind? -> Transgene Tiere.

o   DNA Schäden, Weitergabe der Fehlinformation

o   Reparatursysteme

o   Initiation, Promotion

o   Selektionsvorteil der Zelle

o   Wo sind Mutationen zu sehen? Tumorsuppressorgene, (Proto)Onkogene

o   Testbatterie sensitiv oder eher nicht? Eher übersensitiv.

o   Nachteile durch Übersensitivität?

o   Positiver Stoff ohne Kanzerogenitätsstudie in Klinischer Studie? Ggf höhere Tumorrate.

o   Wie realistisch ist das?

o   Wodurch erhöhte Tumorinzidenz? Anschließbar? Nachweisbar?

o   Wenn Kanzerogenitätsstudie doch positiv, obwohl Gentoxbatterie negativ ist. Was könnte der Auslöser sein? Zb durch Promotoren

o   Was wenn nicht-genotox MoA pos Kanzerogenitätsstudie bewirkt? DANN von Tieren anschauen, Transformationstests (deren Aussagekraft ist eher so naja)

o   Typische Promotoren?

o   Andere Beispiele für nicht-genotoxische Mechanismen? Oxidativer Stress, hormonelle Störungen

o    Beispiele für Tumorpromotoren? Phenobarbital, TCDD

o   Tumorpromotion in der Haut wie, welche? Benzanthracen -> erbgutverändernd. Crotonöl -> Entzündungen und Zellproliferation

o   Andere Bereiche, wo Entzündungen relevant sind außer Pharma?

·         „Bonusfrage“ an alle:

o   Formaldehyd, MoA in Tier und Mensch? Einstufung GHS vs MAK? Warum wichtig? Verbraucherschutz vs Arbeitssicherheit

·         Prüfer Göttlicher / Lott, Jan 2024

o   Unbekannte Substanz, wie gehe ich vor?

o   QSAR, Testbatterie, Follow-ups, Kanz.; Mutationen, Ames/MNT/Pig-A vs. Comet; Onkogene/Tumorsuppressorgene; Studientypen (Kohortenstudie, Gründe für Krebs/Epidemiologie).

·         Prüfer Greim / Jekat

o   Ames, S9 Mix, Mehrstufenmodell Kanzerogenese, Formaldehyd kanzerogener Mechanismus, MN in Erythrozyten/Reticulocyten (Zellkern), andere Tests für Gentox/Mutagenität etc, Welche DNA Schäden nachweisbar? Welche Reparatursysteme; Konzentrationen im Ames Test / Design, Dosis Wirkungsbeziehung und Cytotox?

o   Comet assay, Vorteil; Tierversuchsfreie Tests? QSAR, Epidemiologie, Kriterien für Kanzerogenität in Kanzerogenitätstudien,…

·         Prüfer Schwarz / Froetschl

o   Schwarz hat z.T. sehr spezielle Sachen aus seinen Vorlesungen abgefragt (Druckrey Experimente, spezielle Tumorpromotoren in der Haut) und Transfer-Fragen zum Prüfen ob die Zusammenhänge erfassbar sind. Froetschl fragt eher das Skript ab.Ames Test, MNT erklären

o   allgemeiner Einstieg: Tabakrauch; wieso macht das Krebs; was passiert da; was zeichnet die Stoffe aus, die kanzerogen wirken (DNA-Addukte, Fremdstoffmetabolismus/Aktivierung, Mutationen, DNA-Reparatur etc.)

o   Pathologie von Tumoren; wie unterscheiden sich Tumoren im Vergleich zu normalem Gewebe; worauf schaut man besonders (Proliferation, unnormale Mitosefiguren…); was kann man sich auf molekularer Ebene anschauen und wie (Molekularpathologie; versch. Färbemethoden, Fluoreszenzmarkierungen für div. Stoffwechsel-/Signalwege und Marker etc.)

o   Warum testet man Arzneimittel auf Kanzerogenität? Warum fängt man mit Mutagenität (Ames) an? Was gibt’s noch für Assays; Arten von Chromosomenschäden, Philadelphia-Chromosom

o   Gentox/Muta-Testbatterie von Ames bis transgenic rodent (alles nur grob skizziert; keine Details abgefragt; Prüfling konnte weitgehend den Diskussionsverlauf steuern); kurzer Exkurs zu Metronidazol; regulatorische Frage: kann ein negativer in-vivo-Test (z. B. 474/489) einen positiven Ames schlagen (unter REACH ja, bei Arzneimitteln schwierig)

o   Im Tabakrauch sind viele gentoxische/mutagene Stoffe enthalten. Wie könnte man herausfinden, ob z.B. Acrolein oder ein PAK, Auslöser eines Tumors war? (angefangen bei Indikationen wie Menge/Konzentration der Substanzen im Tabakrauch; Mutagene Potenz in vitro/in vivo der Substanzen; DNA-Addukt-Analytik; Prüfer wollte auf Mutationsspektrum bzw. spezifische Mutationen hinaus, wenngleich die Frage natürlich nicht sicher beantwortet werden kann)

o   Warum sind (gentoxische) Kanzerogene „c x t-Gifte“? (Habersche Regel im Zusammenhang von N-/S-Losten und Krebs erklären; nur bei irreversiblen Schäden gültig)

·         Einige (folgende) Themen waren nicht oder nur indirekt Bestandteil des Kurses; war auch nicht schlimm, wenn man was nicht gewusst hat.

o   Wie bewertet man Nitrosamine als große Stoffgruppe hinsichtlich ihrer Kanzerogenität (reicht ein Sicherheitsabstand wie beim ADI/PDE (acceptable daily intake/permitted daily dose) oder wie beim MOE (margin of exposure) aus, um ein entsprechendes Schutzniveau beim Menschen zu erreichen, auch wenn viele verschiedene Nitrosame auftreten? (Frage blieb weitgehend offen)

o   Interpretation von in-vitro-Ergebnissen (Gentox/Muta) bei gleichzeitiger starker Zytotoxizität; wie bewertet man das; insbesondere bei gleichzeitig steiler Dosis-Wirkung von beidem, also Zytotox und Gentox/Muta (intrinsische Gentox/Muta vs. sekundäre Effekte etc.; war keine Frage, auf die es eine allgemeingültige Antwort gibt; case-by-case)

o   Schwellenwertproblematik bei gentoxischen Kanzerogenen (Prüfling ging auf die eher paradigmatischen Aspekte dieser Frage ein; in Richtung Wahrscheinlichkeit; „praktischer Schwellenwert“; Vermeidbarkeit der Exposition; technische Machbarkeit der Expositionsbeschränkung)

Generell wurden meist Verständnis- und zum Teil Transferfragen gestellt; Detailwissen (Signalwege, beteiligte Protein-/Enzymnamen etc.) wurden nicht näher nachgefragt, außer es wurde vom Prüfling angeboten.

 

Weitere Prüfungsfragen von Runde Jan-2024 (Michael Schwarz/ Roland Frötschl):

·         Metabolismus von Benz-a-pyren und Nitrosamin (nur grob, keine Details)

o   Vergleich der Kanzerogenität beider Substanzen (Zellgängigkeit)

·         Unterschied zwischen Mutagenität und Kanzerogenität

o   Warum testet man das (Pharma)?

o   Ab welcher Behandlungsdauer sind Kanzstudien vorgeschrieben? (> 6 Monate)

o   In welchen präklinischen Studien kann man bereits Hinweise auf die Kanz bekommen? (Histopathologie in chronische Studien z.B. durch Präneoplasien)

·         Welche Gentox Tests gibt es?

o   Was bedeutet Aneugenität für die Risikobewertung/ was ist schlimmer mutagen oder aneugene Eigenschaften?

o   Wie testet an im MN für Aneugenität?

·         Tumorpromotionsmodelle in der Haut

o   2 Step model; Wolfsmilchsgewächse (Phorbolester/ TPA)

o   Sind die Tumore bei der Maus relevant für den Menschen?

·         DNA Reparatur:

o   DNA Schäden von Nitrosaminen

§  Reparatur (MGMT, Sättigung der Reparatur, GT Mispair)

o   Benz-a-pyren (Bulky adducts, NER)

·         Einfluss der Dosis bei der Krebsentstehung (Schwellenwert)

·         Modelle der Kanzerogenese

o   Initiation, Promotion, Progression

o   Hannahan & Weinberg

·         Phenobarbital bei der Ratte und Relevanz für den Menschen

o   Keine Relevanz, da der Schritt der Proliferationssteigerung fehlt

o   Epidemiologische Daten liegen vor

 

 

 

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Last Update: 28. Juli 2024